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Wir freuen uns auf eine normalisierte Rennradreise-Saison 2022! Sie ist möglich dank euch!

Regionsbeschreibung Alpen

Von Jan

„Die Alpen sind das am stärksten bevölkerte Hochgebirge der Welt, eines der komplexesten noch dazu, und der weltweit touristisch bedeutenste Großraum.” Diese etwas zugespitzte Aussage habe ich meiner Kommunikation mit dem Alpenkenner Joseph Cappelletti entnommen, der sich gemeinsam mit seiner Frau Catherine Leymarie auf der Website homoalpinus.com mit der inneren Komplexität der Alpen beschäftigt.

Ich stelle diese Überzeugung an den Anfang dieser Ausführungen über die Alpen auf quäldich, weil sie in meinen Augen der Grund sind dafür, was bisher an erster Stelle dieser Beschreibung stand: Die Alpen sind der Traum jeden bergsüchtigen Rennradfahrers.

Der Rennradfahrer liebt die Straße, und wir bei quäldich.de lieben die Berge. Und nirgends können wir auf engstem Raum besser unserer Passion folgen als in den Alpen, in denen ungezählte Straßen die 14 Millionen Menschen verbinden, die in ihnen leben. Und die allwochenendlich von weiteren  Millionen von Einwohnern der Ballungsräume im Umland geflutet werden.

Die Monumente

Daraus sieht man schon: die Beliebtheit der Alpen ist deren Wohl und Wehe. Verglichen mit den anderen Hochgebirgen Europas ist es hier deutlich voller, insbesondere an den Hotspots, den viel beschriebenen Monumenten wie Stilfser Joch, Großglockner, Galibier und Mont Ventoux, oder den klassischen zentralschweizer Pässen Susten, Furka, Grimsel, Nufenen und Gotthard. Aber wer will es all den Automobilisten und Motorradfahrern verübeln, dass es sie auch dorthin zieht, wo wir uns im Schweiße unseres Angesichts mühsam Meter um Meter hochkämpfen? Sind wir bessere Menschen, weil wir es aus Muskelkraft tun? Ich denke nicht, und ich möchte sie nicht verspotten. Aber ich fühle mich privilegiert, dass ich mit einem Körper ausgestattet bin, der es mir ermöglicht, diese Berge selber zu erfahren. Und natürlich möchte sie jeder einmal fahren, diese Monumente. Und auch, wenn einige Connaisseure meinen, über das Monumentale hinaus zu sein und sich lieber mit den versteckten Juwelen der Alpen befassen, in den Randlagen etwa oder an den weniger befahrenen Sackgassen und Steilrampen, so bin ich doch der Überzeugung, dass diese Monumente alle aus einem guten Grund Monumente sind: es sind einfach die größten ihrer Art, und ich persönlich bin bereit, dafür mehr Verkehr in Kauf zu nehmen.

Die 2000er-Alpenpässe

Auf der Liste von gws stehen 59 beidseitig asphaltierte Alpenpässe über 2000 m Höhe. Je nach Zählart kann man auch auf ein paar weniger oder mehr kommen, je nachdem, ob man die Moosalp mitzählt (wir denken: ja), ob man die Nockalmstraße einfach oder doppelt zählt (quäldich zählt sie einfach, da die Schiestelscharte und die Eisentalhöhe nicht unabhängig voneinander in Rundtouren mit dem Rennrad eingebunden werden können), und ob man sowohl den Colle d'Esischie als auch den Colle dei Morti zählt (wie wir es machen). Nicht auf diese Liste gehört nach offizieller quäldich-Meinung der Col de la Madeleine, der laut Passschild zwar 2000 m hoch ist, objektiv aber nur 1993 m erreicht. Auf die meisten 2000er wird unten Bezug genommen, nicht alle davon sind monumental, einige, wie der Col du Grand St. Bernard oder der Simplonpass sind stark befahren. Dennoch geht von allen eine starke Anziehungskraft aus, vom südlichsten, dem Col des Champs, bis zum östlichsten, der Nockalmstraße, dem Alpenbogen von Süden nach Osten folgend. Der nördlichste 2000er ist übrigens der Kühtaisattel, der westlichste der Col de la Croix de Fer. Der zuletzt asphaltierte 2000er ist der Col de la Croix de Coeur im Wallis, der erst seit 2018 oder 2019 asphaltiert ist.

Allen diesen 2000er-Alpenpässen haben wir unser Lebensziel Club 2K gewidmet. Für mich bedeutet er die Königsdisziplin des Pässefahrens.

Randlagen, Sackgassen, Steilstraßen

Ruhiger sieht es da in den Randlagen der Alpen aus, dort, wo die Metropolen Wien, München, Mailand, Turin, Lyon, Marseille und Nizza weit genug weg sind. Hervorheben möchte ich in den Westalpen den Vercors, die Seealpen und das Piemont, wo es westlich von Cuneo einige 2000er und mit dem Colle dei Morti  sogar immer noch einen monumentalen Alpenpass mit Geheimtipp-Status gibt. Ebenfalls im Piemont wartet bei Cuorgnè der vielleicht isolierteste "Pass" von allen, der Colle del Nivolet, bei dem allerdings leider  nur eine Seite ausgebaut wurde. In den Ostalpen bieten die Bergamasker Alpen sowie die Karnischen und die Julischen Alpen einen günstigen Mix aus Höhenmetern-am-Stück und Abgelegenheit. Eine weitere Möglichkeit, dem alpinen Trubel und damit dem Funpark Alpen zu entkommen, wie es Renko einst formuliert hat, sind die vielen Sackgassen, an denen es deutlich ruhiger zugeht. Hervorzuheben sind hier die Sackgassenparadiese Wallis und Tessin sowie die östlich angrenzenden oberitalienischen Seen, wie der Lago Maggiore und der Lago di Como, bei dem es laut AP noch einige beschreibenswürdige Sackgassen gibt. Besonders ruhig wird es überall dort, wo die Sackgassen besonders steil sind, wie etwa an den Kärtner und Lienzer Monstern. Aber es ist unfair, hier einige Gegenden und Anstiege hervor zu heben, denn eine vollumfängliche Rundumsicht kann diese kurze Einführung nicht bieten. Dafür versuchen wir aber weiter unten, die Komplexität der Alpen auf eine Unterteilung herunter zu brechen.

