Stilfser Joch (2757 m)

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Stilfser Joch (2757 m)
Passo dello Stelvio

Alpen, Südtirol, Vinschgau, Trentino - Südtirol, Lombardei.
Die Königin der Passstraßen – so wird das Stilfser Joch hin und wieder bezeichnet.

In wie weit diese Bezeichnung tatsächlich auch zutrifft, möchten wir der Beurteilung eines jeden einzelnen überlassen. Unbestritten ist jedoch, dass es sich mit 2757 m Höhe nicht nur um den höchsten Straßenpass Italiens handelt, sondern – sofern man die Cime de la Bonette nicht mitzählt – nach dem Col de l’Iséran um die zweithöchste Passstraße der Alpen, und dass die klassische 48-Kehren-Auffahrt von Prad wohl zu den bekanntesten und prestigeträchtigsten Anstiegen Europas gehört. Nebenbei bemerkt ist das Stilfser Joch hier auf quaeldich.de der am häufigsten aufgerufene Pass und derjenige mit den meisten Highscore-Einträgen.

Das Stilfser Joch ist ein Übergang zwischen Südtirol und der Lombardei, genauer gesagt zwischen dem oberen Veltlin und dem Vinschgau. Der Übergang ist schon seit der Bronzezeit bekannt, wobei zu diesen Urzeiten wohl der benachbarte Weg über den Umbrailpass bevorzugt wurde. Zu überregionaler Bedeutung gelangte das Stilfser Joch erst in der Neuzeit; eine Passtraße wurde erstmals im 19. Jahrhundert gebaut, im ersten Weltkrieg war das Gebiet hart umkämpft zwischen Österreich und Italien. Heutzutage rückt der Pass vor allem dann in den Fokus der Öffentlichkeit, wenn der Tross des Giro d’Italia ihn mal wieder unter die Räder nimmt.
Der Pass wird im Süden eingerahmt vom Ortler-Massiv mit dem Ortler (3905 m) und dem Monte Scorluzzo (3094 m) als bekanntesten Gipfeln, so dass auch für ein angemessen grandioses Panorama auf der Anfahrt gesogt ist. Berühmtestes Fotomotiv dürfte jedoch die Kehrenfolge auf dem Schlusshang der Ostseite sein.
Das Stilfser Joch liegt inmitten des gleichnamigen Nationalparks.

Von der Westanfahrt von Bormio zweigt etwa drei Kilometer vor der Passhöhe die Straße über den Umbrailpass ins Münstertal ab – diesen Pass bekommt man quasi geschenkt, wenn man eine Runde von Prad aus über das Stilfser Joch, den Umbrail und das Münstertal zurück fährt. Weitere Möglichkeiten zur Kombination sind der vom Münstertal ins Engadin führende Ofenpass, der vom Vinschgau nach Österreich führende Reschenpass oder von Bormio aus der Gaviapass ins Val Camonica – um nur einige zu nennen.

(Wir danken Chris99 für die ursprüngliche, inzwischen überarbeitete Beschreibung.)
Für die Beschreibung danken wir wellfleischoberst Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordostrampe von Prato24,6 km1844 HmSchön: 5 SterneHart: 5 Sterne
Südrampe von Bormio21,5 km1540 HmSchön: 5 SterneHart: 5 Sterne

Nordostrampe von Prato  24,6 km / 1844 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Die klassische Strecke wird von Prad (913 m) in Angriff genommen, am Sulden-Bach entlang ist die Straße zum Warmfahren geeignet. Ab Gomagoi (1267 m) sind alle 48 Serpentinen abwärts nummeriert und teilweise mit Höhenangaben versehen, was einem die Orientierung erleichtert. Bis Trafoi (1543 m) hält sich das Kurvengeschlängel in Grenzen, doch ab dem Ortsausgang windet sich die Straße unwiderstehlich gen Himmel. Mit der Tafel Nummer 22 an der Franzenshöhe (2188 m) beginnt der 6 km lange furchterregende Steilhang, an dessen Ende schon die Tibethütte sichtbar ist. Es gilt, eine scheinbar senkrechte Felswand zu bezwingen. Die restlichen Kehren ziehen sich schier endlos, bis man an der Passhöhe angekommen ist. Zahlreiche Souvenirläden, Restaurants und hunderte Motorräder umgeben das Passschild. Nicht selten begegnet man sogar im Sommer alpinen Skifahrern, während man selbst in kurzem Raddress schwitzt. Nach 3,5 Kilometern Abfahrt erreicht man die Abzweigung zum Umbrail-Pass (2501 m), gleichzeitig die italienisch-schweizerische Grenze, die in eine vegetationslose Hochgebirgslandschaft eingebettet ist. Von der Passhöhe gelangt man durch 39 Kehren und zahlreiche Tunnels in den Süden nach Bórmio.
Die Stilfser Joch-Straße ist ein Muss für jeden Radfahrer. Sie wird nicht umsonst als „Königin der Alpenpässe” bezeichnet und von Radsportheroen wie Tony Rominger als Lieblingspass genannt. Allein die atemberaubende Straßenbaukunst des Passes ist für das Auge ein Hochgenuss sondersgleichen. Ganz zu schweigen von der einmaligen Naturkulisse, die man im Trafoier Tal zu durchradeln hat. Deswegen ist das Stilfser Joch auch in Christian Barths Top-10-Liste der Alpenpässe ganz oben auf dem Thron zu finden, so wie es einer Königin gebührt.
Für die Beschreibung danken wir Chris99 Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: bergweltmeister2000_2001 Mail an Absender1 h 26 m 59 s06.08.2006
Mittlere Zeit: euphrasine Mail an Absender2 h 20 m 01 s29.07.2008
Langsamste Zeit: 4 h 30 m 00 s23.07.2009

