Col de la Colombière (1618 m)

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Col de la Colombière (1618 m)

Alpen, Savoyer Alpen, Massif des Bornes - Chaîne des Aravis, Rhône-Alpes.
IMG 1105.
Im palmarès eines Rennradfahrers wird es neben ganz großen Namen – wie Stilfser Joch, Tourmalet, Mont Ventoux – auch immer diejenigen Pässe geben, die zwar nicht unbedingt zu den allergrößten landschaftlichen und sportlichen Highlights zählen, mit denen man aber dennoch ganz besondere persönliche Erlebnisse verbindet, und die einem somit unvergesslich bleiben. In diese Kategorie gehört der Col de la Colombière für die Gründer von quaeldich.de – war er doch der erste Alpenpass ihrer Karriere und somit auch der Startschuss für dieses Web-Portal. Wer wissen möchte, wie der Chef vom Ganzen anno 1998, ausgestattet mit jugendlichem Übermut und Balettlatschen im Rucksack, am Colombière seine doch recht ambitioniert gewählte 42/23er-Übersetzung verfluchte, kann das hier nachlesen.

Wenn man diese besondere emotionale Bindung zum Colombière nicht hat, fällt es schon schwieriger, ihm im Ensemble der Alpenpässe einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Er ist halt da, verbindet das Arve-Tal bei Cluses mit dem jungen Borne-Tal beim Skiort Grand-Bornand, und wird von den meisten Rennradreisenden in den französischen Alpen wohl als notwendiges Übel empfunden, wenn man auf der klassischen Route des Grandes Alpes vom Genfersee zum Mittelmeer unterwegs ist. Ignoriert man den eher popligen Col des Gets, ist der Colombière in Nord-Süd-Richtung das erste ernstzunehmende Hindernis – mit immerhin über 1100 Höhenmetern. Denken wird man jedoch an die bekannteren Namen weiter südlich – Iséran, Galibier, Izoard – wo sich die großen Tour-de-France-Dramen abgespielt haben. Und so wird der Colombière auch immer im Schatten dieser Pässe stehen, auch wenn er selbst regelmäßig von der Tour besucht wird.
Ganz objektiv betrachten muss man den Col de la Colombière jedoch eindeutig in die Kategorie der Hochgebirgspässe einordnen. Seine Passhöhe ist umgeben von den schroffen Gipfeln des Bornes-Massivs, und in der Abfahrt nach Süden baut sich die felsige Aravis-Kette am Horizont auf. Vom Genfersee aus ist der Colombière – neben dem Joux-Plane – immerhin der einzige in einer Tagestour erreichbare Pass mit wirklichem Hochgebirgscharakter.

Zuletzt noch ein paar zusätzliche Tipps: Umfahren kann man den Colombière ganz einfach durch die Borne-Schlucht zwischen St.-Jean-de-Sixt und St.-Pierre-en-Faucigny, eine Anfahrt, die auch den einen oder anderen Stern in der Schönheitswertung verdient hätte. Von St.-Jean aus kann man die Route des Grandes Alpes dann über den Col des Aravis fortsetzen. Eine Alternative zur Nordostauffahrt zum Colombière ist – ebenfalls von Cluses – der Anstieg nach Romme. Von dort aus verliert man nach einem Anstieg von knapp 800 Hm erstmal wieder etwa 350, um dann in Le Reposoir auf die Colombière-Passstraße zu treffen. Insgesamt bringt man so 23 km und fast 1500 Hm hinter sich.
Einen Geheimtipp möchten wir noch für Liebhaber von Sackgassen aussprechen. Vom südlichen Fußpunkt des Passes in Grand-Bornand kann man die Kletterpartie zum Col des Annes in Angriff nehmen, die sich auch lohnt, obwohl man dieselbe Strecke wieder zurückrollen wird müssen.

(Wir bedanken uns bei Tobi für die ursprüngliche, inzwischen überarbeitete Beschreibung.)
Für die Beschreibung danken wir jansahnerfan Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordostrampe von Cluses18,4 km1141 HmSchön: 4,0 / 5 Sternen bei 2 BewertungenHart: 3,2 / 5 Sternen bei 3 Bewertungen
Südwestrampe von Le Grand-Bornand11,8 km686 HmSchön: 3,1 / 5 Sternen bei 3 BewertungenHart: 2,0 / 5 Sternen bei 3 Bewertungen