Die anderen europäischen Hochgebirge

Die weiteren Hochgebirge fallen an Passreichtum deutlich ab. Die Pyrenäen sind das Hochgebirge, was unter mitteleuropäischen Rennradfahrern vermutlich als zweites Erwähnung findet, mit den Tour-de-France-Größen Tourmalet, Aubisque und vielen anderen. Der deutlich größere Apennin hingegen, der sich ganz Italien hinunterzieht, schafft es nur bei den wenigsten Rennradfahrern in unseren Breiten auf den Radar. Richtiger Hochgebirgscharakter will hier auch nur rund um die Abruzzen aufkommen, in denen die Monumente Campo Imperatore und Blockhaus hervorstechen. Im Norden Spaniens bildet das Kantabrische Gebirge quasi die Verlängerung der Pyrenäen, mit dem Scharfrichter der Vuelta, dem Alto de l'Angliru. Das bekannteste Teilgebirge des Kantabrischen Gebirges bilden die Picos de Europa mit den berühmten Lagos de Covadonga. Die Hohe Tatra gilt als kleinstes Hochgebirge Europas, gehört aber zu den Karpaten. Schließlich beherbergt die Sierra Nevada in Spanien den höchsten mit dem Rennrad erreichbaren Punkt Europas, den Pico del Veleta (3394 m), hat aber nur sehr wenige echte Hochgebirgspässe vorzuweisen. Diese Liste ist nicht erschöpfend, wie etwa die Dalsnibba in Norwegen zeigt.

Unterteilung der Alpen

Die Alpen sind so komplex, dass sie sich als ganzes kaum erschließen. Für die Unterteilung der Alpen in Gebirgsmassive und Unterregionen gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Nomenklaturen, aber keine verbindliche internationale Übereinkunft. Wir folgen hier dennoch im wesentlichen der französich-italienischen SOIUSA (Suddivisione Orografica Internazionale Unificata del Sistema Alpino) sowie der AVE (Alpenvereinseinteilung der Ostalpen).

quäldich möchte Catherine Leymarie and Joseph Cappelletti danken, die mit ihrer ausführlichen Darstellung der SOIUSA auf www.homoalpinus.com sowie mittels persönlicher Kommunikation eine unschätzbare Hilfe beim Verständnis der inneren Zusammenhänge der Alpen waren und sind, weit über die SOIUSA hinaus!

Die SOIUSA unterteilt die Alpen in Westalpen und Ostalpen, die von Oberrheintal und Splügenpass geteilt werden. Die Alpen werden gemäß SOIUSA in 36 Abschnitte unterteilt, die wir in den Westalpen relativ unverändert übernehmen, während wir uns im deutschsprachigen Gebiet der Ostalpen näher an der AVE orientieren, der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. Teilweise unterteilen wir zu große Unterregionen weiter, teilweise fassen wir kleine, wenig für das Rennrad ergiebige Unterregionen unter Oberbegriffen weiter zusammen. So unterteilen wir die Alpen bei quäldich.de in insgesamt 71 Unterregionen, die zusammen die Alpen komplett überspannen. Abweichungen zu SOIUSA und AVE sind jeweils unten benannt.

Eine erste Orientierung bildet die quäldich-Karte der Alpenpässe, in der die Unterteilung ersichtlich ist. Diese wird auch – deutlich übersichtlicher bei allen unten angegebenen Regionen auf der Karte eingeblendet. Hier das Beispiel der Karte der Ligurischen Alpen!

Unterteilung der Westalpen

Die Westalpen lassen sich der Übersichtlichkeit halber in fünf Abschnitte unterteilen, wovon drei Berührung zu Frankreich, zwei zu der Schweiz haben: erstens in einen südlichen französischen Alpenabschnitt südlich der Linie Col de Larche / Ubaye-Tal, zweitens einen zentralen französischen Alpenabschnitt südlich der Maurienne / des Arc-Tals sowie des Col du Mont Cenis, drittens den nördlichen französischen Alpenabschnitt nördlich davon, sowie viertens einen schweizerisch-italienischen Abschnitt südlich von Wallis/Furka/Oberalp, und fünftens die Schweizer Alpen nördlich dieser Linie. Alle diese Abschnitte bis auf den letzten haben italienische Anteile.

Hier ist zu beachten, dass wir die Unterteilung der französischen Alpen aus reinen Übersichtlichkeits-Kriterien vornehmen. Sie hat nichts zu tun mit der Unterteilung in Nördliche und Südliche Französische Alpen von Raoul Blanchard, die sich an klimatischen Gesichtspunkten orientiert, siehe wiederum homoalpinus.com.

