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Glacier de Mont de Lans (3200 m) Col du Jandri

rechts vom Rad ist übrigens die Straße

Auffahrten

Von stb72 – Diese Zusammenstellung ist nur zur Übersicht der gesamt zu fahrenden Strecke hier aufgeführt, wenn man denn den Anstieg mit den meisten Höhenmetern am Stück sucht. Die 6 Härtesterne sind aufgrund der Gesamtstrecke sicher vertretbar, der asphaltierte Teil stellt aber kein Problem dar, so dass es eher eine symbolische Bewertung ist. Die Schönheitsbewertung ist ebenfalls etwas schwierig: Die karge Geröllwüste oben mit tollen Panoramen ist locker 5 Punkte wert, jedoch Downhiller, Seilbahnen, Baufahrzeuge und zahlreicher sonstiger Betrieb und Installationen der Infrastruktur des Skigebiets lassen die Höchstwertung hier einfach nicht zu.

Ausgangspunkt ist wie gesagt Les Clapiers auf ca. 745 m Höhe, das Saliteprofil beginnt auf 930 m Höhe bei der Abzweigung von der Lautaretstraße und führt über eine kleine Nebenstraße durch die Dörfer La Rivoir, Le Ponteil und Le Bons, bevor sie wieder etwa auf halber Strecke oberhalb von Mont de Lans in die Hauptroute nach Les Deux-Alpes einmündet.
Man kann ebenso gut auch die normale Route zum Skiort nehmen, das schenkt sich nicht viel – die Nebenstraße ist aber sicherlich wesentlich schöner und in Teilen auch steiler, aktuell jedoch gesperrt (Stand 2008).

Teil 1
Auf der Lautaret-Straße bis zum Abzweig nach Les Deux Alpes für ca. 365 Hm
bzw. über die Nebenstraße.

Teil 2
Der bekannte Anstieg nach Les Deux Alpes.
Bis zum Abzweig der Versorgungsstraße auf ca. 1700 m Höhe sind das ca. 660 Hm.

Teil 3
Ab ca. 1700 m Höhe auf ganz gut zu fahrender Erdpiste steil bis zum Lac de Plan bzw. der Skistation Bellecombes auf 2300 m Höhe.

Teil 4
Auf immer schlechter werdender Schotterpiste mit heftigen Rampen teilweise weit über 20 % bis zur Umsteigestation des Jandri-Express auf ca. 2900 m Höhe.

Teil 5
Bis zum Col du Jandri bzw. Glacier de Mont de Lans ebenfalls mit steilsten Rampen auf Schotterpiste, den der Autor sich erspart hat.

Für die Teile 4 und 5 wird ein Mountainbike oder entsprechende Bereifung dringend empfohlen, der Rückweg ist bei solchen Straßen oft das größere Übel und mit dem Rennrad kein Vergnügen, die Steilrampen sind auch hier zu Fuß zurückzulegen – ein Sturz hier oben ist sicher eine Erfahrung, auf die man verzichten kann, besonders nach dem Ende des Liftbetriebes.

Ein Dankeschön an hixx Mail an Absender für interessante Informationen zu dieser Auffahrt.
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Von stb72 – Als Empfehlung vor der Weiterfahrt sei Jedem zuerst eine Runde durch den Ort empfohlen, das sollte man sich nicht entgehen lassen. Hat man das Glück, während Ferienzeiten hier herauf zu kommen, wäre es geradezu ein Verschwendung, das muntere Treiben hier oben zu verschmähen. Menschen jeder Couleur von fröhlichen Familien bis zu extremsten Modepüppchen kann man bewundern. Fährt man eine Schleife, so empfiehlt sich der Rückweg über einen ebenen Schotterweg am Ostrand von Les Deux Alpes, hier gibt es z.B. einen MTB-Parcours, der rege besucht wird. Um nach oben zum Start zu kommen, wird den wagemutigen Piloten jedoch nicht der beschwerliche Weg der paar Höhenmeter zugemutet – das wäre mit einem Rad für die Berge nun auch wirklich zuviel verlangt. Nein, selbstverständlich gibt es einen schönen Lift hierzu. Das alles habe ich schmunzelnd betrachtet, nicht wissend, dass die Liftanlagen Richtung Gletscher ebenfalls auf diese Weise ihre hauptsächliche sommerliche Verwendung haben, was im Laufe der weiteren Auffahrt ein großer Negativfaktor sein sollte (obwohl man sich nicht beschweren darf, denn diese Straße ist für alles mögliche gebaut, ganz sicher aber nicht für Rennradfahrer).

