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Pässe der Westlichen Provenzalischen Alpen

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Regionsbeschreibung

Von majortom

Als Westliche französische Alpen verstehen wir ein Gebiet in den südlichen französischen Voralpen, das sich zwischen der Ebene des Rhonetals im Westen, dem Eygues-Tal im Norden, den Tälern von Buëch und Durance im Osten sowie dem Durance-Tal im Süden erstreckt. Das Gebiet liegt also größtenteils in der französischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur und erstreckt sich dabei vor allem über das Departement Vaucluse, aber auch die Departements Drome (zur Region Auvergne-Rhône-Alpes gehörend), Alpes-de-Haute-Provence und zu einem kleinen Teil Hautes-Alpes haben Anteil daran.

In unserer quäldich-Aufteilung der Alpen (siehe Regionenbeschreibung) haben wir das Gebiet, das die SOIUSA als „Provenzalische Voralpen” bezeichnet, noch weiter in drei Teilregionen unterteilt. Dies sind neben den Westlichen Provenzalischen Alpen noch die Hochprovence-Alpen zwischen Durance- und Verdon-Tal und die Südlichen Provenzalischen Alpen südlich von Verdon- und Var-Tal. Während die SOIUSA die Grenze zwischen Provenzalischen Voralpen und Dauphiné-Voralpen zieht (entlang des Toulourenc-Tals) und damit auch auf historische Aspekte Rücksicht nimmt, haben wir das Eygues-Tal als nördliche Grenze festgelegt, da wir dies naturräumlich als die logischere Grenze ansehen. Somit sehen wir auch die Baronnies (siehe unten) als Teil der Provenzalischen Alpen - was sich wiederum auch damit deckt, dass in der Region der Begriff Drome provençale verwendet wird. Unter den drei provenzalischen Alpenregionen sind die Westlichen Provenzalischen Alpen vermutlich diejenige, die man am ehesten mit der Provence assoziiert, was möglicherweise daran liegt, dass sich hier auch der Géant de Provence, der Mont Ventoux befindet.

Somit bestehen die Westlichen Provenzalischen Alpen im wesentlichen aus drei verschiedenen Teilregionen. Dies ergibt sich dadurch, dass die markanten Flusstäler, denen auch die Verkehrsachsen folgen, in West-Ost-Richtung verlaufen.

- Im Norden liegen die Baronnies zwischen dem Eygues- und dem Toulourenc- bzw. Méouge-Tal – letztgenannte Täler sind über den Col de Macuègne miteinander verbunden. Denselben Namen findet man auch im Regionalen Naturpark Baronnies Provençales wieder. Sie werden zusätzlich vom Ouvèze-Tal durchzogen, das über den Col de Perty führt. Einen sehr schönen Eindruck von den Baronnies bekommt man, wenn man das Ouvèze-Tal von Vaison-la-Romaine aus Richtung Col de Perty fährt, da man hier verschiedene Kulturlandschaften und Vegetationszonen von Weinbau über Olivenhaine bis zu Lavendelfeldern und alpinen Weiden durchfährt. Mit dem 1302 m hohen Col de Perty überquert man dabei gleichzeitig den abgesehen vom Mont Ventoux höchsten Pass der Region. Die Baronnies sind jedoch auch darüber hinaus sehr ergiebig für Rennradfahrer, die einsame, abgelegene Passstraßen lieben. Mit etwa 300 bis 600 Höhenmetern erreicht man hier durchaus ordenliche Höhenunterschiede, wobei die meisten Passauffahrten Steigungswerte von maximal 8 Prozent aufweisen. Exemplarisch nennen wir hier Col de Soubeyrand, Col d'Aulan und Col Saint-Jean. Sehr schön kombinieren lässt sich das Gebiet auch mit dem südlichen Diois, das sich jenseits des Eygues-Tals anschließt.

- Südlich des Toulourenc-Tal liegt das Massiv des Mont Ventoux, das Richtung Südosten in das sogenannte Plateau de Vaucluse übergeht. Dieses darf man sich jedoch weniger als Hochebene vorstellen, sondern vielmehr als hügeliges bis bergiges Gebiet. In dessen Norden setzt sich das Ventoux-Massiv in die Montagne de Lure mit dem Signal de Lure fort, dazwischen verlaufen mit Col de l'Homme Mort und Col du Négron zwei der höchsten Pässe der Region in Nord-Süd-Richtung. Die größten Höhenunterschiede hat man am Südrand des Plateau de Vaucluse, wo dieses ins breite Calavon-Tal rund um Apt abfällt, beispielsweise am Col de la Liguière und am Col de Lagarde-d'Apt. Das Plateau de Vaucluse ist interessanterweise ein Karstgebiet, das von einem unterirdischen Flusssystem durchzogen ist, das am Westrand des Plateaus in Fontaine-de-Vaucluse als schüttungsstärkste Quelle Frankreichs wieder ans Tageslicht tritt. Besonders im Westen des Plateaus haben sich diverse Täler schluchtartig ins Gestein eingegraben; bekanntester Vertreter ist die sehr schöne Gorges de la Nesque, die gerne mal mit dem Mont Ventoux kombiniert wird.

