Monte Zoncolan (1740 m)

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Monte Zoncolan (1740 m)

Alpen, Friaul - Julisch Venetien.
Der dritte der drei alten Tunnel. Alle sind im 2005 ungeteert.
Der Monte Zoncolàn, eine wie der Mont Ventoux über einen Berg führende Passstraße, liegt in der wilden nordost-italienischen Region Friaul, südlich des Plöckenpasses. Die Straße verbindet Ovaro im Westen mit Sutrio im Osten. Gebaut wie einige anderen Straßen der Region während des ersten Weltkriegs, versank sie nachher in die Bedeutungslosigkeit, da nur wenige Kilometer nördlich von ihr eine 800 m tiefer liegende, parallel verlaufende Verbindung über die Sella Valcalda besteht.
Die östliche Seite wurde leider in den letzten Jahren als hässliches Skigebiet entwickelt.
Unterkunft gibt es (vielleicht) in Comegliàns nördlich von Ovaro, aber in Sutrio sind mindestens zwei Gasthäuser und auch ein spürbar größeres Interesse an Tourismus. Die Region bietet auch andere tolle Straßen wie z.B. die Panoramica delle Vette nahe Comegliàns oder den Passo del Cason di Lanza östlich von Sutrio.
Zwei der drei Auffahrten gehören zu jener exklusiven Gruppe von Alpenpässen mit einer Durchschnittssteigung von über 10 %: es handelt sich um die Auffahrt aus Ovaro (11,5 %) sowie jene aus Priola (12,8 %).
Im Jahr 2003 wurde der Monte Zoncolàn erstmals vom Giro d'Italia besucht, als die Ostanfahrt den Schlussanstieg der zwölften Etappe bildete. Zwar fuhren die Fahrer auf der neuen Straße, aber für die letzten vier Kilometer gibt es nur die alte: Bei 23 % Steigung kam selbst der Etappensieger Simoni beinahe zum Stillstand. Er durfte sich jedoch freuen, denn die damals noch nicht geteerte alte Ostauffahrt sowie die Westauffahrt sind um einiges härter...
2007 folgte die erste Giro-Auffahrt aus Ovaro. Wieder gewann Simoni auf einer Straße, die neu asphaltiert wurde: Nun sind die Tunnel beleuchtet, und einige Ausweichplätze wurden angelegt.

Rennradfahrern, denen selbst die Westauffahrt des Monte Zoncolàn nicht genügt, stehen praktisch keine anderen Möglichkeiten im Alpenraum offen. Der kompromissarme Passo del Telégrafo am Gardasee ist im Kernbereich ähnlich steil, hat aber schließlich einen tieferen Steigungsdurchschnitt, während die nur auf kurzen Abschnitten seltsam steile Alpe Rossombolmo im oberen Bereich sich 2006 in einem kaum rennradtauglichen Zustand präsentierte. Noch ein wenig härter müsste die Auffahrt bei Domodossola auf die Alpe Fuori sein, wie auch wohl die Horrorstraße Alte Jenesier nach dem Gasthaus Edelweiß. Die bekannteren Steilstraßen wie Pragelpass und Passo del Mortirolo dagegen liegen in einer klar einfacheren Klasse.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Westanfahrt ab Ovaro10,2 km1225 HmSchön: 3 SterneHart: 5 Sterne
Ostanfahrt ab Sutrio (neu-alt)14 km1190 HmSchön: 2 SterneHart: 4 Sterne
Ostanfahrt ab Priola (bei Sutrio) (alt-alt)8,9 km1190 HmSchön: 3 SterneHart: 5 Sterne

