quäldich.de-Alpengiro 2006 / Einsame Lombardei

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Tourentipp: quäldich.de-Alpengiro 2006

Tourentipp von Jan (weitere...)

Tag 3: Angolo Terme: Einsame Lombardei
131 km / 1552 Hm

(0,0 km) - Tione (30,7 km) - Ponte Caffaro (60,0 km) - Bagolino (72,6 km) - Goletto di Cadino (90,6 km) - Breno (113,6 km) - Boario Terme (127,1 km) - Angolo Terme (131,1 km)

Beschreibung

Der heutige Tag beginnt mit einem ausgedehnten Frühstücksbuffet. Das erste absolute Highlight unserer Tour im Sinn werden wir allerdings die Ungeduld nicht lange zügeln können.
Heute geht es zunächst nach Süden in eine lange Abfahrt. Erst in Tione bei Km 30 müssen wir in einer etwa 3 km langen Gegensteigung erstmals selbst für das Fortkommen sorgen. Doch auch danach rollt es wieder wie von selbst durch italienische Dörfer bis Ponte Caffaro am wunderschönen Lago d'Idro, einem westlichen Nachbarn des Gardasess.
Dem Lago d'Idro folgen wir noch einige Kilometer, bis wir an einer Kapelle den Hinweisschildern zum Passo Croce Domini folgen.
Die nun folgende Auffahrt gehört zu den landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten der Alpen. An Bagolino vorbei fahren wir hinauf zum Goletto di Cadino, dem eigentlichen Hochpunkt der Passstraße. Der Passo Croce Domini liegt gut einen Kilometer dahinter bereits in der Abfahrt.
Aber bis zu der liegen noch 29,5 km vor uns, und die führen meist bergauf. Zunächst führt unser Weg mit immer besser werdender Sicht auf den Lago d'Idro bergan, bevor wir nach Westen auf Bagolino zu einbiegen. Dieses kleine, aber umtriebige Bergdorf ist nach 12 Kilometern und einer kurzen Zwischenabfahrt erreicht.
Jetzt beginnt der unrhythmische, teilweise sehr steile Anstieg richtig. Nie kann man sich lang auf einen Rhythmus einstellen, flache und steile Passagen wechseln schnell. Noch dazu wird die Landschaft immer schöner, so dass zusätzliche Griffe zum Fotoapparat den Aufstieg erschweren.
Wir durchqueren den kleinen Weiler Valle d'Orrizo und erreichen 8 km vor dem Pass den Adamello-Nationalpark. Hier wird die Vegetation langsam karger, und immer mehr wird der Blick frei auf die grandiose Dolomitenwelt ringsum.
Kurz darauf passieren wir den letzten Gasthof der Auffahrt, und spätestens hier ist die Landschaft überwältigend schön. Wer es nicht glaubt, sollte die Passbeschreibung des Goletto di Cadino lesen, die ich hier nicht wiederholen möchte.
Am Passo Croce Domini, also kurz nach der Passhöhe, haben wir Gelegenheit, eine ausgiebige Mittagspause zu machen, denn das Haupttagewerk für heute ist vollbracht.
Wer nicht zu lange pausieren möchte, kann hier die Schotterpiste in Richtung Passo dei Galli antesten. Crossrad erforderlich.
Nun gilt es, die ebenfalls schöne Abfahrt nach Breno in Angriff zu nehmen, die uns serpentinenreich nach unten führt.
Dort angekommen folgen wir dem Val Camonica auf Nebenstraßen nach Süden bis Boario Terme. Hier folgen wir den Wegweisern zum Passo del Vivione, von dessen Anstieg wir noch die ersten vier Kilometer absolvieren, bevor wir unsere Bergankunft Angolo Terme erreichen.
Hier logieren wir deutlich einfacher als die Tage zuvor. Dies wird kompensiert durch die herzliche Art der Gastgeber, deren Töchter mit Paolo Savoldelli befreundet sind. Vielleicht holt er ja auch für uns die Beweisfotos aus der Vitrine. Wenn das nicht schnell macht...
Morgen wartet eine kurze Halbetappe von 79 km Länge mit dem leichten und wunderschönen Passo del Vivione auf uns. Wer aber noch keine Müdigkeit in den Knochen verspürt, sollte erst recht zuschlagen beim heutigen Abendmenu - denn die für morgen vorgesehene Option für Hartgesottene hat selbst Lance Armstrong 39:27 ketten lassen.
Denn wer will, baut morgen noch den legendären Passo del Mortirolo ein. Aus Mazzo, versteht sich.