Traumtouren im Goldenen Herbst 2009 / Steile Straßen rund um Fügen

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Erlebnisbericht: Traumtouren im Goldenen Herbst 2009

Erlebnisbericht von tobsi (weitere...)

Tag 1: Fügen - Fügen: Steile Straßen rund um Fügen
108,2 km / 3296 Hm

Fügen (0,0 km) - Hart im Zillertal (1,7 km) - Holdernach (5,8 km) - Kerschbaumer Sattel (9,9 km) - Hygna (12,8 km) - Alpbach (19,4 km) - Inneralpbach (22,2 km) - Inneralpbach (22,8 km) - Inneralpbach (23,4 km) - Alpbach (26,1 km) - Reith im Alpbachtal (32,2 km) - Sankt Gertraudi (34,7 km) - Strass im Zillertal (37,7 km) - Schlitters (40,5 km) - Imming (42,1 km) - Holdernach (46,4 km) - Hart im Zillertal (50,5 km) - Helfenstein (52,2 km) - Kaltenbach (57,8 km) - Stumm (58,8 km) - Ahrnbach (60,3 km) - Distelberg (65,7 km) - Stummerberg (71,7 km) - Haslbach (79,3 km) - Kapfing (80,4 km) - Pankrazberg (82,8 km) - Hochfügen (94,7 km) - Pankrazberg (106,6 km) - Fügen (108,2 km)

Beschreibung

DSC01338.Tag eins begann bei mir am Freitagmorgen um 5 Uhr morgens mit dem Aufstehen, dem Verstauen der letzten Dinge im Auto und der ca. fünfstündigen Anfahrt ins Zillertal. Meine erste Mahlzeit nahm ich in Oberaudorf in einer Bäckerei zu mir, was wohl zu spät gewesen war und ich dafür bei meiner Tour leiden musste.

Um ca. 11 Uhr konnte ich dann im Ortskern von Fügen meine Tour durch das vordere Zillertal starten, nachdem ich nach langer Suche nach einem Parkplatz und dem Fertigmachen meines Gefährts dafür bereit war. Bei strahlendem Sonnenschein nachm ich den kürzesten Weg nach Hart im Zillertal und hatte damit nur eine kurze Einrollphase bevor der beschwerliche Weg über Holdernach zum Kerschbaumer Sattel anstand. Zum Glück für mich war dieser zweigeteilt. Denn nach Hart zog der Anstieg unerbittlich den Hang hinauf und ich wusste gleich in diesen steilen Rampen, was wohl Unheilvolles noch vor mir lag. So war ich froh nach ca. 300 Hm erstmal über Holdernach leicht wellig entlang von Wiesen zum Säulingerhof kurbeln zu können. Vorteil zwei dieses Stückes war ein wunderbarer Ausblick auf die umliegenden Hänge der Berge und das grüne Zillertal. Für diese Ausblicke war ich hierher gekommen, auch wenn dieser Blick immer wieder hart erkämpft werden musste.

Am Säulingerhof begann dann Teil zwei meines Leidensweges hinauf zum Kerschbaumer Sattel, da die Straße höhenmetergeil fast kerzengerade den Berghang hinaufzog und mich ordentlich zum Schwitzen und Leiden brachte. Oben angekommen freute ich mich auf die rasante Abfahrt über Hygna ins Alpbachtal, das deutlich humaner mit Radlern umgeht. Bei moderaten Steigungswerten geht es entlang des Alpbachs durch ein wunderschönes Tal vorbei an Alpbach nach Inneralpbach, wo ich eine Kehrtwende machen musste, um Reith zu erreichen. Einziger Wehrmutstropfen in diesem Tal war der doch starke Verkehr, der nach oben in das Tal rollte. Das Ziel der Blechlawine erschloss sich mir nicht ganz.

