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Schneeweiderhof (490 m)

Schneeweiderhof nach Norden.

Auffahrten

Von bruchpilot – Im Vergleich mit bekannteren Pfälzer „Bergriesen“ wie der Kalmit oder dem Donnersberg wirken die Dimensionen geradezu verspielt. Keine 3 km Fahrstrecke, bei gerade mal 220 m Höhendifferenz – macht knapp 7,5 % Durchschnittssteigung. Die Betonung liegt jedoch auf Durchschnitt, und der Großteil der Aspiranten kommt ja wie gesagt auch nicht wegen diesem Anstieg allein. Er ist vielmehr ein Baustein bei der beliebten Potzberg-Runde, welche von Kaiserslautern gefahren mit rund 90 km und mindestens 1000 Hm zu Buche schlägt. Das Warmmachen besorgen rund 20 km Bundesstraße durch das flache Lautertal und die gut 2 km lange, schnurgerade, aber mit etwa 6 % noch gemütlich zu nennende Rampe hinauf nach Rothselberg. Bei der leicht holprigen Abfahrt von dort nach Eßweiler wird nach einem Waldstück für einen Augenblick der Blick frei auf den Bornberg und das Sträßchen, das sich zu ihm hinaufzieht. Und genau da gehts jetzt hoch!
Durchgerüttelt in Eßweiler angekommen, biegt man links in Richtung Jettenbach/Landstuhl ab, doch keine 200 m später weist bereits ein an die Stützmauer der Straße geschraubtes Schild wieder nach rechts zu unserem Ziel hin. Zwei kurze Spitzkehren aus dem Dorf heraus und dann ohne übertriebene Schnörkel auf exzellentem Asphalt weiter durch baum- und strauchlose Bergfelder zum Waldrand empor. Obwohl die Steigung die 10 %-Marke nur wenig überschreiten dürfte, handelt es sich um 1200 Meter harte Pfälzer Radsportrealität. Anhand der nackten Zahlen ist das nicht leicht zu erklären… Möglicherweise liegt es an der Optik dieser Rampe, an der hier oft herrschenden Hitze, wahlweise auch an der Windausgesetztheit – richtig locker herunterspulen konnte der Autor diesen Abschnitt bei seinen Befahrungen jedenfalls noch nie. Da ist es ganz gut, dass kurz nach der scharfen Linkskurve und mit dem Eintritt in den Wald das Schlimmste schon überstanden ist und die Steigung auf gemütliche 4 % nachlässt.
Es folgt etwas Geschlängel am Berghang aufwärts (eine Pipeline-Trasse eröffnet unterwegs einen schönen Ausblick auf das Landstuhler Bruch und die Sickinger Höhe), dann erreicht man die Wiesen und die Häuser des Schneeweiderhofs. Einige kurze Schlenker im 8 %-Bereich führen zum Scheitelpunkt der Straße auf 490 m Höhe. Nach dem vorangegangenen Erholungsstück sicher kein Problem mehr.
Trotz der Giftigkeit des Anstiegs wird wohl dennoch jeder begeistert von ihm zurückkehren, denn die nun folgende Abfahrt gehört bestimmt zum schönsten was die Pfalz an Landschaftsbildern zu bieten hat. Nachdem man das Hochplateau zwischen dem Born- und dem Hermannsberg überquert hat, leitet eine kurvige Passage durch den Wald hinaus auf einen freien Bergrücken. Insgesamt rollt man fast 4 km mit ungehindertem 180-Grad-Blick aus den „Bergen“ hinunter in die sanfteren Gefilde des Glantals. Besonders empfehlenswert zur Zeit der Rapsblüte oder an einem sonnigen Spätherbsttag. Die Sicht reicht weit über das buckelige Land und wird erst von den lang gestreckten Waldkämmen des Hunsrücks begrenzt. Rechterhand erblickt man die imposanten Steilhänge des Königsberges, einem schönen MTB-Revier.
Ein bisschen Konzentration auf die Straße schadet allerdings nicht, denn urplötzlich wird man von einem Vorfahrt-Achten-Schild ausgebremst. Hier muss man sich entscheiden: Entweder nach rechts, in weiteren 80 Hm kurviger Abfahrt durch die Streuobstwiesen nach Hinzweiler und Rückkehr nach Eßweiler durch das wunderschöne Talbachtal mit der kleinen Sprengelburg. Oder nach links, ebenfalls in unterhaltsamer Abfahrt nach Horschbach, von wo man über Welchweiler und einen Zwischenanstieg von rund 150 Hm Altenglan und Mühlbach erreichen könnte. Denn dort wartet der Nordaufstieg zum Potzberg, dem „König des Westrichs“ – noch mal 360 Hm der schärferen Sorte.

