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Erste (längst nicht fertige) Version der OSM-Karten online! Danke an openrouteservice.org für die Unterstützung.

Col de la Croix de Coeur (2174 m) Verbier

Grd. Combin.

Auffahrten

Von stb72 – Los geht es in Riddes auf knapp 500 m Höhe. Die zweispurige Straße ist leicht zu finden und zieht sich im unteren Teil in zahlreichen, lang gezogenen Kehren sehr regelmäßig bei ca. 6–10 % hinauf. Bis oben sind es etwa 22 Serpentinen.
Die Steigung hat während der ganzen Auffahrt im Schnitt vielleicht knapp 8 % ohne dramatische Spitzen oder Steilstücke – während der ganzen Auffahrt werden maximal ca. 12 % erreicht, Flachstücke gibt es aber auch nur im Skigebiet nach etwa zwei Dritteln der Strecke.
Anfangs noch mit vielen Ausblicken zurück ins Wallis, fährt man doch meistens in lichtem Wald. Bei Kehre 8 beginnt eine Passage mit mehreren Tunneln (z.T. als Galerien). Nach links zweigt hier ein Tunnel Richtung Les Isérables, Nendaz und Veysonnaz ab. Wir fahren aber geradeaus weiter nach Mayens de Riddes (den Namen liest man nach Kenntnisstand des Autors auf keinem Schild, im Ort heißt das Skigebiet La Tzoumaz). Am Ortseingang nach ca. 13 km lässt die Steigung langsam nach, und man ist doch etwas verwundert, schon über 1000 Hm zurückgelegt zu haben. Nun heißt es einfach weiter der Hauptstraße zu folgen, die noch ein gutes Stück durch die Ansiedlung führt. Nach längerer Fahrt durch Mayens de Riddes erreicht man nach zwei Kehren schließlich das erwartete Ende der Asphaltstraße auf 1650 m Höhe an einem Parkplatz.
Nach ca. 20–30 m geht es aber doch wieder als nun schmale Asphaltstraße weiter, also ist die Tour doch noch nicht zu Ende. Ein Hinweisschild, wo das ganze hinführt, konnte der Autor jedoch kein einziges entdecken. Lediglich einige passierende Autos ließen mich vermuten, dass weiter oben noch irgendwas sein müsste – das zumindest hat gereicht, trotz einbrechender Dämmerung und immer kälter werdenden Temperaturen weiterzufahren.

Das Sträßchen führt nun ein Stück durch recht dichten Wald, und nach etwa einem Kilometer hört der Asphalt auf. Ab hier, auf 1750 m Höhe, geht es auf einer recht gut zu fahrenden Erdstraße, durchsetzt von sehr alten Asphaltresten, weiter. Auf ca. 1850 m Höhe verlassen wir wieder den Wald und können uns an der hinter uns liegenden Bergkette von Ovronnaz bis zum Col du Sanetsch erfreuen. Schöner jedoch ist, dass wir für die nächsten 100 Hm wieder Asphalt unter den Rädern haben. Bei ca. 1950 m Höhe ist dann endgültig Schluss, und für die letzten 3 km heißt es wieder Erdstraße. Irgendwann sieht man dann rechts eine große Hinweistafel, wo man zum ersten Mal realisiert, wohin die Reise eigentlich geht (1 km vor dem Ziel) – man weiß dann zumindest, dass es nicht mehr weit ist (schön, wenn sich die Temperaturen langsam dem Gefrierpukt nähern) – hier muss wohl ein paar Meter weiter eine bewirtschaftete Hütte sein.