Französisch-Italienische Alpen südlich des Ubayetals

Französisch-Italienische Alpen zwischen Ubaye- und Arctal

  • Nördlich von den Seealpen jenseits des Ubaye-Tals und des Col de Larche, schließen sich die Cottischen Alpen an. Die Westabgrenzung verläuft über das Durance-Tal nach Briançon, das Guisane-Tal hinauf zum Col du Lautaret, über den Col du Galibier hinüber ins Arc-Tal, das bis Lansleboug die nördliche Abgrenzung darstellt. Von hier verläuft die Nordgrenze der Cottischen Alpen entlang der Col du Mont Cenis-Passstraße nach Susa und dann dem Flusslauf folgend zur piemontesischen Ebene. Weltberühmte Monumente wie der Col d'Izoard und der Col d'Agnel warten hier, aber auch monumentale Kleinode wie der eingangs schon erwähnte Colle dei Morti und der Colle di Sampeyre, und das Schottermonument Colle delle Finestre südlich des Col du Mont Cenis.
  • Westlich der Cottischen Alpen liegen die Dauphiné-Alpen. Die Dauphiné-Alpen werden im Norden von Isère- und Arc-Tal (Maurienne), im Osten vom Col du Galibier und von der Durance, sowie im Südosten und Südwesten vom Drac begrenzt. Der Col de la Croix de Fer, der Col du Glandon, aber auch Alpe d'Huez sind weltberühmte Pässe. Dass es oben in Alpe d'Huez auch weiter geht, nämlich über den Col de Sarenne, wissen die wenigsten.
  • Die Dauphiné-Voralpen westlich der Dauphiné-Alpen, die die SOIUSA auch vorsieht, bilden wir bei quaeldich.de nicht ab. Dafür bilden wir aber die Massive ab, die laut SOUISA die tieferliegende Hierarchie bilden. Dieser Entscheidung liegt die Überzeugung zugrunde, dass in den Voralpen mehr rennradtaugliche Pässe vorhanden sind, und es sich daher lohnt, die Reviere höher aufzulösen. Bei quäldich ist dies das Diois, das Dévoluy und der Vercors.
    Abweichend von der SOIUSA sehen wir das Baronnies-Massiv als Teil der Provenzalischen Alpen, genauer als nördlichstes Massiv der Westlichen Provenzalischen Alpen.

Französisch-Italienische Alpen nördlich des Arctals

  • Nordöstlich von Dauphiné- und Cottischen Alpen, also nördlich der Maurienne / des Arctals, liegen die Grajischen Alpen, die nach Westen durch die Isère, die Arly, den Col de Megève  und den Col des Montets begrenzt werden. Nach Norden bilden die Grajischen Alpen einen Sporn bis Martigny, der östlich durch die beiden Val Ferrets (auf Walliser und auf Aostatal-Seite) begrenzt ist. Danach verläuft die Nordgrenze entlang des Aostatals nach Südosten, wo Ivrea den Schnittpunkt zu den Walliser Alpen bildet. In den Grajischen Alpen liegt der höchste Alpenpass, der Col de l'Iséran, sowie der von der Tour de France weltberühmte Col de la Madeleine und der pittoreske Cormet de Roselend. Ein Schattendasein hingegen fristet, nur wenige Kilometer Luftlinie vom Iseran entfernt, ein weiterer piemontesischer Gigant: der Colle del Nivolet, dessen Nordseite Richtung Valsavarenche zum Leidwesen von uns Rennradfahrern nie fertig gebaut wurde.
  • Die Savoyer Alpen sind nicht Teil der SOIUSA. Diese kennt nur die Savoyer Voralpen mit den Massiven Chartreuse, Bauges, Bornes und Chablais. Diese sind westlich den Dauphiné- und den Grajischen Alpen vorgelagert. Wir führen stattdessen die Region Savoyen auf dem Gebiet der Départements Savoie und Haute-Savoie als eigenständige Region bei quäldich auf.

Schweizerisch-Italienische Westalpen südlich von Wallis/Furka/Oberalp

Schweizer Westalpen nördlich von Wallis/Furka/Oberalp

  • Nördlich der Walliser und Lepontinischen Alpen liegen die Berner Alpen, die Urner Alpen sowie die Glarner Alpen, die entlang der Grimselpassstraße sowie dem Tal der Reuss / der Schöllenenschlucht Richtung Vierwaldstädter See abgegrenzt sind. Diese drei Gebiete unterteilen wir bei quäldich in deutlicher Abweichung von der SOIUSA wie folgt:
    Die Berner Alpen im eigentlichen Sinne sind laut SOIUSA nur der Hochgebirgsstock zwischen Grimselpass und Col du Sanetsch, in den aus nördlicher (Berner) Richtung keine einzige rennradtaugliche Straße reicht. Aus südlicher Richtung, aus Richtung Wallis, führen eine Vielzahl berühmter und aussichtsreicher Stichstraßen in die Berner Alpen. Da nach dieser Definition kein rennradtauglicher Anstieg der Berner Alpen auch auf dem Gebiet des Kantons Bern liegt, erlauben wir uns hier bei quäldich, das Gebiet der Berner Alpen etwas großzügiger zu fassen, und schließen noch weite Teile des Berner Oberlandes mit ein, nämlich das gesamte Gebiet links der Aare, sowie rechts der Saanen/Kleinen Simmen/Simmen oberhalb des Thuner Sees.
  • Die Urner Alpen verstehen wir im traditionellen Sinne als alles, was zwischen Furkapass, Grimselpass, Brünigpass, Sarnersee, Vierwaldstädter See und Schöllenenschlucht / Tal der Reuss liegt. Laut SOIUSA gehört auch hier der nördliche Teil bereits zu den Schweizer Voralpen.
  • Die Glarner Alpen schließen sich im Osten, östlich der Reuss/der Schöllenenschlucht an. Im Süden werden sie vom Oberalppass und dem Vorderrheintal, nach Osten vom Alpenrhein und nach Norden durch den Walensee und den Pragelpass begrenzt. Auf quäldich zählen wir auch das Gebiet zwischen Muothatal und Vierwaldstätter See zu den Glarner Alpen im quäldich-Sinne, abweichend von der SOIUSA.
  • Nördlich der Berner, der Urner und der Glarner Alpen liegen wiederum die Schweizer Voralpen, die bei quäldich viergeteilt sind, nämlich in Westschweizer, Berner und Luzerner, Zentralschweizer und Ostschweizer Voralpen.

