Rasos de Peguera (1892 m)

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Rasos de Peguera (1892 m)

Pyrenäen, Katalonien.
Rasos de Peguera in den katalonischen Pyrenäen ist dreierlei. Zum einen ein kleines Bergmassiv nordwestlich von Berga in der Comarca Berguedá. Zum anderen von Barcelona aus die nächstgelegene Skistation, wenn auch wegen Schneemangels vermutlich final geschlossen. Und zu guter letzt und sehr wichtig für die Freunde des Aluminium- oder Carbonesels: eine der anspruchsvollsten Skistation-Auffahrten der Pyrenäensüdseite, die auf Augenhöhe liegt mit ihren Schwestern auf der Nordseite (Hautacam oder Plateau de Beille seien hier erwähnt).
Manche Radsportbegeisterten werden sich erinnern, daß diese Auffahrt bei der Vuelta a España 1999 Etappenziel war. Vuelta a España 1999? War da nicht was? Genau, die gewann Jan Ullrich, der bei der Etappenankunft auf den Rasos auf dem fünften Platz landete.
Interessant an den Rasos de Peguera ist, dass die Auffahrt eigentlich ein Pass ist, d.h. die Skistation kann wegen der Asphaltierungsoffensive der letzten Jahre in diesem Teil der Pyrenäen auf zwei verschiedenen Wegen angefahren werden. Wobei die neue Anfahrt am Coll de Fumanya vorbei nicht bis zum Ende asphaltiert ist, aber ohne Probleme mit dem Rennrad befahren werden kann. In Katalonien ist die Gegend um die Skistation übrigens bekannt, weil man dort im Herbst feine Pilze sammeln kann.

Hier noch eine kleine Anekdote zu den Rasos de Peguera:
Im Jahr 1908 nach Christus, es ging auf Weihnachten zu, beschlossen ein paar wackere Katalanen, allesamt begeisterte Bergwanderer, mal etwas ganz anderes zu machen. Wieso immer nur Wandern? Man könnte sich doch ein paar Holzlatten unter die Füße schnallen und:
Skifahren!
Sie suchten nach einem passenden Ort und fanden Rasos de Peguera. Und so wurde in Katalonien der Wintersport eingeführt.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Südanfahrt von Berga16,5 km1222 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne
Nordostanfahrt aus dem Tal des Llobregat18,4 km1252 HmSchön: 3 SterneHart: 4 Sterne

Südanfahrt von Berga  16,5 km / 1222 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südanfahrt von Berga
Man startet die Auffahrt in einem Wohngebiet von Berga (670 m Höhe), genauer: im Carrer de la Joaquima de Verduna oberhalb des Zentrums, und geht gleich in die Vollen. Am Anfang der Straße begrüßt uns ein Schild mit der Aufschrift 11%, und so steil führt sie auch geradeaus nach oben.
Am Ende der Straße biegt der Weg noch etwas heftiger ansteigend nach links durch einen Kreisel aus Berga hinaus und schwingt sich dann flacher werdend zur BV-4241 hinauf. Auf dieser Landstraße erreicht man in Richtung Westen über den Coll de Jouet den Ort Sant Llorenç de Morunys, nach Osten hin fällt die Straße am oberen Teil von Berga vorbei ins Llobregattal ab. Man fährt aber weder nach links noch nach rechts, sondern geradeaus, denn auf der gegenüberliegen Straßenseite ist schon die Abzweigung Richtung Santuari de Queralt/Rasos de Peguera. Mäßig ansteigend führt die Straße - die übrigens ab der Abzweigung in einem durchgehend guten Zustand ist - in die enge Schlucht des Riera del Metge (auf Deutsch Arztbach) hinein. Unten am Bach lockt ein Picknickplatz im Schatten einiger Bäume, aber die Pause muss erstmal verdient werden.
Hinter der Schlucht geht es auf knapp 900 m Höhe geradeaus zum Santuari de Queralt hoch, man hält sich aber rechts ab und gewinnt über zwei Serpentinen schnell an Höhe. Von diesem Punkt aus fällt besonders ins Auge, dass die Schlucht von zwei Felsen gekrönt wird, die wie die Hörner eines Wikingerhelms aussehen.
Während der nächsten Kilometer führt die Straße mit einer Durchschnittssteigung von über 8% nach Westen immer höher in die Berge hinein. Ab und zu stehen Häuser am Wegesrand. An einem Campingplatz kommt man auch vorbei.
So ungefähr bei Kilometer 10 des Anstiegs wird es flacher. Die tiefe Schlucht zur Linken macht deutlich, dass man ordentlich an Höhe gewonnen hat. Das Flachstück mit 5% bis 6% Steigung ist etwa 1,5 km lang, dann überquert man den Pas dels Lladres (auf Deutsch Räuberdurchgang) auf ungefähr 1490 m Höhe. Im Anschluß an diese nicht ganz geheure Ecke wird es wieder ziemlich steil. Die Straße knickt nun in Richtung Nordwesten. Geröllrinnen am Hang deuten auf Sturzbäche (torrents) hin, aber beim Besuch des Autors sorgte die Dürre seit Herbst 2004 dafür, dass dort kein bisschen Wasser mehr tröpfelte, von stürzen ganz zu schweigen.
Zwischen Kilometer 14 und 15 kämpft man sich uns über eine steile Kuppe, hinter der es flach auf ein graues Haus zugeht. Das Ende ist nah, denn man sieht hinter dem Haus den Schlusshang und ganz oben auf dem Sattel die Skistation. Noch ein paar lange, steile Kurven, dann ist man oben angekommen. Viel Betrieb ist hier im Sommer nicht, man kann sich in aller Ruhe das große Kreuz auf dem Parkplatz anschauen. Die Liftanlagen sind übrigens während der Auffahrt nicht zu sehen, da sie sich alle auf der Nordseite der Bergkette befinden.
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Nordostanfahrt aus dem Tal des Llobregat  18,4 km / 1252 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 4 Sterne

Diese Anfahrt hoch nach Rasos de Peguera ist auf den ersten knapp 11 km identisch mit der Ostanfahrt zum Coll de Fumanya. Anstatt aber wie dort beschrieben nach rechts abzubiegen, hält man sich geradeaus und erreicht auf ziemlich neuem Asphalt nach weiteren 3 km den Coll de Peguera (1716 m Höhe). Dahinter fällt die Straße für etwa 1 km wieder ab, steigt unregelmäßig wieder an und verwandelt sich dann in eine Piste, die aber mit dem Rennrad befahren werden kann. Die letzten 2 km sind ziemlich steil mit einem Steigungsmaximum von über 20 %. Da in dem Waldgebiet auf der Rückseite der Rasos ein Schutzgebiet für den Auerhahn eingerichtet wurde, werden diese letzten Kilometer vermutlich nie asphaltiert werden.
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