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Monte Nerone (1500 m)

Blick auf die Serpentinen der Südwestanfahrt über Serravalle di Carda.

Auffahrten

Von majortom – Wir definieren den kleinen Ort Serravalle di Carda als Ausgangspunkt einer Südwestauffahrt zum Monte Nerone, wohlwissend dass Serravalle di Carda eigentlich selbst als Passhöhe durchgehen könnte. Von Pian di Molino im Biscubio-Tal auf der Nordwestseite legt man auf 7 km knapp 350 Hm zurück, von der Kreuzung SP28/SP29 im Südosten sind es sogar 400 Hm auf 9,3 km. Somit kommt man bis zum Gipfel des Monte Nerone zusammengenommen in jedem Fall auf über 1000 Höhenmeter am Stück.
Die Auffahrt ab Serravalle di Carda ist gewissermaßen die Mainstream-Auffahrt zum Monte Nerone mit der am breitesten und am besten ausgebauten Straße. Nichtsdestotrotz muss man auch hier nicht mit einem Exodus von motorisierten Touristen rechnen (wenn Kollege AP oben schon den Vergleich mit dem Mont Ventoux zieht) und wird die Auffahrt weitestgehend in Ruhe genießen können.
Nahezu die gesamte Auffahrt führt durch offenes Gelände, was uns natürlich in Form von Panoramablicken zugute kommt. Bereits in der ersten Gruppe von Kehren auf dem ersten Kilometer – vier Kehren in rascher Folge – genießt man sehr beeindruckende Ausblicke über das Gebirge im Westen und Südwesten. Und so setzt es sich auch in einer zweiten Kehrengruppe auf dem dritten Kilometer der Auffahrt fort. Mit maximal 10 bis 11 % ist die Auffahrt durchaus fordernd, aber auch keineswegs superhart.
Mit einer weiteren Kehre bei Kilometer 2,8 sind wir dann auf einer am Hang entlang geführten Geraden unterwegs. Inzwischen haben wir schon so viel Höhe gewonnen, dass wir uns mit dem umgebenden Hügeln auf Augenhöhe befinden. Die exponierte Lage des Nerone wird hier deutlich. Nach 4,7 km führt uns eine Linkskurve dann in eine alpin anmutende karge Landschaft. Oft hat man ungefähr hier die Wolken erreicht, in denen der Gipfel hängt, und ist fortan im Nebel unterwegs.
Für die zweite Hälfte des Anstiegs sollte man sich dann noch ein paar Körner aufgespart haben. Die Straße windet sich weiter empor, und mit einer weit geschwungenen Linkskurve (Kilometer 6,6) läuten wir den Schlussteil des Anstiegs ein.
Nach 7,9 km erreichen wir die Abzweigung auf die Stichstraße zum Gipfel. Hier sind noch einmal drei finale Kehren zu durchfahren, bevor wir die letzte Rampe zum Gipfel erklimmen können. Hinter der letzten Kehre befindet sich ein kleiner Parkplatz und ein Aussichtspunkt mit Picknicktisch. Sollte man hier nicht im dichten Nebel feststecken, kann man eine fantastische Aussicht genießen.

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01:06:00 | 11.08.2012
kingoflechhausen
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Dolce Vita
01:45:00 | 28.08.2013
quältsichgern
Von christoph – Seit der verregneten Tour 2009 planten wir einen neuen Versuch hier hoch zu fahren und da taucht nun in QD eine Auffahrtsankündigung des Nerone auf, aus der aber noch nicht hervorgeht, welche Auffahrten beschrieben werden. Welch ein Frust! Egal, wir probieren es, vielleicht sind wir dieses mal mit unserer Beschreibung schneller als die Redakteure:).

Anmerkung AP: Versuch geglückt!