25 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:09:13 | 02.08.2009
wemsa
Mittlere Zeit
00:10:26 | 12.06.2011
Sprengmeister
Dolce Vita
00:13:00 | 27.06.2009
micha77
Von bruchpilot – Denen, die eben nicht so fit sind (soll vorkommen) oder gerade keinen Bock auf die harten Sachen haben, kann die deutlich sanftere Nordrampe empfohlen werden. Startpunkte hierfür sind entweder das Dörfchen Hinzweiler im Talbachtal oder das noch kleinere Horschbach im benachbarten gleichnamigen Tal. Die Anfahrt ist noch komplizierter als für die Südrampe… von Kaiserslautern am schnellsten über das Lautertal, Wolfstein, Reckweilerhof und Aschbach. Von Norden auf der Glantal-Route (B420) nach Offenbach-Hundheim oder Glanbrücken und von hier jeweils nach Süden zu einem der genannten Ausgangspunkte.
Wir befinden uns zwar nicht am A… der Welt, aber man kann ihn von hier aus bereits sehen. Hinzweiler und Horschbach (beide auf ca. 210 m) sind nicht gerade Perlen unter den nordwestpfälzischen Bauerndörfern. In Hinzweiler ein hübsches romanisches Kirchlein umgeben von alten Bäumen… der Rest ein trauriger Wirrwarr von verwahrlosten, HORNBACH-geschändeten oder leer stehenden Häusern und ehemaligen Gehöften. Die Ortsdurchfahrt rangiert in der Kategorie „Schlechtester Fahrbahnbelag der Pfalz“ unter den Top Ten (2009).

Von der Ortsmitte rattern wir leicht ansteigend in Richtung Oberweiler/Rothselberg, bis nach wenigen hundert Metern der Abzweig nach Horschbach, Altenglan und zur Müllddeponie erreicht ist (exakt auf 218 m). Zu letzterer geht es jetzt empor, doch nicht abschrecken lassen… sie liegt so gut hinter den alten Steinbrüchen versteckt, dass weder Auge noch Nase beleidigt werden!
Ein windungsreiches Sträßchen mit gutem Belag führt mit 6 % Steigung genau 1 km hinauf zur Abzweigung zum Schneeweiderhof. Alte Apfel- und Birnbäume säumen den Weg – zur Blütezeit im Frühjahr eine Augenweide. Wir halten uns links und kurbeln bei weiterhin angenehmen Steigungswerten zwischen 4 und 6 % durch Felder und Weiden auf die markante, waldbedeckte Kuppe des Hermannsberges zu. Der Blick nach links über das Talbachtal zu den Steilhängen des Königsberges ist schön und eindrucksvoll zugleich. Schnell ist so der Waldrand erreicht, wo das lockere Leben dann doch nochmal von einem 600 m langen Abschnitt mit knapp 10 % unterbrochen wird. Mit dem Austritt aus dem Wald ist aber auch schon das Gipfelplateau zwischen Hermanns- und Bornberg erreicht. Fast eben geht es vorbei an der neuen Photovoltaikanlage der Pfalzwerke hinüber zur alten Steinbrecher-Mietskaserne und in einem letzten Durchdrückerhügel zur unscheinbaren Passhöhe. Die Abfahrt hinunter nach Eßweiler ist kurvig, rasant und im unteren Teil ebenfalls sehr aussichtsreich.
Insgesamt hat auch die Nord-Süd-Kombination ihre drei Schönheitssterne verdient. Bei der Härtewertung wären streng genommen nur 1,5 Sterne angebracht. Da aber immerhin fast 300 Höhenmeter zusammenkommen und die magischen 10 % zumindest tangiert werden, runden wir gnädig auf zwei Sterne auf.

6 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
Mittlere Zeit
00:16:40 | 02.08.2009
wemsa
Dolce Vita
Von kletterkünstler – Diese Auffahrt ist zu großen Teilen identisch mit der von Hinzweiler. Sie startet in Horschbach im gleichnamigen Tal und ist für all diejenigen interessant, die beispielsweise von Glanbrücken, der Welchweilerer oder Horschbacher Höhe herkommen. Auf den 1,1 Kilometern bis zur Vereinigung mit der Route aus dem Talbachtal gewinnen wir bei 6 bis 8 % Steigung 65 Hm. Dabei durchfahren wir eine Kehre und drei weitere Kurven, und schon biegen wir auf die letzten 3,2 Kilometer zum Schneeweiderhof ab und genießen auf den folgenden, oben bereits beschriebenen Kilometern bis zum Waldrand eine grandiose Aussicht. Das überwältigende Nordpfälzer Panorama breitet sich jedoch in unserem Rücken aus. Angesichts der angenehmen Steigung sollte es aber jedem möglich sein, mal einen Blick zurückzuwerfen.

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