Gorges du Guiers Mort (795 m)

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Gorges du Guiers Mort (795 m)

Alpen, Chartreuse, Rhône-Alpes.
Gorges du Guiers Mort .
Von Westen gibt es zwei direkte Zugänge in die Charteuse, und beide führen erfreulicherweise durch Schluchten, die selbstverständlich nach den Flüssen benannt sind, die sich so unglaublich tief in das Gestein gegraben haben. Der südliche ist der Guiers Mort, der nördliche das lebende Gegenstück und ab Les Echelles gibt es nur noch einen Guiers.
Der Gorges du Guiers Mort führt ab St. Laurent du Pont bis La Diat etwas unterhalb von St. Pierre de Chartreuse. Auf ca. 10 km Länge werden lediglich ca. 380 Hm überwunden, so dass keine allzu große Anstrengung nötig ist (und dieser ist sogar der schwerere der beiden).
Beide gorges haben (mehr oder weniger) parallel verlaufende Möglichkeiten, die mit wesentlich mehr Höhenmetern aufwarten und auch ins Zentrum der Chartreuse führen. Beim Guiers Mort ist dies jedoch ein ganz enormer Umweg über den Col de la Charmette mit 1261 m Höhe bis weit hinab Richtung Grenoble und über den Col de Porte wieder bis La Diat, da kommen dann auf vierfacher Distanz mindestens 1600 Höhenmeter zusammen, die man natürlich noch ausdehnen kann.

Ob religiös interessiert oder nicht, bietet dieser Gorges einen diesbezüglich ganz außergewöhnlichen und historisch relevanten Abstecher an: Im oberen Teil zweigt ein Seitental ab, und in diesem ist der so genannte Couvent de la Grande-Chartreuse beheimatet, Mutterkloster des Kartäuserordens, auf deutsch die Große Kartause einschl. Museum. Das bald 1000 Jahre alte, von Bruno von Köln gegründete (jedoch mehrmals zerstörte) Kloster ist jedoch für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Für einen Orden des Schweigens und der Einsamkeit ist diese völlige Abgelegenheit der Chartreuse eine sicher passende Wahl. Über den Kartäuserorden bzw. das Leben der Mönche speziell hier in der Chartreuse gibt es natürlich zahlreiche literarische Werke und einen relativ bekannten Film.

Ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor des Klosters ist übrigens der aktuell in Voiron bei Grenoble gefertigte Likör „Chartreuse grün”, der „Spirituose des Jahres 2007”. Das Rezept ist vielleicht noch geheimer als jenes dieser (durchaus schmackhaften) Zuckerplörre aus den Vereinigten Staaten. Wie sagt diese Pressemitteilung so schön: „Man genießt Chartreuse pur gut gekühlt oder on the rocks nach dem Essen. Als Bestandteil vieler berühmter Cocktails und Longdrinks ist er in jeder Bar vertreten”. Der Autor hat jedoch die Wechselwirkung des Genusses dieses grünen 40–71 %-igen Likörs in Verbindung mit Befahrung der umliegenden und glücklicherweise etwas niedriger prozentigen Pässen nicht im Selbstversuch getestet.
Die alten, leider im Verfall befindlichen Fabrikanlagen (Site industriel de Fourvoirie), kann man übrigens im unteren Teil im Vorbeiradeln ebenfalls bewundern.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Westanfahrt von St. Laurent du Pont9,9 km394 HmSchön: 5 SterneHart: 2 Sterne

Westanfahrt von St. Laurent du Pont  9,9 km / 394 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 2 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westanfahrt von St. Laurent du Pont
In St. Laurent du Pont biegt man nach St. Pierre de Chartreuse ab, und praktisch eben führt die Straße in Richtung der Schlucht. Nach knapp einem Kilometer zweigt dann nach rechts ein kleines Sträßchen ab – dies ist der Beginn der wesentlich anspruchsvolleren route forestière zum Col de la Charmette. Ob man sich vom alten Warnschild „circulation interdite” abhalten lässt, muss jeder selbst entscheiden, die angedrohten 900 Francs Strafe dürften aber heutzutage etwas schwierig zu bezahlen sein. Als Radfahrer ist eine Behelligung seitens der Behörden jedoch mehr als unwahrscheinlich.
Unser Weg führt jedoch flach geradeaus weiter, und recht bald erreicht man die lang gezogenen alten Fabrikgebäude einschließlich interessanter Bewässerungskanäle, die sozusagen den Eingang zur Gorges bilden. Hier beginnt dann bei Kilometer 2 die Straße allmählich merklich anzusteigen und führt durch einen Tunnel und an einem kleinen Zementwerk vorbei weiter, beidseitig flankiert von den steilen Hängen des tief eingeschnitten Tals.
Die nächsten ca. 4 Kilometer führen dann als richtiger Anstieg mit Steigungen auch mal bis knapp an die 10 % und einigen flacheren Stücken nicht übermäßig schwierig weiter hinauf. Die recht humanen Prozente lassen uns dann glücklicherweise ausreichend Zeit, die Fahrt durch den wilden Gorges auch entsprechend zu würdigen. Schön schlängelt sich die Straße die Schlucht hinauf, besonders fast oben mit einigen wilden Felspassagen einschließlich weniger kleiner Tunnel.
Nach diesem sehr schönen Zwischenteil wird es dann eben, und hier zweigt dann der Weg zum Couvent de la Grande-Chartreuse ab (etwa bei Kilometer 7,5 auf 740 m Höhe). Sicher ein lohnender Abstecher, der auch mit einigen steilen Prozenten aufwartet. Der direkte Weg führt jedoch nun fast eben für die letzten paar Höhenmeter aus der Schlucht heraus in die Chartreuse hinein bis La Diat, einem kleinen Weiler unterhalb von St. Pierre.
Hier hat man dann ein wenig die Qual der Wahl: Nach links zum Col du Cucheron oder nach rechts zum Col du Coq oder über den Col de Porte und hinab nach Grenoble. Ein schöner bis hier leichterer Anstieg, der mit den erwähnten Kombinationen aber erheblich an Schwierigkeit gewinnt. Fährt man beispielsweise zum Col du Coq weiter, so sind es schon über 1000 Hm am Stück.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
stb72 Mail an Absenderohne Zeit09.06.2007
stb72 Mail an Absenderohne Zeit15.06.2011
Sonnenschein Mail an Absenderohne Zeit15.06.2011