Wir kamen vom Monte Petrano und holten uns in Pianello, dem Ausgangsort, erst mal Verpflegung. Als der Giro d’Italia am 25. Mai 2009 nach 100 Jahren seit der Giro-Erstbefahrung 1909 über den Nerone ging, herrschten 35 Grad. Gewarnt von den Temperaturen der vergangenen Tage waren wir sehr früh am Morgen aufgebrochen und hatten es perfekt erwischt.
Um es kurz zu machen, eigentlich ist der Nerone landschaftlich eine 5-Sterne-Auffahrt. Die dunklen Wolken, die noch über dem Gipfel hingen, als wir vom Monte Petrano herübergeschaut haben, hatten sich in einen scheinheiligen weissen Wolkenkranz verwandelt, so dass der Berg ganz unstandesgemäß freundlich daherkam und keinesfalls mit Schwarz drohte.
Die ersten 2 km bis vor Cerretto sind Geplänkel. Was man rauffährt, geht's auch wieder runter. Dann folgt die erste der zwanzig mit kleinen Steintafeln bezeichneten Kehren (zusätzlich unzähliger Zwischenkurven).
Die Straße zieht sich völlig schattenlos tendenziell in ost-westlicher Richtung um den Rücken, und erst ab 800 m Höhe profitiert man vom kräftigen Wind, der einem allerdings auch gelegentlich kräftig entgegenbläst. Der Asphalt auf der gesamten Straße ist „mittelfein“, aber ohne Schlaglöcher, so dass man nirgends aufpassen muss. An zwei Stellen wurde gerade, als wir vorbeikamen, neu asphaltiert. Die Straße ist bequem breit genug für ein Auto; wenn sich zwei entgegenkommen, muss rangiert werden. Allerdings sahen wir auf der gesamten Auffahrt weder ein Auto noch ein Motorrad mit Ausnahme der Straßenbaufahrzeuge. Die Steigung ist sehr gleichmäßig um 8 %, nur auf kurzen Stücken zeigt der Garmin bis zu 15 %.
Ich habe den Pass zwar wegen der Länge mit vier Sternchen bewertet, habe diese Auffahrt aber zu keinem Zeitpunkt als wirklich anstrengend empfunden, weil ich mich im absoluten Radlerglück fühlte. Die Ausblicke auf die umliegenden grünen Hügel und Berge der Marken sind so überwältigend, dass ich mich kaum sattsehen konnte.
Der Scheitelpunkt liegt auf 1417 m Höhe, hier steht das Giro-Denkmal, das den Gewinnern der Rundfahrt von 1909, da Ganna, und von 2009, Menchov, gewidmet ist. Vor der Abfahrt Richtung Piobbico kommt eine Flach-Passage am Bergrücken Richtung Sendestation. Dort geht es dann auch links ab in Richtung Serravalle di Carda und weiter auf der Stichstraße zum Gipfel hoch.
Die folgende Abfahrt ist ein Schmankerl der speziellen Art und steht, kurz zusammengefasst unter dem Motto: „Bis wieder einer weint“. Die Straße ist voll von Sand, Schotter und Geröll von unzähligen Bergrutschen. Der Asphalt ist über weite Strecken schadhaft mit Schlaglöchern, die mehr als knöcheltief sind und, da häufig in Schattenpassagen oder in einer Kehre gelegen, erst spät zu erkannt werden. Trotzdem könnte dies eine interessante Auffahrt sein, denn angesichts der vorherrschenden Steigung wird wohl kaum jemand hohe Geschwindigkeiten fahren. In jedem Fall ist man sicher autofrei unterwegs.

Anmerkung AP: Falsch, mir kam ein Nerone-Ranger in einer Schrottkiste entgegen!

Falls sich das jemand antun will. Die Abzweigung liegt, völlig unbezeichnet, von Cagli Richtung Piobbico fahrend, unmittelbar VOR dem Ortsschild des zu Piobbico gehörenden Weilers Aquanera. Auf manchen Karten ist das falsch abgebildet!