Westanfahrt ab Ovaro  10,2 km / 1225 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westanfahrt ab Ovaro
Der Ausgangspunkt der Westanfahrt liegt genau 70 Kilometer nördlich von Udine, im Val Gorto. Man biegt rechts ab in der sonst nicht sehr interessanten Ortschaft Ovaro: der Weg ist ausgeschildert (siehe Foto).
Zuerst schlängelt die Straße sanft durch die Ortschaft und gewinnt nur leicht an Höhe. Aber schon am Ende des Dorfs bekommt der Fahrer eine Ahnung von dem, was auf ihn wartet. Es geht steil bergauf bei deutlich über 10 %. Vor der Ortschaft Liariis flacht sie wieder ab: Man biegt nach rechts, die Steigung geht auf null zurück, hier beginnt offiziell die „Strada al Zoncolan 8,5 km“.
Hier hat man eine letzte Chance, sich auf die folgenden Kilometer vorzubereiten (Essen, Flüssigkeit usw.): der Weg wird schmaler, drei Meter breit, der Asphalt rauer. Noch ein bisschen weiter sieht man die erste Rampe vor sich, sie steigt steil an und verschwindet im dichten Wald...
Von den nächsten sechs Kilometern ab hier bleiben nur ein paar Fragmente in Erinnerung. Denn auf beispiellose Art werden 900 Höhenmeter gewonnen, ein Durchschnitt von 15 %!
Der Beginn sieht nicht so steil aus. Es warnt ein sehr altes Schild vor 13 % Steigung (es stellt sich nachher heraus, dass die Zahl für die gesamten letzten acht Kilometer gilt!). Dieser Fahrer geht deshalb in die Offensive, verlässt den Sattel, wählt den zweiten Gang, der drei Tage zuvor auf dem Nigerpass reichte. Aber schon nach hundert Metern geht es nur sitzend weiter. Und bald geht es nur noch im ersten von dreißig Gängen. Die Rampe ist nicht unbefahrbar, scheint aber endlos zu sein. Der Asphalt ist schon in die Jahre gekommen und von Frost aufgespalten.
Endlich kommt eine Linkskurve in Sicht. Die Straße flacht etwas ab, der Fahrer geht auf Minimalgeschwindigkeit zurück, damit das Flachstück möglichst lange dauert und der Puls nach unten kommt. Aber schon in der folgenden Kurve folgt der Rückschlag: Gerade danach steigt die Straße wieder wild an. Und hier wird auch klar, dass dieser Anstieg den Kampf mit einer ganz anderen Art von Bergstraße bedeutet.
Und so fährt man in eine Art Tunnel. Man sieht, hört, spürt nichts mehr. Ab und zu öffnet sich der Wald, aber man ist voll mit dem Fahren beschäftigt.
Tiefpunkt eins (4 km ab Ovaro). Eine Horrorrampe, die bis in die schon lang ersehnte Kurve dauert und diesmal nicht richtig nachlässt. Dann sofort wieder steil, noch steiler. Der Wunsch abzusteigen ist groß, das Vorderrad wird unruhig. Der Fahrer beginnt sich immer weiter vorne zu lehnen (ein ganzer Kilometer bei 19 %). Dann zum Glück die Erleichterung: es folgt eine Rechtskurve, und nach ihr bleibt die Steigung bei 10 %. Kurz danach eine Linkskurve, und endlich geht die Steigung vorübergehend auf 0 % zurück. Hier gibt es erstmals die Möglichkeit, den Durst zu stillen: eine Möglichkeit, von der man Gebrauch machen sollte...
Tiefpunkt zwei (6 km ab Ovaro). Wieder mörderisch steil biegt die Straße nach rechts. Die Steigung geht wieder auf über 15 % hinauf, der Asphalt ist ziemlich kaputt und splittbedeckt. Der Schweiß fließt ununterbrochen, obwohl die Temperatur nur zehn Grad beträgt, das Herz schlägt dreimal pro Sekunde. Und dann nimmt die Steigung noch mehr zu, einen halben Kilometer bei über 20 %, Spitze 23 %. Das vordere Rad ist sitzend nicht mehr zu kontrollieren, also bleibt mir nichts anderes übrig, als den Sattel zu verlassen, und zu hoffen, dass das Herz dies erträgt. Knapp überlebt sehe ich wieder sitzend die Geschwindigkeit, nur noch 4,2 Stundenkilometer. Zu Fuß wäre auch nicht langsamer.
Endlich folgt eine längere Flachpassage, so dass ich ohne anzuhalten ein paar Aufnahmen machen kann. Man könnte bis ins Tal herunterschauen, aber der Berg ist leider in den Wolken. Vorne kündigt sich die nächste Rampe an, die man von der Seite sieht. An einer aus horizontal gelegten Steinen bestehenden Stützmauer sieht man genau, wie schrecklich steil die Straße ist.
Nach dieser Rampe folgt ein Bogen nach links, dann ein Tunnel, der trotz Versiegelung nass breit und sehr schmutzig ist, noch dazu unbeleuchtet und ohne Belag. Es folgt ein zweiter Tunnel, in dem man die linke Seite eher vermeiden sollte, dann ein dritter und letzter vor einer Serie von Serpentinen, in denen der Belag wechselt: auf nagelneu. Auch wenn sie wieder sehr steil sind, weiß man doch, dass einem nun nichts mehr passieren kann, denn wir sind kurz vor dem Ziel.
Auf dem Berg ist praktisch nichts außer einem Kehrplatz. Eine asphaltierte Straße biegt nach rechts zu einer Seilbahnstation, geradeaus führt eine asphaltierte Straße die Ostanfahrt hinab. Sie beginnt flach, aber kurz danach uberschreitet das Gefälle die 20 % Marke. Im Oktober 2005 war sie wegen Bauarbeiten schmutzig und bot akute Sturzgefahr.
Nach vier Kilometern Abfahrt beginnt die neue Straße und eine herrlich schnelle Abfahrt bis Sutrio.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Nad Mail an Absender1 h 02 m 08 s02.09.2009
Mittlere Zeit: Fe_der_Bergfloh Mail an Absender1 h 18 m 00 s17.05.2011
Langsamste Zeit: 1 h 34 m 00 s12.09.2009

