Passo del Cason di Lanza (1552 m)

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Passo del Cason di Lanza (1552 m)

Alpen, Karnische Alpen, Friaul - Julisch Venetien.
Grob in den fels geschlagener Tunnel.
Der Passo del Cason di Lanza liegt im Norden Friauls und verbindet die Stadt Pontebba im Osten mit dem Dorf Paularo im Westen. Pontebba liegt auf einem alten und noch heute sehr wichtigen Handelsweg: eine Eisenbahn und eine Autobahn verbinden Venedig und Udine mit Villach und Klagenfurt im benachbarten Kärnten. Führt die Eisenbahn heute größtenteils in Tunneln, so hat Pontebba noch seinen Bahnhof, während für die meisten anderen Ortschaften im Tal das Eisenbahnzeitalter definitiv vorbei ist.
In Pontebba beginnt auch die kurze aber steile Südanfahrt zum Naßfeldpass.
Der westliche Ausgangspunkt Paularo liegt im Canale (Tal) d’Incaroio. Die Stadt Tolmezzo liegt 20 km weiter südlich, die Grossstadt Udine weitere 53 km. Paularo ist aus Richtung Westen über die Forcella Luis erreichbar.
Die Straße führt größtenteils knapp südlich der Grenze zu Österreich in den Karnischen Alpen. Bis 1918 lag die Grenze nicht entlang dieser parallel zur Ostanfahrt verlaufenden Bergkette, sondern im Tal selber, so dass bei einem Aufstieg aus Osten mehrmals die Grenze hätte passiert werden müssen, wenn es eine Straße damals überhaupt gegeben hätte! Die Grenze teilte damals auch Pontebba, und das nach Norden und Osten ausdehnende, heute teilweise noch deutschsprachige Kanaltal samt Tarvis war österreichisches Hoheitsgebiet.
Diese Straße ähnelt anderen einstigen Militärstraßen Friauls wie zum Beispiel dem Monte Crostis, Monte Arvenis oder Monte Zoncolàn: für den motorisierten Verkehr gibt es etliche Begrenzungen bezüglich Gewicht, Höhe und Breite. Bei dieser Straße gibt es auch für Radler ein paar Schwierigkeiten. Sie ist recht schmal, auf der gesamten Westanfahrt sowie der untere Ostanfahrt sehr einfach asphaltiert, teilweise sehr steil, und hat viele Wasserrinnen, die sich zum Einfädeln von schmalen Rädern bestens eignen...
Diese Straße in den wilden Bergen des Friaul bietet ein ganz besonderes Erlebnis. Aus Westen fällt der Höhengewinn sehr unterschiedlich aus, mit zum Teil beträchtlichen Steigungszahlen (bis 18%). Als Aufstieg wäre die Ostseite im unteren Bereich recht einfach. Die zweite Hälfte dagegen dürfte insbesondere für Radler mit nur zwei Kränzen vorne ein ziemlich brutales Unterfangen sein, denn hohe Steigungsprozente werden über recht lange Distanzen beibehalten.
Der Cason di Lanza ist zwar eher uninteressant für Radler, die die berühmten Pässe der Alpen suchen, für abenteuerhungrige Radfahrer aber ein richtiger Leckerbissen: kaum Menschen, einfache Trassierung, und ein bisschen Gefahr. Was will man doch mehr?
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Westrampe ab Paularo15,4 km1088 HmSchön: 3 SterneHart: 4 Sterne
Ostrampe ab Pontebba15,7 km991 HmSchön: 3 SterneHart: 4 Sterne