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01:14:53 | 26.07.2017
Mattin12
Dolce Vita
Von AP – Hier haben wir nun die neben dem Monte Carpegna womöglich schwerste Auffahrt der Marken im Angebot. Das Steigungsprofil sieht zwar nicht überschwer aus, aber der über weite Strecken brüchige, extrem rauhe Asphalt packt noch ein paar gefühlte Steigungsprozentpunkte drauf. Im Sitzen hat man arg zu quetschen, und geht man aus dem Sattel, so rutscht das Hinterrad auf dem Gebröckel durch. Aber der Reihe nach:
Die Auffahrt beginnt östlich des Stadtgebiets von Piobbico, wo unterhalb des Weilers Ca’ Giovaccolo eine Landstraße in Richtung Cagli von der Hauptstraße mit der Nummer SP257 abbiegt. Die Steigung nistet sich sofort im Bereich von 9–10 % ein, so dass man ohne langes Geplänkel weiß, worauf man sich eingelassen hat. Etwa zwei Kilometer geht es auf gut ausgebauter Straße an der bewaldeten Nordflanke des Monte Nerone voran, bis direkt hinter der kleinen Ortschaft Acquanera eine Straße nach rechts abbiegt. Ein Schild oder Hinweis auf den Monte Nerone sucht man vergebens. Zur besseren Orientierung sei gesagt, dass man die Straße schon verpasst hat, wenn man über die Kuppe oberhalb von Acquanera fährt, hinter der eine einsame Kirche im Abseits ihr Dasein fristet. Der Abzweig ist also zwischen dem letzten Haus von Acquanera und der Kuppe.
Die Straßenqualität verschlechtert sich dramatisch, während die Steigung gleich bleibt. Für die nächsten Kilometer geht es bei eigentlich aparter Streckenführung mit vielen Kehren, aber erschwerten Rollbedingungen, am Nordhang des Monte Nerone hinauf. Lücken im Wald bzw. einzelne Wiesen gewähren hin und wieder spektakuläre Tiefblicke auf Piobbico und die östlichen Ausläufer der Apenninen. Ein Streckenabschnitt ist sogar ausgesprochen schön, und zwar geht es dort sehr exponiert hinter einer Felsnase vorbei, die man schon von unterhalb von Acquanera aus sehen kann.
Nach insgesamt etwa zehn Kilometern doch bisweilen verkrampften Pedalierens hat man es schließlich bis unterhalb der großen Antennenanlage auf dem Gipfel des Monte Nerone geschafft. Dort biegt nach rechts eine Straße ab zum Rifugio Corsini, man hält sich aber links. Von nun an ist der Straßenbelag wieder von akzeptabler Qualität.
Die Steigung lässt nun immer mehr nach, bis die Straße sogar östlich des Gipfels entlang leicht abfällt. Am Ende dieses Gefälles zweigt links der Weg nach Cerretto ab. Die Kreuzung liegt inmitten der offenen Almenlandschaft des Monte-Nerone-Massivs. Wenn man Glück hat, sieht man sogar ein paar der halbwilden Pferde, die dort die Wiesen kurz halten.
Hinter der Kreuzung beginnt die Straße wieder in westliche Richtung anzusteigen, wodurch man seit dem Ende der Gurkenpiste im Halbkreis um den Gipfel des Monte Nerone gefahren ist. Durch ein Waldstück hindurch trifft man auf die Straße von Serravalle di Carda hoch, die eigentlich die Hauptzufahrt zum Gipfel ist. Bei wieder recht hohen Steigungsprozenten fährt man auf dieser Hauptstraße über zwei letzte Serpentinen bis zum kahlen Gipfelbereich. Bis ganz zur Spitze schafft man es nicht, weil dieses Areal abgesperrt ist. Vom windumtosten Parkplatz unterhalb des Tores aus schaut man weit und weiter über die Mitte Italiens hinweg und genießt den grandiosen Aussichtspunkt.

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