Unterteilung der Ostalpen

Wie oben erwähnt lehnen wir uns im deutschsprachigen Gebiet der Ostalpen stärker an die AVE als an die SOUISA an. Das hat zur Folge, dass die Unterregionen der Ostalpen in der Regel kleiner sind. Um die Orientierung nicht zu verlieren, hangeln wir uns den großen Flusstälern entlang von West nach Ost, beginnend mit dem Inntal.

Links / nördlich des Inntals

  • Der Inn entspringt in den Rätischen Alpen, genauer im Engadin unterhalb vom Malojapass. Die Rätischen Alpen, benannt nach dem Volk der Räter, liegen östlich des Splügenpass und des Vorderrheins. Sie bilden die größte Alpenregion der Ostalpen. Kein Wunder, da sie so auch in der SOIUSA Erwähnung finden. Im Süden werden sie durch das Veltlin, im Osten durch den Umbrailpass und den Reschenpass, im Norden durch den Arlbergpass begrenzt. Sie enthalten berühmte Schweizer Pässe wie Julier, Albula, und Flüela sowie den Berninapass, aber auch die Silvretta-Hochalpenstraße. Der Inn führt somit mitten hindurch.
  • Nördlich der Rätischen Alpen schließen sich das Bregenzerwaldgebirge sowie die Lechtaler Alpen an. Nördlich davon wiederum liegen nur noch die Allgäuer Alpen, die bis in das Alpenvorland reichen. Das Bregenzerwaldgebirge übernehmen wir unverändert entsprechend der AVE. Es liegt rechtsrheinisch zwischen der Ill im Süden und der Bregenzer Ache im Norden, nach Osten grenzt es das Faschinajoch zu den Lechtaler Alpen hin ab. Dabei ist anzumerken, dass sich das Bregenzerwaldgebirge nicht mit dem Bregenzer Wald deckt. Das Bregenzerwaldgebirge ist eine Gebirgsgruppe und wird von Tälern/Flüssen begrenzt. Der Bregenzer Wald ist eine Identitätsregion wie das Allgäu, und Identitätsregionen werden in aller Regel wie administrative Regionen von Gebirgsgraten begrenzt.
  • Die Lechtaler Alpen fassen wir auf quäldich mit dem Lechquellengebirge (gemäß AVE) zusammen. Es liegt östlich des Faschinajoches zwischen dem Hochtannbergpass / Lechtal im Norden und dem Arlbergpass / Inntal im Süden. Die östliche Begrenzung bildet der Fernpass.
  • Mit den Begrenzungen von Bregenzerwaldgebirge und Lechtaler Alpen sind auch schon die Grenzen der Allgäuer Alpen nach Süden und Osten gegeben. Nach Norden ist die Abgrenzung schwierig. Wir haben sie nach Rücksprache des Locals Flugrad unter Berücksichtigung des Geländereliefs und Betrachtung von Almgebieten gesetzt wie in der Karte sichtbar. Eine allgemeingültige Abgrenzung gibt es nicht. Ausstehend ist eine Überprüfung der Grenze gemäß der Alpenkonvention, deren Abgrenzung uns dank des homoalpinus vorliegt.
    Der unter Radfahrern vielleicht berühmteste Berg der östlichen Bodenseeregion, der Pfänder, liegt in den Allgäuer Alpen, gehört aber weder zum Bregenzerwald noch zum Allgäu.
  • Östlich der Allgäuer Alpen schließen sich die weiteren deutschen Alpengebiete an: die Ammergauer Alpen, sowie die Oberbayrischen Alpen. Letztere verstehen wir als Zusammenschluss der AVE-Gruppen Bayrische Voralpen (AVE 7b), Wetterstein-Mieminger (AVE 4) und Brandenberger Alpen (AVE 6). Die beiden letzten sind für den Rennradfahrer wenig ergiebig, was die Zusammenfassung begründet. In ihrer Gesamtheit umringen die Oberbayrischen Alpen so das Karwendel von Norden, in dem der berühmte Große Ahornboden liegt. Damit sind die Alpengebiete links des Inns eingeführt.

Zwischen Inntal und Etsch/Eisack/Brenner

Rechts des Inns ist das nächste große Flusstal das Etschtal. Es ist der größte italienische Adria-Zufluss nach dem Po. In Bozen fließt die vom Brenner kommende Eisack in die Etsch. Es folgen die südlich des Inns und westlich von Etsch/Eisack/Brenner liegenden Gebirgsgruppen von Süd nach Nord:

  • Südlich der Rätischen Alpen liegen die Bergamasker Alpen. Sie reichen hinab bis nach Bergamo. Östlich werden sie vom Iseosee und dem Val Camonica begrenzt. Von Edolo zieht sich die nördliche Grenze über den Apricapass ins Veltlin. Die berühmtesten Pässe der Bergamasker Alpen sind der Passo del Vivione sowie der Passo di San Marco, beide sicherlich in der Kategorie Geheimtipps angesiedelt.
  • Östlich des Iseosees schließen sich die Brescia- und Gardasee-Voralpen an, die nach Osten durch die Etsch begrenzt werden.
  • Nördlich dieser Voralpengruppe liegt das Doppelmassiv Adamello-Brenta, in dem keine überregional bekannten Pässe liegen. Der Passo Campo Carlo Magno bringt noch ein gewisses sportliches Format mit sich. Zudem erschließt er Madonna di Campiglio aus Richtung Val di Sole und die beeindruckende Sicht von dort auf die Wand der Brenta-Dolomiten. Wir hätten diese Gruppe lieber einer anderen Region zugeschlagen, aber es fehlte ein schlüssiger Name. Die von der SOIUSA hier vorgeschlagenen Südlichen Rätischen Alpen scheinen uns wenig schlüssig, da sie vor Ort nicht verwendet werden.
  • Nördlich von Adamello-Brenta, abgegrenzt durch den Tonalepass und immer noch südlich des Veltlins liegen die Ortler-Alpen, eine Vereinigung der AVE-Regionen 48a und 48b, deren innere Grenze laut AVE beim Gaviapass liegt. Die Ortler-Alpen werden weiter vom Umbrailpass, dem Münstertal, dem Vinschgau, dem Ultental und der Hofmahd begrenzt. Der berühmteste Pass der Ortleralpen ist zweifelsohne das Stilfser Joch. Zu beachten ist, dass diese Region laut SOUISA nach Norden hin durch das Stilfser Joch begrenzt wird. Wir entscheiden uns aber für Umbrail/Münstertal als Grenze, da der Umbrailpass der historisch relevantere Übergang ist (orografisch nur insofern ein Argument, als dieser Übergang zumindest für den Menschen historisch leichter bahnbar war – nicht notwendigerweise für das Wasser).
  • Östlich der Hofmahd, nach Norden und Osten von der Etsch begrenzt, liegen die Nonsberger Alpen, laut AVE die Nonsberggruppe, AVE 48c. Nach Rücksprache mit dem Local Hero gigi haben wir uns für den Begriff Nonsberger Alpen entschieden.
    In der SOIUSA werden die drei oben eingeführten quäldich-Regionen Adamello-Brenta, Ortler-Alpen und Nonsberger Alpen zu den "Südlichen Rätischen Alpen zusammengefasst".
  • Zwischen Inn und Brenner fehlen nun nur noch die Ötztaler, die Sarntaler und die Stubaier Alpen, die in ihrer Gesamtheit von der SOUISA zu den Östlichen Rätischen Alpen zusammengefasst werden. Die Ötztaler Alpen beschreiben dabei das Gebiet zwischen Reschenpass, Etsch, Timmelsjoch und Inntal, umfassen also nur das Gebiet auf der orografisch linken Seite des Ötztals. Die Piller Höhe ist der einzige echte Pass in dieser Region, die aber gespickt ist mit einigen hochkarätigen Sackgassen. Besonders monumental sind dabei die Kaunertaler Gletscherstraße (2750 m) sowie die Ötztaler Gletscherstraße (2830 m), wobei letztere weniger landschaftlich als durch die absolute Höhe überzeugt: Höher kommt man in den Alpen nicht auf Asphalt!
  • Östlich des Passeiertals schließen die Sarntaler Alpen an, die im Norden durch den Jaufenpass, im Osten durch die Eisack begrenzt werden. Das Penser Joch liegt darin mit seinem monumentalen Gefälle Richtung Bozen!
  • Zwischen Ötztal, Inn, Brenner und Jaufen liegen schließlich die Stubaier Alpen mit dem Kühtaisattel. gigi merkt an, dass der berühmt-berüchtigte Ötztaler Radmarathon somit besser als Stubaier Radmarathon bezeichnet wäre! Als Krönung des Kühtais ist noch der Finstertaler Stausee hervorzuheben, insbesondere in der Kombination mit dem Silzer Sattel!

Die großen österreichischen Alpenflüsse: Drau, Mur, Salzach, Enns

Das Pustertal führt von Brixen im Eisacktal über Bruneck nach Lienz und führt dabei kurioserweise über einen Sattel, der kaum merklich den Lauf der Rienz im Westen mit der jungen Drau im Osten verbindet. Dieser Toblacher Sattel ist so unscheinbar, dass er noch nicht einmal auf quäldich aufgeführt ist, und ist doch Teil einer der bedeutendsten Wasserscheiden Europas, nämlich der zwischen Adria und Schwarzem Meer. Die Drau, der südlichste dieser vier Flüsse, braucht 749 km, bis sie in Kroatien bei Osijek in die Donau mündet. Wir arbeiten uns von Süd nach Nord vor, und somit ist die Drau der erste der vier großen österreichischen Flüsse, die uns die Alpen strukturieren helfen.

Südlich der Drau: Zweiteilung durch das Kanaltal

Acht Gebirgsgruppen liegen östlich der Etsch und südlich der Drau, das sind von West nach Ost: Dolomiten, Venezianische Voralpen, die Karnischen Alpen sowie die Gailtaler Alpen westlich des Kanaltals, und östlich davon die Karawanken mit den Steiner Alpen, das Bacherngebirge, die Julischen Alpen und die Slowenischen Voralpen.
Das Kanaltal hat einiges mit dem Südtiroler Pustertal gemein: ähnlich wie dieses wird auch das Kanaltal von einer unscheinbaren Wasserscheide zweigeteilt. Was dort der Toblacher Sattel ist, ist hier die Sella di Camporosso (816 m) westlich von Tarvis (Tarvisio). Sie ist (Stand Januar 2021) nicht auf quäldich aufgeführt und wie der Toblacher Sattel Teil der Wasserscheide Adria/Schwarzes-Meer, wobei der Fiume Fella zum Tagliamento Richtung Adria, die Bartolo zu Slizza / Gailitz / Gail und im nahen Villach in die Drau fließt, weiter zum Schwarzen Meer.