Wer sich dieses Intermezzo nicht antun möchte, der hält sich bei der Ankunft in Les Deux Alpes gleich am Anfang links und fährt die breiten Serpentinen im Skiort bis zu einem größeren Parkplatz, dann durch eine Brücke hindurch und schon sieht man die Versorgungsstraße nach rechts abzweigen (Höhe ca. 1700 m).
Ab hier geht es gleich wesentlich steiler zur Sache, und bereits im kurzen Asphaltstück werden 17 % erreicht. Dieser Belag endet aber recht bald auf ca. 1750 m Höhe, und ab hier führt eine gut zu fahrende Erdstraße weiter den Starthang hinauf. Gut zu fahren liegt natürlich im Auge des Betrachters, der Belag ist jedoch fest und ohne lockeren Schotter, so dass die Reifen auch im Wiegetritt kaum durchdrehen, Wasserablaufrinnen und ausgewaschene Stellen gibt es natürlich auch hier.
Die Erdstraße führt in fünf großen Serpentinen hinauf bis zu einer Bahnstation auf ca. 2150 m. Der Schnitt beträgt auf diesen 3,5 km steile 11,5 %, welche meist recht gleichmäßig verlaufen, mit selten mehr als 13 %, lediglich eine kurze Steilrampe bis zu 18 % vor Kehre Nr. 4 fällt etwas aus dem Rahmen. Hat man die Bahnstation erreicht, wird es flach für einige hundert Meter, dann folgt eine kurze sogar asphaltierte Rampe, bevor der Belag hier wechselt und vermehrt fester Schotter nun vorherrscht. Es wird zunächst wieder flach und die Straße führt in einen Bergkessel hinein. Ein steileres Stück endet schließlich auf ca. 2300 m Höhe bei der Skistation Bellecombes, der kleine Stausee Lac de Plan ist etwas unterhalb. Eine kleine Sprengung nur etwas weiter oben war hier eine etwas überraschende Abwechslung – Langeweile kommt hier sicher nicht auf.
Bis zu diesem Punkt ist die Gefahr des Absteigens zumindest aufgrund des Belages nicht gegeben, was sich jedoch bald ändern wird. Nach Meinung des Autors ist jedoch hier im Prinzip auch Schluss mit dem Rennrad, so dass die Auffahrt eigentlich nicht viel Sinn ergibt. Wenn man eine Erdstraße befährt, so sollte es auch einen guten Grund hierfür geben, nur um etwas höher nach oben zu kommen, ist vielleicht etwas wenig. Aus diesem Grund bin ich auch weiter gefahren, was natürlich mit der entsprechenden Einstellung funktioniert – ob dies aber mit Rennradfahren noch viel zu tun hat, darf jeder für sich selbst entscheiden.

Ein weiterer Faktor, sich die Befahrung dieser Straße zu überlegen, ist noch ein anderer:
Bereits kurz nach Les Deux Alpes kommen einem Downhiller entgegen, und zwar teilweise in richtigen Rudeln. Dies sind zumeist offensichtlich keine „richtigen” MTB-Fahrer, sondern normale Touristen und vorwiegend Jugendliche, die mit den diversen Bahnen nach oben gekarrt werden und mit geliehenen Fahrrädern die Abfahrt bewältigen – Spaßtourismus eben. Dies geschieht mit viel Radau und laut quietschenden Bremsen und oft recht rücksichtslos, teilweise übertrieben schnell, teilweise im Schneckentempo, so dass ich in der Abfahrt hier sogar noch Vertreter dieser Spezies überholen durfte (trotz permanentem Bremsen).