Ostanfahrt ab Sutrio (neu-alt)  14 km / 1190 Hm Schön: 2 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Ostanfahrt ab Sutrio (neu-alt)
Die neue Straße beginnt als Abzweig der Hauptstraße „52 bis“, welche von Udine über Tolmezzo weiter zum Plöckenpass führt. Der neue Teil der Ostanfahrt misst knapp über 10 Kilometer, ist breit und in neuerem Zustand, und ohne enge Serpentinen eignet sie sich hervorragend als Abfahrt. Nur da und dort geht die Steigung über 10 %, ansonsten ist die Straße nicht schwer zu fahren.
Nach den zehn Kilometern führt die neue Straße auf die von links kommende alte Straße und wird augenblicklich schmaler, und die erste der vier steilen Rampen kündigt sich an...
Wegen diesen Steilstücken verdient auch dieser Weg fünf Sterne: wer aber die doch nicht so langen Rampen meistern kann, findet hier den einfacheren der drei Wege zum Zoncolàn.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.Pritzi Mail an Absender1 h 22 m 00 s22.09.2007
Mathias_Trebgast Mail an Absenderohne Zeit30.05.2007
RitzelWürger Mail an Absenderohne Zeit15.07.2011
Maitre Pips Mail an Absenderohne Zeit20.08.2004

Ostanfahrt ab Priola (bei Sutrio) (alt-alt)  8,9 km / 1190 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Ostanfahrt ab Priola (bei Sutrio) (alt-alt)
Insgesamt hat die alte Straße ab Priola eine Länge von 8,9 Kilometern, wobei sie nach etwa 5,7 Kilometern und ca. 750 Höhenmetern auf die neue Straße trifft.
Bei der alten Straße heißt das erste Hindernis, sie überhaupt zu finden. Angenommen, dass es auch im Jahr 2006 keine Straßenschilder gibt, geht man folgendermaßen vor:
Von Sutrio wählt man nicht die neue Straße, sondern fährt nach Süden zum Dörfchen Priola, in dem es nach rechts zum Monte Zoncolàn geht. Nachdem man das Dorf hinter sich hat, sollte man links der Straße ein großes weißes Kreuz sehen. Dann hat man die richtige Straße gewählt.
Lange waren nur die ersten zwei Kilometer geteert: seit Oktober 2005 sind es aber auch die restlichen vier Kilometer. Die Steigung geht schon nach der Dorfausfahrt auf 15% hinauf, und ähnlich wie auf der Westseite gehts weiter. Allerdings ist der Belag hier (noch) in wesentlich schlechterem Zustand als auf der Westseite: insbesondere wegen des Splits war die Weiterfahrt zeitweise kaum möglich. Danach verbessert sich der Belag, und trotz der oft hohen Steigungen wird die Weiterfahrt deswegen etwas einfacher, aber immer noch anstrengend genug: insbesondere bei einer kleinen Brücke übertrifft die Steigung ganz sicher kurz die zwanzig Prozent-Marke. Sonst gibt es im Gegensatz zu der Westanfahrt einzelne flachere Passagen, welche dem Fahrer die Gelegenheit geben, sich etwas zu erholen.
Wie an der Westseite herrscht auch hier meist geschlossener Wald, und somit ist von der Landschaft nicht viel zu erwarten.
Nachdem man nach sechs Kilometern die neue Straße erreicht, führt sie weiter zuerst flach. Danach müssen auf der nun wieder drei Meter breiten Straße vier Rampen überwunden werden. Die erste und zweite sind steil genug, aber die dritte erreicht 22 %. Mit dem letzten Kilometer vor dem Pass beginnt die vierte Rampe. In Erinnerung bleibt bei dieser bis 23 % steilen Rampe etwas seltsames: Um sie zu überwinden, waren alle Muskeln gefragt: Muskeln, die man beim Radfahren sonst nie braucht (wer hatte je einen Krampf in den Zehen??)
Mit noch vierhundert Metern bis zum Ziel geht die Steigung weit zurück, und der Fahrer kann wieder sitzen, oder danach den Sattel wieder verlassen, um „heldenhaft“ ins Ziel zu kommen...
Auch die alte Ostanfahrt des Monte Zoncolàn ist extrem anstrengend. Zwar gibt es mindestens zwei Rampen, welche auch die Steigungen der Westseite übertreffen, aber insbesondere wegen neuem Asphalt und vor allem häufiger auftretenden Flachstücken ist sie schließlich die knapp einfachere der zwei Seiten.
Der Monte Zoncolàn. Insbesondere das sechs Kilometer lange, übersteile Teilstück der Westanfahrt bietet eine beispiellose Herausforderung für jeden Fahrer. Mit zwei Kränzen vorne ist sie kaum zu bezwingen, aber auch mit drei Kränzen wurde der Autor an das absolute Limit gebracht. Nur die Entschlossenheit, auf gar keinen Fall abzusteigen, half ihm, den Berg schließlich zu bezwingen.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
hdoerschlag Mail an Absenderohne Zeit23.05.2010
christoph Mail an Absenderohne Zeit11.09.2011