Südlich der Drau, westlich des Kanaltals

  • Die Dolomiten, die wohl bekannteste Region der Alpen, liegen südlich des Pustertals, östlich von Eisack und Etsch, südwestlich des Passo Monte Croce di Comelico  (Kreuzbergpass) und nordwestlich der Piave. Die südliche Grenze bildet das Valsugana. Die Passfülle der Dolomiten hier abzubilden spränge den Rahmen. Hervorzuheben sei vielleicht die Sellaronda. Ob auch noch der Grappastock zu den Dolomiten gehört, ist zwischen SOIUSA und AVE umstritten. Wir zählen ihn sowohl zu den Dolomiten als auch zu den Venezianischen Voralpen, der einzige Kompromiss unserer Alpenunterteilung.
  • Südlich des Valsugana, also südlich der Dolomiten, immer noch östlich des Etschtals, über den Grappastock und die Piave hinweg ziehen sich die Venezianischen Voralpen bis zum Passo San Osvaldo, der den Übergang zu den Karnischen Alpen markiert. Die Venezianischen Voralpen bilden den Übergang zur Poebene und begrenzen die Alpen nach Süden.
  • Östlich des Passo Monte Croce di Comelico und nördlich des Passo San Osvaldo liegen die Karnischen Alpen, die im Norden durch den Kartitscher Sattel und die Gail von den Gailtaler Alpen abgegrenzt sind. Nach Osten sind sie durch das Kanaltal von den Julischen Alpen und den Karawanken getrennt.
    Die Karnischen Alpen gehören zu den entlegensten Alpenregionen. Einziger Vertreter von Weltruhm ist der Monte Zoncolan, der Scharfrichter des Giro d'Italia.
  • Die Gailtaler Alpen bilden nur einen schmalen Streifen zwischen dem Kartitscher Sattel / der Gail im Süden und der Drau im Norden. Die SOIUSA zählt sie zu den Karnischen Alpen.

Südlich der Drau, östlich des Kanaltals

  • Die Karawanken sind sozusagen die Fortsetzung der Karnischen Alpen jenseits des Kanaltals nach Osten. Sie werden nach Norden durch die Drau, nach Süden durch die Save begrenzt. Sie umschließen eine kleine "autonome" Region der Alpen, die Steiner Alpen.
  • Der Übergang von den Karawanken ins Bacherngebirge (Pohorje), das zu den Slowenischen Voralpen zählt, ist fast fließend. Auch diese werden im Norden von der Drau begrenzt.
    Eingeklemmt zwischen Bacherngebirge, Karawanken und Lavanttaler Alpen (siehe unten) liegt noch das Massiv des Kömmelgupf, das wir bei quäldich nicht als eigene Region auflösen.
  • Die Julischen Alpen liegen südöstlich des Kanaltals. Die Grenze nach Norden, zu den Karawanken, bildet das obere Savetal, mit dem Hauptort Kranjska Gora (dt. Kronau) in der Oberkrain. Die Grenze zu den Slowenischen Voralpen bildet der Oberlauf der Baca sowie der Selska Sora. Der zwischen diesen Tälern liegende Sattel Planinski Dom (804 m) ist, Stand Januar 2021, ebenfalls nicht auf quäldich verzeichnet.
    Der Unterlauf der Soca unterhalb von Most na Soci bildet dann sogar die Grenze der Alpen, die hier in das Dinarische Gebirge übergehen.
  • Südöstlich den Julischen Alpen vorgelagert sind dann nur noch die Slowenischen Voralpen, die westlich und östlich von Ljubljana liegen, der Hauptstadt Sloweniens.

Im Dreieck Drau, Salzach/Enns und Mur

Nördlich von der Drau liegen die höchsten Berge der Österreichischen Alpen mit dem höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner in den Hohen Tauern. Sie sind im Norden begrenzt durch die Salzach, die in der Nähe des Gerlospasses entspringt und hier in West-Ost-Richtung verläuft. Bei St. Johann im Pongau dreht die Salzach nach Norden ab. Dort führt die Wagrainer Höhe die zuvor östliche Richtung der Salzach fort, und ungefähr an deren östlichen Fuß entspringt die Enns, die ab hier ebenfalls nach Osten fließt. Auch hier, nördlich von Altenmarkt im Pongau und südlich von Eben im Pongau, verläuft eine kaum merkliche Wasserscheide zwischen Salzach und Enns, die aber beide in die Donau entwässern (die Salzach über den Inn).
Die Mur entspringt in den Tauern und bildet zunächst die Grenze zwischen Niederen und Hohen Tauern, bevor sie nach Osten abdreht. Ungefähr am östlichen Ende der Tauern biegt die Mur nach Süden ab und begrenzt somit das hier vorgestellte Dreieck nach Osten. Die Mur entwässert in die Drau, aber deutlich weiter flussabwärts. An der slowenischen Grenze verlässt die Mur nämlich die Verbindungslinie Graz-Maribor, die als östlicher Alpensaum verstanden werden kann.

Wir erinnern uns: die Drau hat eine natürliche Fortsetzung entlang des Pustertals bis Brixen, und so wundert es nicht, dass die nun beginnende Aufzählung im Westen am Brennerpass beginnt:

