Alpengiro 2009 / Ein Berg reicht - und was für einer - Ein Berg reicht nicht
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Erlebnisbericht: Alpengiro 2009
Ein Berg reicht - und was für einer - Tag 6: Morter - Sölden: Ein Berg reicht nicht
133,7 km / 4167 Hm
Morter (0,0 km) - Castelbello-Ciardes (7,0 km) - Stava (12,7 km) - Saring (21,5 km) - Tel (23,3 km) - Meran (31,6 km) - Riffian (36,9 km) - Saltusio (40,8 km) - Quellenhof (42,8 km) - St. Martin in Passeier (47,8 km) - Moos (58,3 km) - Timmelsjoch (80,5 km) - Ötztaler Gletscherstraße (115,9 km) - Rettenbachferner (119,7 km) - Sölden (133,7 km)
Beschreibung

Apfelplantagen und Timmelsjoch
... so war die Etappe am Fr., 14.8.2008 überschrieben. Der Anfang dieser Überschrift hört sich recht gemütlich an, und so war es auch (zunächst). Wir hatten in Morter (ca. 20 km westlich von Meran, Richtung Stilfser Joch) übernachtet. "Morter" hört sich etwas gefährlich an, so wie "Mord" o.ä. Dies war aber nicht der Fall, denn wir übernachteten in einem familiären kleinen südtiroler Hotel und starteten den Tag mit einem guten Frühstück. Da wir tags zuvor den Gavia und das Stilfser Joch bewältigten, hatten wir auch einen guten Appetit, auch die, die am Abend zuvor mit Weizenbier oder Weißburgunder (natürlich nur etwas) über die Strenge geschlagen haben.Nun rollten wir die besagten Apfelplantagen auf dem Vinschgau-Radweg ca. 20 km lang hinunter nach Meran. Vielleicht haben die "Bolzer" unter uns erkannt, dass das Leben wie auf diesem engen und mit Sonntagsradlern bevölkerten Radweg auch mal langsamer seinen Gang gehen kann. Die Gruppe musste sich aber noch vor Meran trennen, da einen Reifenpanne (Mantel defekt) uns an der Weiterfahrt hinderte. Roli (das 20-jährige wandelnde Passlexikon aus dem österreichischen Mühlviertel), unser Begleitwagenfahrer, war schon auf der Hauptstraße mit dem Begleitkombi enteilt. Und da keiner von uns einen Ersatzmantel mit sich führte, orderten wir Roli per Mobiltelefon zurück. Da das Ganze für alle zu lange dauerte, warteten zwei von uns mit dem "Pannenvogel" und der Rest radelte auf dem Radweg nach Meran. Wie stets, war Roli bald da und der Defekt behoben, so dass sich die drei auf die Verfolgung des "Peletons" machen konnte.
Die drei machten etwas "Dampf", verließen versehentlich den Radweg, sausten durch ein paar Tunnel und waren schnurstracks in Meran. Dort radelten wir, ich gehörte zu den dreien, durch das im August übliche Verkehrschaos in Meran und veranstalteten ein kleines Zeitfahren nach St. Leonhard, das ja der Ausgangspunkt des eigentlichen Anstiegs zum Timmelsjoch (ital.: Passo Rombo) ist. Dort stellten wir fest, dass wir vor dem Peleton angekommen waren, da dieses durch die üblichen Hindernisse einer großen Gruppe auf einem Radweg behindert wurde und nicht den "Sauseschritt" durch die Tunnels genießen konnte.
Den Aufstieg zum Timmelsjoch will ich nun nicht nach Steigungsprozenten, Höhenmeter, Kiolmeter- oder sonstigen technischen Angaben beschreiben, denn die kann jeder überall - empfehlenwert natürlich vor allem auf quaeldich.de - nachlesen. Ich kann sie nur aus meiner Sicht schildern: Zunächst trottete ich "meinen Stiefel" überholte die einen oder anderen, andere wieder überholten mich. Schön wurde es, als wir eine konstante Dreiergruppe bilden konnten, in der sich der "Pannenvogel" des Vinschgauradwegs und Jan (der "quaeldich.de-chef") sowie ich befanden. Wir stiefelten also den Pass hoch. Im oberen Drittel ereilte Jan erneut das Pech der letzten Tage, dass ihm eine Speiche am Hinterrad brach. Einige mögen diese dem Material, andere dem irrsinnig starken Anritt von Jan (hi) zuschreiben. Schließlich erreichten wir, nach unzähligen beeindruckenden Landschaftsrundblicken die Passhöhe.
Dort führten wir Jans altes Laufrad dem wohlverdienten Ruhestand zu und montierten seine Hinterradritzel auf einen pfiffigen, nicht mehr ganz neuzeitigen Aero-Mavic-Laufradsatz. Aber das sah recht "cool" aus, und die Abfahrt klappte für Jan (nach einer Portion Spagetthi und Kaiserschmarrn) wie immer blitzschnell. Kurz vor dem Ortsschaftsschild "Sölden" konnten wir dem dem inneren Schweinehund oder besser gesagt, dem wohlverdienten Ende eines anstrengenden Tages dadurch nachgeben, dass wir uns in das - wie immer, top organisierte Hotel der quaeldich.de-Organisiatoren zurollen ließen, oder, dass wir uns noch etwas zumuteten und den Rettenbach- und Tiefenbachferner, die sog. "Ötztaler Gletscherstraße" radelnd erklommen. "Erklimmen" ist dabei wirklich das richtige Wort, denn es "hagelte" dort "trotzige Steigungsprozente".
Ich weiß es nich mehr genau, aber es fiel wohl kaum unter 12 % und reichte bis zu ca. 16 %; genaue Angaben lassen sich sicher auf quaeldich.de oder den einschlägigen Nachschlagewerken finden. Uns, die wir noch hochradelten, interessierte das nicht, denn diese Straße in den Himmel, so saß sie wirklich stellenweise aus, lieferte uns ein enormes, mit Worten hier nicht beschreibbares Gefühl des Hochalpinen. Schließlich erreichten wir durch eine Tunnelfahrt den höchsten befahrbaren Punkt der Alpen mit 2.829 hm (Tiefenbachferner). Auf den etwas niedrigeren Rettenbachferner rollten wir
natürlich auch noch. Ein unvergesslicher Tag.











