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Port de Cabús (2305 m) Coll de la Botella

Die Traverse vom Paß her gesehen.

Auffahrten

Von AP – Auch der Weg zum Port de Cabús beginnt eher ungemütlich in Andorra la Vella an der Caldea. Für die ersten Kilometer genügt der Verweis auf die Allgemeinbeschreibung Andorras, speziell der Teil mit der Überschrift „Der Horror“.
In La Massana passiert man den Abzweig nach Ordino (siehe die Beschreibung von Ordino-Arcalis. Hinter La Massana steigt die Straße in Richtung Erts gemächlich am Riu d’Arinsal entlang an. Um Kilometer 7 herum erreicht man einen Verkehrskreisel mit einer winzigen romanischen Kirche, die dort etwas verloren zwischen einigen Neubauten ihr Dasein fristet, und hält sich links in Richtung Pal. Geradeaus würde man über das Dorf Arinsal zur gleichnamigen Skistation gelangen.
Hinter dem Kreisel fährt man auf einer anfangs noch sehr breiten Straße nach Südwesten durch ein enges Tal, in dem der Riu de Pal herab rauscht. Auf halbem Weg nach Pal kommt man an einem sehr gemütlichen Dorf namens Xixerella vorbei, was den Eindruck macht, Garant für einen beschaulichen Urlaub zu sein. Die Steigung der Straße nimmt auf diesem Wegstück kontinuierlich zu, bis sie bei einem Kilometerschnitt von 8 % angekommen ist.
Vor Pal, was um Kilometer 10 herum in Sicht kommt, verbreitert sich das Tal zu einem nicht allzu umfangreichen Kessel. Nach Nordwesten hin kann man den Verlauf der Straße zum Port de Cabús weit oben am Berghang erahnen. Pal selbst hat einen urigen kleinen Dorfkern, aber die Bauindustrie, die vom Tourismus angeheizt wird, wetzt auch dort ihre Krallen, wie die Baukräne um die Dorfmitte herum beweisen.
Hinter Pal steigt die Straße über ein paar Kurven und Kehren auch mal mit Rampen von um die 10 % an. Von der Streckenführung her ist dieser Abschnitt bis zum Abzweig der Straße zur Skistation Pal nach etwas mehr als 13 km der abwechslungsreichste der ganzen Auffahrt. Weiter oben dominieren dann wieder die langen Geraden.
Hinter dem Abzweig zur Skistation biegt die Straße nach Nordwesten und führt über einige Kilometer an der bewaldeten Nordostflanke des Alt de Cubil (2364 m) entlang. Die Breite der Straße suggeriert dabei einen niedrigeren Steigungsdurchschnitt als die tatsächlich vorhandenen 8 %. Wie schon angedeutet, geht es über lange Geraden und hin und wieder langezogene Kurven nach oben. Allerdings kommt keine Langeweile auf, da der Wald nicht allzu dicht um die Straße herum steht und fantastisch weite Ausblicke über das Tal von Pal und die andorranische Bergwelt dahinter geboten werden. Auf die nahe Skistation deuten einige Lifte und Schneisen im Wald hin; diese Anlagen werden im Sommer von Downhill-Mountainbikern genutzt.
Auf dem achtzehnten Kilometer erreicht man den Col de la Botella auf etwa 2070 m Höhe. Als Pass nimmt man diese Stelle nicht wahr, weil die Straße zum Port de Cabús nicht abfällt. Allerdings ist man dort auf einem Bergkamm unterwegs, der vom Alt de Cubil bis zum Alt de la Capa (2572 m), den man an jener Stelle genau vor sich sieht, nach Norden reicht. Auf diesen Bergkamm führt von Westen her eine Piste aus dem Tal der Bordes de Setúria hoch, das zum Teil zu Andorra und zum Teil zu Spanien gehört. Diese Piste macht den Bergkamm zum Pass. Das Tal kann man aber auch auf einem wesentlich weniger beschwerlichen Weg aufsuchen, nämlich über die Straße von Aixovall – südlich von Andorra la Vella gelegen – nach Os de Civís. Der Name Bordes de Setúria selbst ist der Name des Weilers, der am oberen Ende des Tals steht.
Hinter dem Col de la Botella geht die Steigung zurück, und es öffnet sich ein grandios weiter Blick. Im Westen ist der Port de Cabús zu sehen. Bis zu ihm hin führt die Straße in einer langen Traverse an einem offenen Berghang entlang, der das Tal der Bordes de Setúria abschließt. Der Berghang selbst reicht hoch zu drei Gipfeln, nämlich dem schon erwähnten Alt de la Capa, dem Pic de Port Negre (2569 m Höhe) und dem Cap de l’Ovella (2542 m). An der Ostflanke des Pic de Port Negre führen übrigens einige von der Skistation Arinsal ausgehende Skilifte hinauf; so klein ist die Welt im allgemeinen und Andorra im besonderen.
Dieser Schlußteil ist Gänsehaut-Radfahren, wie es schöner kaum noch geht. Man ist umgeben von einer mächtigen, schier endlosen Weite. Die Steigung auf den Schlußkilometern nimmt man nicht wahr, da man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Die Szenerie weckt Assoziationen an ein riesiges antikes Theater. Epidauros hoch zehn, möchte man meinen. Der Berghang wäre dann die Zuschauertribüne und der Weiler ganz weit unten die Orchestra. Man durchmisst das ausgebreitete Rund der Tribüne und glaubt, abheben zu können und über den Talkessel zu fliegen.
Zurück zu profaneren Dingen: Der Port de Cabús liegt zwischen dem Cap de l’Ovella im Norden und dem Pic de la Bassera (2692 m) im Süden. Auf der Passhöhe sind im Sommer mehr Leute anzutreffen, als man auf einem so abgelegenen Fleckchen Erde erwartet. Bei den meisten Besuchern hat man aber den Eindruck, dass sie nicht so richtig wüssten, was sie dort oben eigentlich suchen. Sie genießen für ein paar Minuten den Blick auf die Berge und setzen sich wieder in ihre Autos. Und unsereins schwingt sich auf den Renner und fliegt zum Coll de la Botella zurück...

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02:19:38 | 21.07.2007
gyorgyigabor
Dolce Vita
Diese Beschreibung ist ganz frisch bei uns eingegangen und befindet sich noch nicht in Redaktion. Der Beitrag wird noch redigiert.
Die katalanische Seite ist nur bis irgendwo vor Tor asphaltiert und definitiv regulär nicht rennradtauglich. Man kann sie fahren, wie wir auf der dritten Etappe unserer Pyrenäenreise 2014 gezeigt haben (Bericht).
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