Nordostrampe von Cluses  18,4 km / 1141 Hm

Schönheits-Wertung: [?]
Härte-Wertung: [?]
quäldich-Härte (QDH): [?]
(87,5)
Profil der Auffahrt Nordostrampe von Cluses
Aus dem Zentrum von Cluses fahren wir auf der Brücke über die Arve und kommen gleich darauf in einen Kreisverkehr, den wir geradeaus auf die D4 verlassen. Der Ausschilderung zum Colombière folgend, durchqueren wir nun parallel zum Hang die letzten Häuser des Vororts Scionzier. So richtig los geht die Auffahrt erst nach ca. 4 km, als die Straße sich nach Südosten wendet und noch eine Variante aus Marnaz kommend ausnimmt.
Der Straßenbelag präsentiert sich bis zum Gipfel in gutem Zustand. Nach 2 km erreicht man Neyrolles, kurz darauf folgt man dem kleinen Bergbach, dessen Quelle in der Pasregion liegt. Auf den ersten 5,5 km bis Porte d’Age beträgt die Steigung 6–8 % (Auf diesem Stück hat der Autor übrigens seine ersten Steinadler in freier Wildbahn gesehen).
Bis Le Reposoir (1048 m) gewinnt man nur unmerklich an Höhe. Nach dem großen Hotel auf der rechten Seite beginnt die zweite, weitaus härtere Hälfte des Anstiegs. Noch im Ort gewinnt man in einer Serpentinengruppe bei 10 % Steigung rasch an Höhe. Bei hochsommerlichen Temperaturen ist man an dieser Stelle froh, durch Wald zu fahren. 3 km später verlässt man den schützenden Wald nach einer zweiten Serpentinengruppe wieder. Im Südwesten kann man nun den Pass bereits im Joch erkennen.
Ein Straßenschild erklärt kurz darauf, daß auf den folgenden 2,9 km 9 % Steigung zu meistern sind. Die Sonne kann unerbittlich in den Kessel hinein scheinen. An wenigen Pässen hatten wir einen ähnlich hohen Flüssigkeitsverlust wie am Colombière.

Die Abfahrt bis St. Jean-de-Sixt erstreckt sich über 13,5 km Länge. In rasender Fahrt durchkurvt man bis la Mulaterie mehrere Serpentinen. Es folgt ein Flachstück durch Le Chinaillon, bevor die Straße wieder an Steilheit gewinnt und dem Radler weitere Serpentinen und Kurven zu bieten hat. Le Grand-Bornand (923 m) wird erreicht. Die restlichen 3 km nach St. Jean-de-Sixt verlaufen recht flach. Wir wollen jedoch noch auf den Gegenhang vor dem Ort hinweisen.
Für die Beschreibung danken wir Tobi Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Rubber Duck Mail an Absender1 h 04 m 29 s18.06.2009
Mittlere Zeit: SchorschHuebner Mail an Absender1 h 30 m 00 s05.07.2014
Langsamste Zeit: 2 h 57 m 00 s29.07.2007

Südwestrampe von Le Grand-Bornand  11,8 km / 686 Hm

Schönheits-Wertung: [?]
Härte-Wertung: [?]
quäldich-Härte (QDH): [?]
(43,3)
Profil der Auffahrt Südwestrampe von Le Grand-Bornand
Grand-Bornand, der Ausgangspunkt der Südwestauffahrt, ist ein typisch französisches Skitourismus-Dorf. Die Gebäude sind mit Holzvertäfelung auf traditionell getrimmt und jedes zweite Gebäude ziert ein location de ski-Schild. Wir orientieren uns im Ortszentrum an der Ausschilderung Richtung Cluses und dem Col, und die Straße beginnt sofort anzusteigen. Eine Folge von drei Kehren lässt uns rasch an Höhe gewinnen, so dass der Ort schon bald unter uns liegt. Die Steigung liegt bei angenehmen ca. 6 % – ein Umstand, auf den uns auch Hinweistafeln aufmerksam machen, die man hier für Radfahrer aufgestellt hat, und die regelmäßig die verbleibende Distanz zur Passhöhe, die aktuelle Höhe sowie die Durchschnittssteigung auf dem folgenden Kilometer angeben.
Die Straße ist gut ausgebaut und durchaus recht stark vom Durchgangsverkehr befahren. Auf eine Gerade folgt eine weitere Kehrengruppe. Anschließend fahren wir bei nachlassender Steigung in den Skiort Le Chinaillon (7,0 km) ein. Links von uns türmen sich die steil abfallenden Felsen des Bornes-Massivs auf, während der Hang auf der rechten Seite mit Skipisten und Liftanlagen übersät ist. So richtig will also trotz der eigentlich ganz alpinen Kulisse wegen der Skiinfrastruktur noch kein Hochgefühl aufkommen.
Das ändert sich dann so langsam, nachdem wir Le Chinaillon wieder verlassen haben. Zwei weitere Kehren lassen uns bei Steigungswerten von 6–8 % weiter an Höhe gewinnen, und der location de ski-Overkill ist nun lieblichen Kuhweiden gewichen. Dass wir direkt auf eine Felswand zuradeln, trägt auch dazu bei, dass nun endlich echte Pässefahrer-Stimmung aufkommt. Richtig schön werden dann die letzten drei Kilometer des Aufstiegs. Nach einer langgezogenen Rechtskurve sieht man plötzlich die Passhöhe vor sich, die teilweise gemauerten Serpentinen erinnern entfernt an die Tremola am Gotthard (auch wenn dieser Vergleich vielleicht weit hergeholt scheint...), und bei schönem Sommerwetter sollte nun am Südhang auch der Schweiß kräftig fließen.
Das steilste Stück der gesamten Auffahrt ist zugleich auch die Schlussgerade von der letzten Serpentine hinauf zur Passhöhe. Dort befindet sich ein Restaurant und ein Souvenirshop. Hier scheinen die mäßig schönen Skiorte, die wir gerade noch durchfahren haben, auf einmal wieder weit weg zu sein, und man kann die doch recht imposante Hochgebirgskulisse mit den umgebenden Gipfeln auf sich wirken lassen.
Für die Beschreibung danken wir majortom Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Zetman Mail an Absender0 h 46 m 22 s05.08.2009
Mittlere Zeit: Lothar63 Mail an Absender0 h 51 m 05 s26.07.2013
Langsamste Zeit: 1 h 04 m 57 s04.08.2010