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Weinbiet (554 m)

Pfälzerwald, Rheinland-Pfalz.
Wenn ich anderswo geschrieben haben sollte, dass die Haardt für den Rennradfahrer lediglich drei größere Anstiege zu bieten habe, so ist dies nicht ganz korrekt, wurde dabei doch das Weinbiet unterschlagen. Wanderer und Crosser unter den Einheimischen werden es sicher wissen: Auch auf den Gipfel des Neustädter Hausberges führt ein asphaltiertes Sträßchen. Dieses dient dem Zubringerverkehr für den Rundfunksender, die Wetterstation und natürlich für das Weinbiethaus des Pfälzerwaldvereins. Für den öffentlichen Verkehr ist es gesperrt und darüber hinaus leider in einem erbarmungswürdigen Zustand. Ich habe Jahre gebraucht, bis ich mich endlich mal zu einer Befahrung entschließen konnte. Und um es gleich zu sagen: sowohl Mensch als auch Material wird einiges abverlangt – der Ästhet mit dem 3000 €-Renner braucht daher nicht weiterzulesen.

Das (nicht der oder die) Weinbiet ist einer der markanten Randberge des Pfälzerwaldes und erhebt sich unmittelbar nördlich von Neustadt an der Weinstraße. Der Berg flankiert eindrucksvoll das enge Speyerbachtal, welches bei Neustadt in die Tiefebene austritt, und ist anhand seines langen, dünnen Antennenspargels leicht zu identifizieren.
Über den Ursprung des recht merkwürdigen Namens konnte nicht viel in Erfahrung gebracht werden. Angeblich ist es der Ausdruck für einen Kelterkasten. Auf dem Berg (wo genau ist mir nicht bekannt) befindet sich wohl ein Grenzstein mit einer Vertiefung darin, in welche man bei Grenzumgängen Wein gefüllt und den Gimmeldinger Dorfbuben zum Trinken angeboten hat. Beim Ansetzen wurde den Neulingen dann hinterrücks „das Maul danach gestoßen, auf dass sie die Grenze nie vergessen sollten”. Ja, ja, die Bräuche des Landvolks.

Es ist noch anzumerken, dass man den Gipfel des Weinbiets leider nur in den seltensten Fällen für sich allein haben wird. Vielmehr ist oben durchwegs mit gewaltigen Menschenansammlungen zu rechnen, wobei nicht immer klar wird, wie es gewisse Vertreter überhaupt bis hierher schaffen konnten. Ein nicht zu unterschätzender Teil befindet sich bereits während des Aufstiegs im Stadium leichter bis mittlerer Trunkenheit. Also: Höflichkeit und Vorsicht beim Umgang mit den Fußgängern!
Für die Beschreibung danken wir bruchpilot Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Auffahrt von Neustadt über Haardt6,5 km410 HmSchön: 3 SterneHart: 3 Sterne

Auffahrt von Neustadt über Haardt  6,5 km / 410 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 3 Sterne

Wenn auch der Berg bei weitem nicht an die Gipfelhöhen von Kalmit und Co heranreicht, beträgt der Höhenunterschied aus der Ebene bis zum höchsten Punkt gute 400 m. Die Weinbiet-Gipfelbefahrung spielt also ganz vorne mit beim Ranking um den größten Anstieg in der Pfalz. Auch in der Kategorie der Härtesterne hat er meiner Meinung nach einiges Gewicht in die Waagschale zu werfen.
Der Asphalt ist bereits unten in Neustadt schlecht und bleibt es eigentlich bis hinauf zum Gipfel. Schlaglöcher, unangenehm breite Wasserrillen, Aufbrüche durch Baumwurzeln – alles wird geboten. In den steilsten Stücken, die bei 16–18 % einchecken, kommt einem bald die Sinnfrage, besonders wenn die Reifen auf herbstlichen Laub- und Matschlagen durchrutschen. Und bitte nicht vergessen: auch die Abfahrt ist nicht so flott wie bei anderen Bergen, sie verlangt gute Bremsen und hohe Konzentration.
Trotzdem kann sich die Mühe lohnen, allerdings wohl eher im Sommer, wenn der Edelkastanien- und Kiefernwald südländisches Flair verbreitet, man oben vom Turm das herrliche Panorama genießen oder auf der lauschigen Terrasse des Weinbiethauses (nur freitags geschlossen) die Kalorien- und Flüssigkeitsspeicher auffüllen kann. Durchschnittlich trainierte, mehrfache Familienväter benötigen um die 25 Minuten für die Auffahrt, überdurchschnittlich trainierte natürlich entsprechend weniger.

Der Startpunkt liegt unten in Neustadt an der Kreuzung B38 Maximiliansstraße/ Haardter Straße auf – sagen wir mal – 144 m Seehöhe. Über letztere Straße radeln wir noch ganz locker hinauf in den hübschen Winzerort und Neustädter Stadtteil Haardt. An der Kreuzung beim Winzerverein geradeaus weiter in die enge Straße Im Meisental welche hinter dem Ortskern zwar bald wieder breiter wird, sich aber dafür nun mächtig aufsteilt. Bei gut und gerne 15 % erreicht man einen kleinen Wanderparkplatz, von dem aus die einspurige Weinbietstraße geradeaus weiterläuft.
Es folgt der anspruchsvollste Abschnitt der Auffahrt: steigungstechnisch wird nochmal eine Schippe draufgelegt, dafür ist der Belag jetzt katastrophal. Besonders die 20 cm breiten und 10 cm tiefen Querrinnen sind gewöhnungsbedürftig. Hat man Glück, sind sie wenigstens teilweise mit Matsch und Laub gefüllt. Nach knapp 300 m darf man aber aufatmen. Das schlimmste ist überstanden.
Wir verlassen den Meisentalgraben nach rechts und queren einen eindrucksvollen Steilhang in nördlicher Richtung bis zu einer Schutzhütte, welche eine traumhafte Aussicht auf die Ebene, den gegenüber liegenden Odenwald und den Schwarzwald bietet.
Nach einer 180-Grad-Kurve geht es erst horizontal, dann sanft ansteigend durch südfranzösisch anmutenden Pinienwald hinauf zum Fuß des Gipfelaufbaues. Die Antenne bereits im Blickfeld, zieht die Steigung entlang der Osthänge des Weinbiets nun wieder auf gute 8 % an. Wir erreichen an einer letzten Spitzkehre den Kamm und folgen diesem noch etwa 600 m nach Süden bis zum höchsten Punkt.
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Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
kadir Mail an Absenderohne Zeit18.08.2009
bruchpilot Mail an Absenderohne Zeit18.11.2009
hghofmann Mail an Absenderohne Zeit03.03.2010
wolfgang56 Mail an Absenderohne Zeit26.08.2009
Laufente73 Mail an Absenderohne Zeit24.04.2009