  • Nördlich des Pustertals, östlich vom Brenner , liegen die Zillertaler Alpen. Sie werden Richtung Norden vom Tuxer Tal und vom Zillertal sowie vom Gerlospass begrenzt. Die Gegenden nördlich dieser Linie (Tuxer und Zillertaler Alpen) finden sich erst im nächsten Abschnitt. Östliche Begrenzung der Zillertaler Alpen ist das Ahrntal, hinter dem die Hohen Tauern beginnen. Die Zillertaler Alpen fristen ein tristes Rennrad-Dasein. Der einzige echte Alpenübergang, das Pfitscher Joch, ist von Norden her nur MTB-tauglich. Nördlich des Gerlospasses entspringt die Salzach.
  • Die Hohen Tauern sind im Norden vom Oberlauf der Salzach, im Süden von Pustertal und Drau begrenzt. Die AVE unterteilt diese Gruppe deutlich feingliedriger, für uns Rennradfahrer ist nur wichtig, dass die einzigen 2000er-Pässe darin der Stallersattel und die Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Hochtor (2504 m) sind. Der deutlich niedrigere Iselsbergpass (1204 m) verbindet das Drautal bei Lienz mit dem oberen Mölltal. Am Felbertauerntunnel besteht zudem eine Shuttlemöglichkeit.
    Die Hohen Tauern sind in ihrer Nord-Südausrichtung so ausgedehnt, dass nach Osten hin zwei Gebirgszüge Platz haben: Einerseits sind die Hohen Tauern entlang der Katschbergstraße zu den Gurktaler Alpen abgegrenzt. Nördlich davon verläuft andererseits die Grenze zu den Niederen Tauern entlang der jungen Mur und dem Großarltal.
  • Die Niederen Tauern liegen südlich der Enns und nördlich der Mur. Die nordöstliche Grenze, in Richtung Ennstaler Alpen, verläuft entlang der Täler von Palten und Liesing. Die entlang der Liesing-Palten-Furche verlaufende Passstraße über den Alpenhauptkamm führt über den Schoberpass (849 m). Der Übergang ist so sanft, dass er auf quäldich erst spät erfasst wurde. Er weist aufgrund der hohen Verkehrsbedeutung eine große Verkehrsbelastung auf. Über den Hauptkamm der Niederen Tauern führen aber noch drei Pässe, nämlich der verkehrsreiche Radstädter Tauernpass, der verträumte Sölkpass und der für seine Hochgeschwindigkeitsabfahrt entlang des Triebenbaches nach Norden berüchtigte Triebener Tauernpass.
  • Die Enns biegt nicht weit östlich der Niederen Tauern nach Norden ab. Nicht aber, ohne der im Osten an die Niederen Tauern anschließenden Region ihren Namen zu geben: den Ennstaler Alpen. Dieses Gebiet ist mit Pyhrnpass im Nordwesten, Hengstpass im Norden, Präbichl im Nordosten und Schoberpass  im Süden schnell umrissen. Mit Kaiserau und Buchauer Sattel  sind dann auch schon alle fünf quäldich-Pässe in dieser wenig ergiebigen Region aufgeführt.
  • Wie schon oben erwähnt, liegen östlich der Hohen Tauern die Gurktaler Alpen. Die Grenze verläuft entlang der Katschberghöhe. Die Nördliche Grenze bildet die Mur, die hier schon in West-Ost-Richtung verläuft, und die Gurktaler Alpen hier von den Niederen Tauern abgrenzt. Die Südliche Grenze bildet die Drau, zunächst zu den Gailtaler Alpen, dann zu den Karawanken. Östlich der Gurktaler Alpen schließen sich die Lavanttaler Alpen an, mit der Grenze Neumarkter Sattel und den Flussläufen der Olsa / Metnitz / Gurk.
    In den Gurktaler Alpen liegen die Nockberge, und darin der östlichste 2000er-Alpenpass, die Nockalmstraße. Hervorzuheben ist außerdem die Gerlitzen-Panoramastraße nördlich des Ossiacher Sees, der Wörthersee und die beiden Städte Villach und Klagenfurt an der südlichen Grenze der Gurktaler Alpen.
  • Östlich des Neumarkter Sattels schließen sich die Lavanttaler Alpen an die Gurktaler Alpen an, die im Norden und Osten durch die Mur, im Süden wie letztere von der Drau begrenzt werden. In den Lavanttaler Alpen liegt der östlichste mit dem Rennrad erreichbare Punkt über 2000 m Höhe: der Große Speikkogel (2120 m) ist einer der Kärntner Monster, direkt an der Grenze zur Steiermark.

Zwischen Salzach und Inn

  • In Innsbruck führt die Brennerstraße ins sonnige Südtirol. Östlich davon, und somit nördlich der oben erwähnten Zillertaler Alpen (und südlich des Inns), liegen die Tuxer Alpen mit ihrem einzigen Rennradhighlight, der Zillertaler Höhenstraße. Das Zillertal ist auch schon die östliche Begrenzung der kleinen Region.
  • Östlich des Zillertals, südlich des Inns und nördlich von Gerlospass und der jungen Salzach, liegen die Kitzbüheler Alpen (AVE 34). Hier bei quäldich.de schlagen wir auch noch das Kaisergebirge (AVE 8) sowie die Loferer und Leoganger Steinberge (AVE 9) zu dieser Region, weil es geographisch Sinn macht und die beiden letzteren aus Rennradfahrersicht wenig ergiebig sind. Der Übergang zu den Chiemgauer Alpen nach Norden ist wenig trennscharf und am besten der Karte der Kitzbüheler Alpen zu entnehmen. Nach Osten werden sie durch die Saalach von den Berchtesgadener Alpen und weiter südlich durch Saalach und Zeller See von den Salzachtaler Alpen abgegrenzt. Berühmtester Anstieg dieser Region ist eine Stichstraße, das Kitzbüheler Horn.
  • Östlich vom Zeller See schließen sich die Salzachtaler Alpen an. Die AVE kennt keine solche Region, wir verstehen sie als Vereinigung der AVE-Regionen Salzburger Schieferalpen (AVE 12) und Tennen-Gebirge (AVE 13), wobei wir den Roßbrand dem Dachstein zuschlagen, da dieser auch nach Süden zur Enns entwässert. Die wichtigsten Pässe der Region sind der sehr sehenswerte Dientner Sattel als Abgrenzung zu den nördlich gelegenen Berchtesgadener Alpen, sowie der westlich gelegene Filzensattel.
    Hier ist es auch, wo die Salzach nach Norden abbiegt, bei Sankt Johann in Pongau. Im Anschluss sind auch rechts der Salzach liegende Gipfel Teil der Region, nämlich alles nördlich der Wagrainer Höhe, westlich von St. Martin am Tennengebirge und südlich des Lammertals.
  • Nördlich der Kitzbüheler Alpen, immer noch rechts, aber nun östlich des Inns und westlich der Saalach liegen die Chiemgauer Alpen, in denen sich der Autor nicht auskennt und hiermit um Hilfe ruft.
  • Zwischen Saalach und Salzach liegen die Berchtesgadener Alpen. Hier liegt der höchste Kreisverkehr Deutschlands, die Roßfeld-Höhenringstraße, das sagenumwobene Kehlsteinhaus und der Hirschbichl. Nach Süden werden die Berchtesgadener Alpen durch das Hochkönigsmassiv begrenzt, das über dem Filzensattel und vor allem dem Dientner Sattel thront, die hier die Grenze zu den Salzachtaler Alpen bilden.

