Via Claudia: von Augsburg nach Venedig
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Erlebnisbericht: Via Claudia: von Augsburg nach Venedig
Erlebnisbericht von Apodar (weitere...)
5 Tage / 499,4 km / 5517 Hm
Mein Radlerleben begann im Herbst 2005 im zarten Alter von 50 Jahren: ich begleitete meine Tochter mit dem Fahrrad zum Bahnhof in Nürnberg. Das waren für mich immerhin 25 km einfach. Bitte nicht lachen, ich weiß selbst, wie lächerlich das ist. Ich habe es aber einigermaßen gut gemeistert - beim dringend nötigen Zwischenhalt in einem Cafe ließ ich mir bei Kaffee und Kuchen die Herbstsonne auf den Kopf scheinen und fasste den festen Entschluss: das machst du öfter. EIne Triebfeder war auch mein fortgeschrittenes Alter bei dem Mann sich und dem Interessierten Rest der Welt beweisen muss, dass er noch etwas taugt.Als erstes braucht der Mensch ein Ziel: einmal über die Alpen in mein geliebtes Venedig. Der bikeline-Führer über die Via Claudia Augusta wurde fortan zu meiner Nachtlektüre. Meine sportbegeisterte Tochter konnte ich schnell als Begleiterin gewinnen. Aus heutiger Sicht war mein Trainingspensum sehr bescheiden, doch damals konnte ich einen höheren Umfang nicht leisten: zweimal pro Woche mit dem Rad zur Arbeit (macht 52 km) einmal pro Monat eine Radtour am Wochenende (macht 100km). Die Höhenmeter habe ich damals noch nicht gezählt, es wären auch nicht sehr viele zusammengekommen.
Im August 2006 war es endlich soweit, in mehreren Monaten Vorbereitungs- und Planungszeit habe ich unseren Wegeplan und die voraussichtlichen Übernachtungsorte ausgetüftelt, in Venedig für drei Tage eine Wohnung gemietet, für meine zweite Tochter einen Flug nach Venedig organisiert, bei dem sie uns anständige Kleidung nachliefern sollte, und den Rückflug nach München gebucht, der uns für EINEN Euro pro Person inkl. Steuern in die Heimat bringen sollte. DieFahrradtickets kosteten 50 Euro. Als umweltbewusster Mensch sollte man so ein unmoralisches Angebot eigentlich nicht annehmen.
Auch unsere beiden Tourenräder - nicht die leichtesten - waren überprüft und startbereit, der Rucksack schwer, die Kondition schlecht und die Vorfreude riesig. Aber mit einem flauen Gefühl in der Magengegend, da wir beide ja Neuland betraten. Die Wetterprognose verhieß kein Traumwetter, eher durchwachsen, nicht ganz gut, aber auch nicht ganz schlecht: Für eine Radtour ist das ja beinahe ideal.
WIr haben die Tour mit etlichen Abenteuern überstanden, meine Tochter gut, ich weniger. Aber unser Stolz über die vollbrachte Leistung (ca. 550 km Entfernung, knapp 5000 Höhenmeter) ließ uns Flügel wachsen, und so konnten wir den Aufenthalt in Venedig in vollen Zügen genießen. Nach unserer Heimkehr kam für mich jedoch der Tiefschlag: zufällig entdeckte ich die quaeldich-Seite und war schockiert. Was da an Pässen und Streckenlängen geleistet wird! Unsere Alpenüberquerung war nicht einmal leicht, sie war federleicht, Fliegengewicht!! Nichts war es mit meinem Beweis, noch etwas zu taugen. Das muss beim nächsten Mal besser werden. Und das wurde es auch, allerdings erst vier Jahre später.