- Ganz im Süden der Westlichen Provenzalischen Alpen liegt nördlich des Durance-Tals der Höhenzug des Lubéron. Er ist vergleichsweise schwach für den Verkehr erschlossen und wird nur vom Pässedouble Col du Carrefour des Cèdres/Col de Pointu und vom Col de l'Aire dei Masco überquert.

Leider konzentrieren sich viele Rennradfahrer, die in die Region reisen, einzig und allein auf den Mont Ventoux. Selbstverständlich ist dieser völlig zurecht ein Monument und sollte daher auf jeder To-do-Liste in der Provence ganz oben stehen. Schade ist jedoch, dass der Entdeckungsdrang von vielen jenseits des Ventoux (und vielleicht noch des Gorges de la Nesque) endet. Die Region ist von einem dichten Netz an auf den ersten Blick unscheinbaren Passstraßen durchzogen, die praktisch keinerlei Autoverkehr aufweisen und von idyllischer Einsamkeit geprägt sind. Das Landschaftsbild ist äußerst vielseitig und reicht von Garrigue (niedriges Buschwerk) über Kiefer- und Pinienwälder, Olivenhaine und Lavendelfeldern bis hin zu karger, felsiger Schluchtenkulisse. Wir können also nur dazu ermuntern, auch einmal die Tourenvielfalt der Region kennenzulernen. Zumindest den Col de Perty, von dessen Passhöhe das Panorama vom Ventoux-Massiv bis zu den Hochalpen reicht, sollte man mal gefahren sein.

Als Standort für einen Rennradurlaub fallen sofort die Orte Bédoin und Malaucène ins Auge. Hier gibt es zwar überraschend wenige Hotels, dafür aber alle erdenkliche Infrastruktur für Rennradfahrer. Auch Leihräder werden in großer Zahl von verschiedenen Anbietern angeboten. Daneben ist die Region rund um Apt als Standort beliebt, insbesondere im Frühjahr. Die beste Reisezeit ist im Mai oder Juni oder im September, während es im Hochsommer zu heiß sein dürfte. Im April kann es in den Höhenlagen noch kalt werden, während es beispielsweise rund um Carpentras oder Apt schon frühlingshaft warm ist. Die Lavendelblüte beginnt Mitte Juni und zieht sich dann bis in den Juli hinein - die besten Orte hierfür findet man auf dem Plateau rund um Sault vor.

quäldich bietet mehrere geführte Rennradreisen in den Westlichen Provenzalischen Alpen an:

- Im April den Provenzalischen Rennradfrühling am Mont Ventoux am Standort L'Isle-sur-la-Sorgue.

- Im Mai die Rennradwoche Drome, Vaucluse, Ventoux am Standort Buis-les-Baronnies

- Im Juni oder September die Tour de Provence relaxed als Rundreise ausgehend von Avignon.

Zuletzt möchten wir auch noch einige touristische Highlights abseits vom Rennradsport aufführen:

- Kulturell interessierte kommen bei den römischen Bauwerken in Vaison-la-Romaine, im hübschen von Kanälen durchzogenen Örtchen L'Isle-sur-la-Sorgue oder an den Ockerfelsen von Roussillon auf ihre Kosten.

- Im Übergang zwischen Rhône-Tal und den Baronnies liegt ein Teil des Weinbaugebietes Côtes du Rhône.

- Wer über den Tellerrand hinaus blicken mag und sich auch mal einer anderen Outdoor-Betätigung widmen, findet im Ouvèze-Tal bei Buis-les-Baronnies ein Paradies für Kletterer vor. Schöne Wanderungen erlebt man beispielsweise im Lubéron. Rafting wird in den Tälern von Ouvèze und Méouge angeboten.

Alle 44 Pässe der Region ansehen

quäldich-Rennradreisen in die Westlichen Provenzalischen Alpen

quäldich.de bietet 5 Rennradreisen in die Westlichen Provenzalischen Alpen an. Hauptsache bergauf!

Zum Beispiel Monumente der Südalpen vom 28.08.-4.09.2021