Zwischen Salzach und Enns

  • Nördlich der noch jungen Enns, und somit nördlich der Niederen Tauern, schließt sich das Dachsteinmassiv an (AVE 14). Für den Rennradfahrer ergeben sich wenige Möglichkeiten, die Pässe liegen eher am Rand, wie der breit ausgebaute Pass Gschütt und die Pötschenhöhe an der Nordflanke. Die Dachsteinstraße und der Roßbrand sind hervorzuheben. Letzterer gehört laut AVE zum Salzburger Schiefergebirge.
  • Nordöstlich des Dachsteingebirges und von der Enns in Süden und Nordosten umflossen, liegt das Tote Gebirge, aus Rennradfahrersicht ein sprechender Name, denn hier herrscht tote Hose im Rennradsattel, die Ortsansässigen mögen mir diesen Seitenhieb verzeihen! Dank des quäldich-Pässequartetts ist das Tote Gebirge berühmt für die Loser Alm, dort aufgrund der übermächtigen internationalen Konkurrenz gerne in englischer Aussprache, ansonsten aber landschaftlich einen Ausflug wert!
  • Nördlich des Lammertals, und somit nördlich des Pass Gschütt, schließen sich die Salzburger Voralpen an die Salzachtaler Alpen sowie das Dachsteingebirge an. Auch dies ist ein quäldich-Kunstbegriff, den die AVE nicht kennt. Die dort anstelle dessen verwendeten Salzkammergutberge werden aber vor Ort ebensowenig verwendet wie die Salzburger Schieferalpen, so dass uns Salzburger Voralpen schlüssiger erscheint. Auch auf quäldich wird aber das Salzkammergut als Kultur- und Identifikationsregion abgebildet.
  • Nördlich des Toten Gebirges und östlich der Salzburger Voralpen liegen die Oberösterreichischen Voralpen, die wir westlich etwas weiter fassen als die AVE 17b, weil wir sie um gewisse voralpine Regionen des Salzkammerguts erweitern. Die Oberösterreichischen Voralpen werden dann schon von der Enns auf ihrem nördlichen Weg aus den Alpen heraus durchflossen, was diesen Abschnitt abschließt.

Jenseits von Enns und Mur

Wir bewegen uns nun schon deutlich auf Wien zu. Da wir jenseits von Enns und Mur nur noch eine hochalpine Region auflösen, beginnen wir mit dieser und schließen die übrigen dann im Uhrzeigersinn an.

  • Die oben aufgeführten Ennstaler Alpen liegen zwischen Enns und Mur. Nach Osten werden sie durch den Präbichl von einer hochalpinen Kalkalpenkette abgegrenzt, die wir auf quäldich als Steirisch-niederösterreichische Kalkhochalpen führen. Für den Rennradfahrer ist sie wenig ergiebig und umfasst die AVE-Regionen Hochschwab-Gruppe (AVE 18), Mürzsteger Alpen (AVE 19) und Rax-Schneeberg-Gruppe (AVE 20). Grenzpässe sind Kernhofer Gscheid (970 m) und Ochsattel (864 m) im Norden, Klostertaler Gscheid (764 m) im Nordosten und der Semmering (984 m) im Süden. Sie ist in Norden, Osten und Süden umgeben von Voralpenregionen, die wir im Anschluss im Uhrzeigersinn aufführen.
  • Östlich der Oberösterreichischen Voralpen liegen die Niederösterreichischen Voralpen. Auf quäldich verstehen wir diese als Vereinigung der AVE-Regionen Ybbstaler Alpen (AVE 21) und Türnitzer Alpen (AVE 22), ungeachtet der Tatsache, dass auch die im Weiteren aufgeführten Voralpenregionen alle Berührung zu Niederösterreich haben (oder komplett darin liegen). Die Traisen bildet die östliche Grenze.
  • Jenseits der Traisen, nördlich von Ochsattel (864 m) und Klostertaler Gscheid (764 m), liegen die Gutensteiner Alpen. Die Täler von Triesting und Gölsen, die sogenannte Gölsen-Triesting-Furche, bilden die nördliche Begrenzung, der dazwischen liegende Sattel ist der Gerichtsberg (581 m), der auf quäldich nur rudimentär beschrieben ist (Wikipedia).
  • Nördlich der Gutensteiner Alpen, nördlich der Gölsen-Triesting-Furche, weiterhin östlich / rechts der Traisen, zieht sich der Wienerwald bis Wien.
  • Der Semmering bildet die südliche Begrenzung der Steirisch-niederösterreichischen Kalkhochalpen. Südlich des Semmerings und östlich der Mur benennt die AVE das Randgebirge östlich der Mur (AVE 47). Für uns sind dies die Semmering-Voralpen.
  • Rund um Graz, östlich der Mur, befindet sich das Grazer Bergland, das wir als einzelne Region aufführen und aus den Semmering-Voralpen ausschneiden.

Der Weg zum Alpenkenner

Tja, die Alpen... ein unglaublich komplexes Gebirge, da hat sich die eingangs zitierte Überzeugung bewahrheitet. Es hilft nichts, man muss sie alle einmal besuchen, die obigen Regionen. Wie grundsätzlich im Rennradsattel ist der Weg zum Alpenkenner schon das lohnenswerte Ziel!

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