Über Reith und einen kurzen Stich hinunter nach Sankt Gertraudi ging es auf der stark befahrenen B171 zurück ins Zillertal, das über Strass und Schlitters wieder erradelt wurde. Nach einem kurzen flachen Stück von Sankt Gertraudi bis Imming folgte in Imming dann der steile untere Teil der Auffahrt zum Kerschbaumer Sattel bis zum Säulingerhof. Danach konnte ich wieder den schönen Abschnitt über Holdernach durch die grünen Almen und den wunderbaren Ausblick unter die Räder nehmen, um über Helfenstein, Kaltenbach und Stumm wieder flach nach Ahrnbach zu kommen. Dieser Ort ist der Ausgangsort für den sausteilen Anstieg hinauf zum neu erbauten Gasthof Talblick auf dem Distelberg. Ohne Information über Steigung, Höhenmeter und Kilometer ging ich den Anstieg an. Dies war Fluch oder Segen für mich, denn was mich erwartete, war Schwerstarbeit. Der Distelberg forderte von mir schmerzhaften Tribut für seine Bezwingung. Was ich hinter diesen Worten verbirgt, muss jeder Radler selbst erfahren bzw. erradeln. Um es kurz zu sagen, war ich froh oben am Gasthof Talblick den wunderbaren Blick in das Tal genießen zu können.

Das Problem an diesen steilen, engen und teilweise schlechten Straßen ist nicht nur die Auffahrt sondern auch die Abfahrt, die dank der Steilheit oftmals kein Genuss ist. Außerdem musste ich auf halbem Wege den Abzweig zum Stummerberg nehmen. Auch hier wusste ich nicht wieviel Höhenmeter ich zurücklegen musste, damit die Muskeln wieder in einer Abfahrt etwas entspannt werden konnten. Ich war froh als es nur gute 150 Hm waren und ich die steile Abfahrt über Stummerberg nach Haslbach nehmen konnte. Über Kapfing ging es wieder nur kurz flach bis zum Kreisel vor Fügen, wo die steile Schlusssteigung nach Hochfügen auf mich wartete. Von der Berichterstattung der Deutschlandtour 2008 wusste ich, dass der Anstieg gleich zu Anfang am schwersten ist und hinten raus dank nachlassender Steigung einfacher wird. Weiterhin wusste ich nur die Daten aus Quäldich für diesen Anstieg: 13 km mit 900 Hm.

Hört sich also erstmal nicht so dramatisch, doch was im ersten, schweren Teil des Anstiegs auf mich wartete war nach diesem Tag ein Alptraum. Bis Pankrazberg wartete gleich zu Beginn ein kurzes steiles Stück mit über 10 % und ein etwas flacheres Stück durch Pankrazberg. Doch danach zog der Anstieg in den folgenden Kehren unerbittlich den Hang hoch. Die Steigung geht jetzt für 5 km nicht mehr unter 10 % und pendelt sich meist bei um die 12 % ein. Wie lange 5 km werden konnten, sollte ich am Freitagmittag in der Sonne des Zillertals erleben. Für meine Verhältnisse kroch ich den Berg hinauf. Ich fühlte mich als hätte ich anstatt meiner Kompaktkurbel eine Zeitfahrkurbel am Rad so musste ich um jeden Tritt kämpfen. Spätestens hier machte sich das späte Frühstück bei mir bemerkbar.

Überglücklich dieses Stück überstanden zu haben, kurbelte ich im oberen, flacheren Teil in Richtung Skistation, die am Ende eines schönen Tals liegt. Während sich die Straße am rechten Talhang durch Wiesen und entlang von Wald ins Tal hineinschlängelt, ist auf der linken Seite ein größerer schöner Abhang. Mit diesem wunderbaren Blick in das Tal und die kurvige Straße machten die letzten Höhenmeter des Tages bei fast flacher Steigung nicht mehr ganz so schwer. Froh war ich dann als ich die kurze Abfahrt nach Hochfügen erreichte. Bei Hochfügen handelt es sich um eine typische Skistation, die in der schneefreien Zeit wie ausgestorben wirkt. So gab es keinen Grund dort allzu lange auszuharren auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass nur noch die Abfahrt nach Fügen auf mich wartete. Auf der gleichen Strecke ging es diesmal deutlich schneller nach Pankrazberg, wo ich den direkten Weg nach Fügen nahm.

Leidenstag Nr. 1 war beendet. Nach der Fahrt nach Hippach, wo ich mich im Garberwirt einquartiert hatte, lud ich meine Kohlenhydratspeicher bei guter bürgerlicher Küche wieder auf, um Tag 2 angehen zu können.