Wenn man dann schließlich doch noch die Passhöhe erreicht, ist man auf den grandiosen Ausblick nicht so recht vorbereitet. Vor einem liegen fast greifbar die Massive des Grand Combin und des Montblanc (etwas weiter weg), geteilt durch das Tal zum Großen St. Bernhard – bei klarer Sicht und Abendstimmung ein echter Augenöffner, da vergisst man die Strapazen gerne und weiß mal wieder, warum man das eigentlich macht. Einige Paraglider sehen das genauso und sitzen noch genüsslich in den letzten Sonnenstrahlen (scheint wohl ein beliebtes Fluggelände zu sein).
Die Abfahrt zurück auf der Naturstraße bis zum Asphalt ist natürlich kein Genuss, ab Mayens de Riddes auf Top-Straße aber umso mehr. Da es eine echte Passstraße ist, kann man natürlich auch der Erd-/Schotterstraße, deren Zustand wir nicht beurteilen können, nach Verbier folgen und dann weiter z.B. zum Grand St. Bernard oder die Runde über Martigny zu Ende fahren.
13 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
01:38:39 | 17.06.2017
breis89
Mittlere Zeit
Dolce Vita
02:07:00 | 13.07.2015
metal
Von Roli – Le Châble liegt etwas mehr als fünf Kilometer von der Großen Sankt Bernhard-Route entfernt. In Sembrancher biegt man Richtung Osten ab und folgt den Hinweisen nach Verbier und Mauvoisin. Die Straße führt mäßig ansteigend durchs Tal, um schließlich auf den letzten beiden Kilometern von dem Anstiegsbeginn wieder etwas abzufallen.
In Le Châble fährt man geradeaus bis zum Kreisvekehr und biegt dort links ab, hier beginnt der Anstieg hinauf nach Verbier und weiter zum Col de la Croix de Coeur. Auf breiter Straße geht es sehr gleichmäßig bei rund acht Prozent Steigung bergauf. Bis zur ersten Kehre passiert man das kleine Dorf Cotterg. Dicht folgen auf den nächsten knapp sieben Kilometern weitere zwölf Kehren, die auch bei der Tour de France 2009 befahren wurden. Man passiert die Ortschaften Fontanelle, Médières und Verbier Village. In Verbier Village ist die alte Steinkirche erwähnenswert, die direkt oberhalb einer Linkskehre steht. Wer nicht darüber nachgedacht hat, wo er sich befindet, könnte den Anstieg bis zur Ortstafel Verbier kurzfristig schon mal mit dem wesentlich bekannteren hinauf nach L’Alpe d’Huez verwechseln.
Man folgt der Haupstraße bis zum zentralen Kreisvekehr in Verbier und biegt dort in die Route des Creux direkt den Hang hinauf ab. Die Straße zieht hier deutlich steiler nach oben und wendet sich dann doch am Hang entlang zu einem weiteren Kreisverkehr, bei dem man gleich die erste Ausfahrt nimmt und somit eine weitere Kehre fährt (9,5 km). Die nun Route du Golf genannte Straße zieht langsam aber sicher aus dem Ort hinaus, und einige Schilder machen schließlich auf herumfliegende Golfbälle aufmerksam – wer braucht einen Golfplatz auf nun schon über 1600 m Höhe?
Wenig später erreicht man nach einigen hundert Metern auf neuem Asphalt bei Kilometer 11,4 das Gasthaus Le Carrefour, dessen Name wohl von der dort liegenden Kreuzung stammt. Zum Col de la Croix de Coeur geht es links, hier ist der Pass erstmals ausgeschildert, und es ergibt sich damit die nächste und vorletzte Kehre. Die folgenden zwei Kilometer sind die letzten auf Asphalt, aber mit durchschnittlich 10,5 % wohl auch die steilsten. Zuerst noch im Wald, danach zwischen Wiesen geht es am Hang entlang steil bergauf. Verbier liegt schon tief unten, obwohl man glaubt, die letzten Häuser gerade erst passiert zu haben.
Wenig oberhalb der Abzweigung zur Alp Les Planards endet auf rund 1950 m Höhe der Asphalt, und auf den letzten 2,2 km hat man neben zweistelligen Steigungsprozenten auch den Naturbelag als Gegner. Trotz der zum Teil massiven Regen- und Schneefälle an den Vortagen entpuppte sich dieser im Juli 2009 jedoch als durchaus mit dem Rennrad fahrbar. Kaum ein Staubkorn berührt den teuren Carbonrenner. In der letzten Kehre (14,3 km) finden sich letzte Reste einer Urasphaltierung. Ab hier hat man sowohl den Pass als auch den Grand Combin im Blick – nichts, das den Blick stören würde, außer vielleicht einige Wolken.
Auf den letzten Metern stellen einige Regenabflussrinnen zusätzliche kleine Hindernisse dar, doch wer mit knapp zwölf Prozent Steigung fertig wird, schafft es wohl auch diese zu meistern. Ganz oben am Pass öffnet sich der Blick ins Walliser Haupttal, und man kann im wohl ziemlich neuen Passrestaurant einkehren. Hier steht auch ein Kreuz – vielleicht das namensgebende „Kreuz des Herzens”. Viellicht stammt die Bezeichnung Croix de Coeur einfach nur von der Kreuzung einiger Wege, die heute gerne per MTBs gefahren werden, oben in luftiger Höhe.
Obwohl die Strecke ab Verbier wirklich wunderschön ist und auch die Ausblicke Richtung Grand Combin und Mont Blanc nur durch Wolken getrübt werden können, gibt es für die Hotelsiedlung einen Abzug an Schönheitspunkten. Die Hotels sind hier jedoch im Gegensatz zu den französischen Alpen (etwa in Tignes) gut in die Landschaft eingefügt, und damit entsteht zumindest von oben eher der Eindruck eines verstreuten Bergdorfes.

11 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
Mittlere Zeit
01:22:33 | 19.07.2009
Roli
Dolce Vita
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