Westrampe ab Paularo  15,4 km / 1088 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westrampe ab Paularo
Der Aufstieg beginnt im nicht sonderlich interessanten Ort Paularo auf 648 m Höhe. Von Süden kommend folgt man dem Wegweiser nach Piani di Lanza nach rechts. Vorerst gewinnt man gut an Höhe und befindet sich bald oberhalb der Ortschaft. Nun geht es nach links und zunächst eine kurze, dann noch eine weitere, deutlich längere Abfahrt hinab. Man verliert hier ein Drittel der gewonnenen Höhe.
Nun geht es aufwärts, und ein tolles Straßenstück beginnt. Die Steigung ist giftig, aber zumindest konstant. Man befindet sich auf einer schmalen, nicht ausgebauten, alten Alpenstraße, die teilweise in den Fels gehauen und mit einfachen Tunneln versehen ist. Die Stahlabsicherungen am Hang sind oft stark beschädigt oder sogar vom Steinschlag oder von Lawinen in die Tiefe mitgerissen worden.
Auf 1102 m Höhe biegt eine Schotterpiste nach rechts ab; sie führt bis zu einem Bergrestaurant auf über 2000 m. Unsere Auffahrt geht hier in eine Abfahrt über, welche über 2 km andauert und mehr als 100 Höhenmeter kostet. Auf 971 m überquert man eine Brücke, kurz nach der ein Schottersträßchen nach links abbiegt. Hier können Mountainbiker nach Österreich fahren.
Von hier bis zum Pass müssen nun fast 600 Höhenmeter gewonnen werden. Zur Verfügung stehen lediglich 6 km, und der letzte Kilometer vor der Passhöhe verläuft fast steigungsfrei. Anders gesagt: die Straße muss noch viel Höhe gewinnen. Die erste steile Rampe folgt, dann die zweite. Für mich wurde die dritte nach einem langen Tag zu einer richtigen Härteprobe – die Straße führt endlos nach vorne bei sicher über 15 % Steigung.
Nach 14,5 km ist die Sache im Prinzip bereits zu Ende. Wie auf dem Pragelpass folgt ein lockeres auf und ab bis zur Passhöhe. Ein Passschild sucht man vergebens; es gibt lediglich einen Bauernhof.
Eigentlich ist die Auffahrt wegen der einfachen Trassierung der Straße und des menschenleeren Gebiets recht interessant, wenn nicht atemberaubend, und bot noch Ende Oktober einen sehr hübschen herbstlichen Eindruck. In Erinnerung bleibt dem Autor aber vor allem der Regen...
Die Ostanfahrt wurde erst 2004 einigermaßen durchgehend asphaltiert. Wahrscheinlich wegen der Gewichtsbegrenzung von 3,5 Tonnen und dem spärlichen Verkehr war sie im Herbst 2006 weiterhin in bestem Zustand. Allerdings spürt man hier bei einer Abfahrt eindeutig Gefahr. Um zu verhindern, dass das Vorderrad in den Wasserrinnen stecken bleibt, muss man sie unbedingt quer befahren (dies gilt auch für die Westseite als Abfahrt). Im oberen Bereich folgt außerdem eine Passage mit ganz schön hohem Gefälle und engen Spitzkehren. Bei einer der Kehren gibt es weder Absicherung durch Leitplanken hinter der Kurve. Fährt man hier über die Kurve hinaus, so ist ein Sturz in die Tiefe garantiert – mit gravierenden Folgen! Da und dort wird die Straße auch bei mäßigem Regen von Geröll überspült, so dass man eventuell gezwungen wird abzusteigen.
7 km vor Pontebba überquert man den Fluss zwei Mal. Von hier bis zum Ende ist die Straße einfach zu fahren, wenn auch teilweise nur in mäßigem Zustand.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
KurtHelga Mail an Absenderohne Zeit11.09.1999
Radtourist Mail an Absenderohne Zeit10.07.2008
escargot Mail an Absenderohne Zeit21.07.2011
Flugrad Mail an Absenderohne Zeit23.07.2011
Bergziegenmutant Mail an Absenderohne Zeit23.07.2011

Ostrampe ab Pontebba  15,7 km / 991 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Ostrampe ab Pontebba
Die Papierdaten (ca. 15 km und 1000 Hm) der Ostanfahrt ab Pontebba sagen nichts über den tatsächlichen Schwierigkeitsgrad aus, mit dem man hier konfrontiert wird.
Von Norden kommend biegt man in Ortsmitte von Pontebba nach Einnehmen einer letzten Stärkung rechts ab und nimmt am Ortsende an einer Straßengabelung die rechte Spur. Das schmale Sträßlein, das über den gesamten Verlauf bis kurz unter der Passhöhe in passablem Zustand ist (ganz oben ein paar tiefe Trichter in der Abfahrtsspur), führt flach ansteigend am Bach entlang, man durchquert einige Weiler und passiert diverse Anwesen. Der Anstieg ist so gering, dass man kilometerlang verführt ist, die Pass-Straße in verschärftem Tempo hochzuheizen. Auf Autos trifft man selten, sogar die Anzahl der Motorräder hielt sich sehr in Grenzen.
Man denkt an nichts Böses und will nur noch schnell auf nunmehr etwa 800 Metern Höhe ein Foto von diesen beiden entzückenden Bergbauernhöfen machen, als der Hammer runtergeht. Unvermittelt steigt die Straße nun steil an und windet sich entlang der Nordflanke des Bachtales in Serpentinen nach oben. 15 Prozent werden nun für einige Zeit nicht mehr unterschritten, streckenweise werden 20 Prozent erreicht, an einer kurzen Rampe meldet mein Garmin 28 Prozent! Auch wenn diese Passage kurz ist, kommt hier unweigerlich der Punkt, an dem man erneut die Sinnfrage stellt. Umso mehr, wenn das kleine Gepäck für eine Tourenwoche brutal nach rückwärts zieht und das Vorderrad anfängt leicht zu werden.
Auf ca. 1200 m Höhe wird es leichter, und es folgt eine Flachpassage mit keiner bis wenig Steigung. Diese sollte man unbedingt zum Trinken und Regenerieren nutzen, da es vor der Passhöhe noch mal anzieht, und hier wieder 15 Prozent getreten werden müssen.
Auf der Passhöhe steht die bewirtschaftete Malga (Almhütte) Cason di Lanza, ein Pass-Schild für den Fototermin jedoch fehlt (zumindest im September 2011).
In meiner privaten „Schweinepass“"-Liste ordne ich diesen Pass mit schwerer als Mortirolo, jedoch leichter als Telegrafo ein.
Für die Beschreibung danken wir christoph Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
immernizza Mail an Absenderohne Zeit21.08.1998
hdoerschlag Mail an Absenderohne Zeit08.08.2010
standlicht Mail an Absenderohne Zeit29.06.2011
christoph Mail an Absenderohne Zeit10.09.2011