Südrampe von Bormio  21,5 km / 1540 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Die Südwestrampe des Stilfser Jochs ist zwar bei weitem nicht so bekannt wie ihr nordöstliches Pendant. Jedoch muß sie sich deswegen weder in puncto Schönheit noch in puncto Schwierigkeit hinter der Anfahrt von Prato verstecken. Auf der im folgenden beschriebenen Passseite gibt es immerhin auch 36 Serpentinen und die durchschnittliche Steigung beträgt 7,0 %. Bei einer Gesamtlänge von 22,0 km entspricht dies bereits einem Anstieg der Ehrenkategorie bei der Tour de France. Ausgangspunkt auf Lombardischer Seite ist Bormio (die deutsche Bezeichnung lautet übrigens Worms) auf einer Höhe von 1217 m. Das Skizentrum Bormio am Talschluß des Veltlins (Valtellina) ist ein echter Pässeknotenpunkt: von hier aus beginnen auch die Nordrampe zum Gaviapass und die Ostrampe zum Passo di Foscagno.

In Bormio startet man auf der SS 38 und folgt dieser in nördliche Richtung. Die Steigung beginnt bereits unmittelbar in der Ortsmitte von Bormio, jedoch mit vorerst moderaten Werten. Erst ab dem Ortsausgang wird es steiler, hier werden auch schon zweistellige Steigungswerte erreicht. Nach 1,8 km zweigt linkerhand die Straße zum Passo di Foscagno (SS 301) ab. Wir bleiben auf der SS 38 und gewinnen weiter an Höhe, ehe wir oberhalb der „Bagni di Bormio“ (Heilbäder) einen ersten 100 m langen Tunnel passieren. 5,4 Kilometer hinter Bormio (auf einer Höhe von ca. 1600 m) verläßt die Passstraße das Tal der Adda und wendet sich um 90 Grad in östliche Richtung. Wir befinden uns ab hier im Valle del Braulio, einem wilden Hochgebirgstal mit phantastischen Ausblicken hinunter, zum Flußbett des Braulio. Es folgen nun in kurzem Abstand sechs weitere in den Fels gehauene Tunnels, der längste von ihnen ist ca. 250 m lang. Diese Tunnel sind unbeleuchtet und sehr eng, zudem rinnt von allen Seiten Wasser aus dem Berg. Für eine Passage empfiehlt sich unbedingt auch eine Frontbeleuchtung, um von entgegenkommenden Fahrzeugen rechtzeitig erkannt zu werden ! Nach der Passage des letzten Felstunnels folgt die mit 12 % steilste Stelle der Südwestrampe, bevor wir mittels 14 weiterer Kehren über 300 Höhenmeter erklimmen.

Nach der Passage der vorerst letzten Serpentine (2214 m) befindet man sich im Hochtal „Bocca del Braulio“. Dieses baumlose Tal erinnert eher an ein schottisches Hochmoor als an ein Alpental. Bei km 18.5 (2488 m) zweigt dann nach links die Straße zum Umbrailpass ab. Von hier aus sind es gerade noch einmal 200 m bis zur Schweizer Grenze, die eigentliche Passhöhe liegt jedoch noch ein Stück hinter dem Grenzübergang. Der Umbrailpass (höchster Straßenpass der Schweiz) ist hier somit nur 2 km (Luftlinie) vom Stilfser Joch, also dem höchsten Straßenpass Italiens, entfernt ! Wir bleiben jedoch auf italienischem Terrain, um den Schlußanstieg zum Stilfser Joch in Angriff zu nehmen. Auf diesem letzten Stück sind auf einer Länge von 3,5 km noch einmal 269 Hm zu überwinden. Vor der Passhöhe helfen uns die letzten sechs Kehren in der schon recht dünnen Luft weiter an Höhe zu gewinnen. Die letzten Meter vor der Passhöhe verlaufen auf einer 600 m langen Geraden. Wüßte man sich nicht schon so nah am Ziel, würden sie einem wohl unendlich vorkommen, denn die Steigung läßt bis unmittelbar vor der Passhöhe kein bißchen nach! 22,0 km nach dem Start in Bormio erreicht man schließlich die Passhöhe Stilfser Joch / Passo dello Stelvio, gleichzeitig auch die italienisch-deutsche Sprachgrenze zwischen der Lombardei und Südtirol.

Bis zum Ersten Weltkrieg war dies sogar der Grenzübergang nach Österreich ! Von den Strapazen der Auffahrt kann man sich hier oben jedoch nicht so recht erholen, der touristische Rummel und der damit verbundene Lärm auf der Passhöhe sind immens. Die nun folgende Abfahrt nach Prad ist eher Anstrengung als Vergnügen, denn die vielen Kehren auf der Nordwestanfahrt verlangen eine erhöhte Aufmerksamkeit. Die Fahrbahndecke befindet sich außerdem in einem eher schlechten Zustand.
Für die Beschreibung danken wir Kai Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: ck99 Mail an Absender1 h 17 m 20 s14.07.2009
Mittlere Zeit: Dominik Bauer Mail an Absender2 h 05 m 09 s25.06.2006
Langsamste Zeit: 4 h 46 m 00 s05.09.2006