Etwas Positiveres gibt es auch hier, und das sind (natürlich) die weiten Panoramablicke, die mit zunehmender Höhe immer weitreichender werden, sogar den Mont Blanc glaube ich gesehen zu haben. Erst viel weiter oben wird dies jedoch noch wesentlich spektakulärer, so dass man eigentlich sogar weiter muss, wer nur bis hier fährt, sollte es besser gleich bleiben lassen.
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Von stb72 – Ab dem Lac de Plan beginnt nach und nach die ewige Geröllwüste, die uns ab hier begleitet. Die Schotterstraße führt zunächst noch ein gutes flaches Stück weiter, bis man vor sich eine weitläufige steile Linkskurve sieht, die dem Hangverlauf folgt. Wie steil das ist, weiß man erst, wenn man mitten drin ist, zuerst noch gut zu fahren, nimmt die Steigung für ca. 250 m massiv zu, in der Spitze sicher um die 25 %, das Rad dreht durch und für mich folgt die erste Schiebepassage, begleitet wird diese durch einen Doppelschub zahlreicher Downhiller. Das bekannte Höhenprofil in der Tasche war die Vorfreude auf die dort ab hier eingezeichneten flachen Kilometer übrigens umsonst. Nach dem steilsten Teil kann man dann bei um die 12 % wieder weiter, und es folgt noch eine Kehre und eine ganz kurze Steilrampe. Bereits hier ist die nächste Bahnstation immer im Blick, die es zunächst zu erreichen gilt.
Kurz flach folgt unmittelbar die nächste steile Rampe über 20 %, und bevor mich die Straße in die Knie gezwungen hätte, erledigen dies die Bagger, die die Fahrbahn versperren. Also wieder ein kurzes Stück zu Fuß, bevor das anfahren etwas unterhalb der Bahnstation wieder möglich ist. Hier erreichen wir dann La Toura in der Nähe des Col de Gourses, laut Pistenplan auf 2600  Höhe, laut Höhenmesser etwas darunter. Hier gilt es erst einmal, sich zu orientieren, da der weitere Verlauf nicht sofort offensichtlich ist – die hinten links sichtbare Kehre (Bild 16) vermutet man kaum als den Weg, sieht das doch aus der Entfernung wieder fürchterlich steil aus. Die Antwort ist zweimal „ja”, der Weg ist der richtige und fürchterlich steil natürlich auch.
Zunächst verliert man so 20 Hm, die man bei >20% Gefälle besser zu Fuß bewältigt, bevor es flach ins Hochtal nach hinten geht. An dessen Ende steigt die Straße durch zwei Kehren wieder sehr steil an, bevor um den Bergrücken herum wieder Werte über 20 % erreicht werden. Nach dieser vielleicht grade noch fahrbaren Rampe (nicht an diesem Tag) folgt dann endlich ein längeres Teilstück, das etwas flacher ist.
So langsam kommt man aus dem Talkessel heraus, und während der Höhenmesser immer beeindruckendere Werte anzeigt, werden die Ausblicke immer weit reichender und allmählich taucht das Massiv des Écrins im Süden auf, so dass es hier richtig Spass macht. Leider folgt bald die nächste der Rampen (schlechter Schotter hier) bei Werten wieder deutlich über 20 % in einer langen Rechtskurve.
Hat man diese überwunden, geht es bald wieder leicht bergab, und jetzt gibt es kein grünes Fleckchen mehr, nur noch Erde, Steine und Geröll. Die Stimmung auf jetzt ca. 2750 m Höhe ist ganz fantastisch. Um 17 Uhr haben die Bahnen den Betrieb eingestellt, einige letzte Downhiller kommen noch entgegen, aber plötzlich wirkt alles bis auf zwei bis drei Versorgunsjeeps wie ausgestorben. Keine Wolke am Himmel, endlose Geröllfelder und kleine Seen (wahrscheinlich der Lac de Serre Palas (2760 m) sowie die nahen Schneegipfel der Écrins und die entfernteren Richtung Sarenne und Croix de Fer entlohnen für die Mühen.
Einen guten Kilometer fahre ich dann noch weiter, die Umsteigestation auf ca. 2900 m Höhe im Blick. Der Schotterbelag wird nach dem besseren Teilstück vor dem See (Bild 26) jedoch wieder deutlich schlechter, so dass man nur noch Slalom um die losen Brocken fahren kann, die Steigung ist bald wieder ständig über 10 %, und die nächste Horrorrampe baut sich vor einem auf. Dieser Anblick reicht zumindest mir an diesem Tag, längere befahrbare Stücke sind bis zur (oben sichtbaren) Gletscherstation nicht mehr zu erwarten (laut Saliteprofil). So entscheide ich mich ohne Wehmut zur Umkehr auf ca. 2860 m Höhe und bin um eine Erfahrung (den höchsten bisher mit dem Rennrad erreichten Punkt und die meisten Höhenmeter am Stück) reicher. Vorher jedoch noch eine kleine Pause in der jetzt herrlichen Umgebung, die für einige sinnlose Passagen entschädigt und auch noch etwas Aufbauarbeit für die leider noch zu absolvierende Abfahrt leistet (ist man rechtzeitig oben, kann man sicher die Kabinenbahn zur Abfahrt verwenden).
Wer will, kann natürlich noch weiter bis zum Gletscher, eine durchgängige Befahrung mit dem Rennrad ist jedoch nicht wahrscheinlich, aber jede Straße hat bisher noch ihren Meister gefunden.

Die Abfahrt übersteht das Material zu meiner Überraschung ohne Probleme, kein Plattfuß oder sonstiges. Die Steilrampen sollte man nicht fahren, bremsen ist dort nicht mehr möglich, das Rad rutscht im Schotter einfach weiter. Unten bei der Erdstraße treffe ich noch zwei echte Mountainbiker, die nach oben fahren und (im Gegensatz zu ihren Downhillkollegen) freundlich lächelnd grüßen. Ein Lächeln der anderen Art hat übrigens die ganze Auffahrt begleitet, nämlich ein eher mitleidiges von den Bauarbeitern, Pistenangestellten und Touristen...
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