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Passo San Giacomo (2313 m) San Jakum, Pomatt, Formazza, Cascata del Toce

Ankunft im Pomatter Hochtal

Auffahrten

Von Renko – Von Domodossola fährt man zuerst auf der dank des Baus der Umfahrungsstraße entschärften, alten Simplonstraße nach Norden. In Preglia geht die berüchtigte Straße auf die Alpe dei Fuori nach links, kurz danach biegt ebenfalls links die alte Straße in Richtung Gondoschlucht und Simplonpass ab.
Wir fahren nun flach in das tief eingeschnittene Valle Antigorio. Nun mit der Hauptstraße vereinigt, geht es zuerst weiterhin flach weiter. Dann beginnt ein mäßiger, konstanter Aufstieg. Hier leide ich, da der Tag schon über 100 km alt ist und die Alpe Rossombolmo sich noch spüren lässt. Schließlich wird nach 19 km die Ortschaft Baceno erreicht auf 685 m Höhe. Ein Hotel bietet ein Zimmer an, das Essen muss draußen geschehen – der Fernseher ist auf der Terrasse, es ist das Finale der Weltmeisterschaft 2006, Italien spielt gegen Frankreich...
Am nächsten Morgen geht es weiter. Das Tal ist vorerst flach, hier wird Stein abgebaut, Staub hängt in der Luft. Hinter San Rocco beginnt die nächste Stufe, man passiert eine Baustelle, hier wird an einem Tunnelportal nicht mehr gearbeitet. Kurz danach wird mittels einer Behelfsbrücke der junge Toce überquert, dann folgt eine Serie von Kehren.
Schließlich fährt man in ein grünes Hochtal – es ist das Pomatt. Schon im 13. Jahrhundert wurde die Talschaft von aus dem Goms kommenden Bauern besiedelt. Später zogen einige dieser Walser über den an der Ostseite des Tals befindlichen „Hendar Furggu” ins Valle di Bosco, und gründeten Gurin, das noch Walserdeutsch sprachige Dorf im Tessin.
Die Dörfer im Pomatt unterscheiden sich architektonisch von den bekannteren Ortschaften zwischen Brig und Oberwald unwesentlich, die meisten Häuser sind aus dunklem Holz gebaut. Die Straße im friedlichen Alpental gewinnt nur unbedeutend an Höhe. Der Hauptort Zumstäg liegt in der Mitte des Pomatt, die Streudörfer bilden eine einzige Gemeinde, Formazza. Hinter Gurfulu warten die berühmten, leider wegen Stromgewinnung unter der Woche ausgetrockneten Riisfälle (Cascate del Toce). Hier wird die Stufe durch eine in fraglichem Ausmaß ausgebaute Straße überwunden (wie anderswo in Italien scheint der Giro d’Italia am Werk gewesen zu sein). Oben liegt ein altes, recht interessantes, museumsartiges Hotel.
Nun befindet man sich auf fast 1700 m Höhe, vom mediterranen Domodossola ist nichts mehr zu spüren. Die nun schmale Straße erreicht gerade hinter den Wasserfällen Uf ä Frütt, danach weiter flach führend, das letzte noch erhaltene Dorf, Chärbäch. Links führt eine Werkstrasse zum Muraschg-Stausee und weiter ins zum gleichnamigen Pass führende Griestal. Auf unserer Straße dagegen hört die Asphaltierung auf...
Bei dieser Auffahrt wäre es sicher angebracht, nur bis hierher, Chärbäch, zu fahren und auf den folgenden Schotterabschnitt zu verzichten. Dies heißt ja immerhin über 40 km radeln...
Die Fortsetzung bis zum San Giacomo erfolgt auf einer vom italienischen Militär gebauten Kriegsstraße. Sie wird noch von Bauern und Werkverkehr (Energiegewinnung) benützt, der Zustand allerdings erinnert eher an den Parpaillon als den Umbrail. Also, wenn man wirklich will... Es folgt gerade am Anfang ein längerer Serpentinenabschnitt auf holpriger Naturstraße. Hier auf der nicht schotterfreien Straße erfolgt der erste Durchstich.
Weiter oben gibt es einen kleinen See und auch den nächsten Durchstich, unterhalb des Passes einen weiteren halbleeren See. Die letzten zwei Kilometer vor dem Pass werden kaum noch instand gehalten. Nach zirka zehn geschotterten Kilometern wird der Übergang ins Val Bedretto und gleichzeitig die Grenze zur Schweiz erreicht.
Von hier gibt es drei Varianten: entweder einen Fussweg zum Nufenenpass, oder einen hinab ins Bedrettotal. Letzterer wäre schon mit Wanderschuhen anspruchsvoll, mit Radschuhen ist er miserabel und auch nicht ungefährlich, der Hang ist teilweise erheblich beschädigt durch Kühe und Menschen. Sonst bleibt nur der Rückkehr ins Pomatt. Schade, dass man eine kurze Verbindungsstraße zum Nufenenpass nicht baut, was für den Tourismus im Pomatt von großer Bedeutung wäre!

Das Pomatt hinterlässt einen tollen Eindruck: ein (im Gegensatz zum am Vortag brütend heissen Domodossola) frisches, grünes, blumenreiches, alpines Hochtal von grosser sprachlichen und kulturellen Bedeutung. Oder wie die in die Heimat zurückgekehrte Pomatter Dichterin Anna Maria Bacher schreibt:

„Darum hänti gärä
un blibä mêtter
mis wêlt Tälli!”

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