Ein Trip nach Bratislava / Garstiges Wetter
QD-Reisen & Events:
DLRF: 0
Erlebnisbericht: Ein Trip nach Bratislava
Erlebnisbericht von tortenbäcker (weitere...)
Tag 6: Landeck - Stilfser Joch: Garstiges Wetter
104,2 km / 3022 Hm
Landeck (1,9 km) - Ried im Oberinntal (14,4 km) - Tösens (20,4 km) - Schönegg (22,6 km) - Stein (23,2 km) - Lafairs (25,0 km) - Birkach (26,1 km) - Kajetansbrücke (31,3 km) - Nauders (41,5 km) - Reschenpass (47,3 km) - Reschen (47,9 km) - Graun (51,7 km) - Mals (67,7 km) - Tartsch (70,0 km) - Schluderns (72,3 km) - Prad (79,5 km) - Gomagoi (85,9 km) - Stilfser Joch (104,2 km)
Beschreibung
Sonntag vormittag mache ich mich wieder auf Richtung Landeck. In Wien befürchte ich, dass in meinem Zug nach Westen die Fahrrad-Mitnahmegelegenheiten alle ausgebucht sind. In Schwarzach ist vor Tagen eine entsprechende Reservierung nämlich fehlgeschlagen. Da ich eine Stunde zu früh dran bin und der Zug schon da steht, stelle ich mein Rad mal in den Gepäckwagen rein. Danach gehe ich das Mittagessen kaufen. Etwa 20 Minuten vor Abfahrt setze ich mich in den Zug und da höre ich dann die Durchsage, dass sich derjenige, der sein Rad in den Wagen gehängt hat, mal vorbeischauen solle, sonst würde es ausgeladen werden. Uuuuhh, Mist. Ich schaue also vorbei und verhandle mit dem Schaffner, denn er hat eigentlich keinen Platz für mein Rad. Die Wahrheit muss ich dabei leicht verbiegen für meine Zwecke, es muss einfach klappen. Er willigt schliesslich ein, noch mal Glück gehabt. Die Fahrt nach Landeck dauert mühsame sechs Stunden. Das Wetter wird zwischendurch schlecht, aber in Landeck regnet es nicht. Um mir noch etwas die Beine zu vertreten, rolle ich auf Hotelsuche noch ein paar Kilometer. Da fahren zwei Jugendliche in einem Lieferwagen vorbei und feuern mich spasseshalber an. Der eine will mir eine PET Flasche reichen, ich lehne aber dankend ab. In Prutz mache ich schliesslich halt. Der Wetterbericht hat für morgen schlecht angesagt, hoffentlich ist es nicht allzu schlimm.
Montag morgen, ich schaue aus dem Fenster. Es regnet nicht, aber die Strassen sind nass. Zumindest die Strecke bis Prato am Stelvio möchte ich heute auf jeden Fall zurücklegen, besser noch gleich den Stelvio mitnehmen. So lege ich los. Es war mir von Anfang an klar, dass der Reschenpass wohl ziemlich mühsam wird, des Verkehrs wegen. Und meine Erwartungen wurden vollumfänglich erfüllt. Wer den Pass nicht fahren muss, soll es sein lassen, es lohnt sich nicht. Einmal oben fährt es sich schnell und leicht dem Reschensee entlang, Rückenwind sei dank. Zur Zwischenverpflegung kaufe ich weiteres Trockenfutter ein, bei Fido bin ich damit wieder rehabilitiert.
In Prato fängt die Steigung an. Die Wolken hängen tief in den Bergen Richtung Stelvio, mal sehen. Kurz vor der letzten Ortschaft Trafoi fängt es an zu tröpfeln. Ich mache einen Zwischenhalt in einem Restaurant und genehmige mir einen Teller Pasta. Eine recht lange Pause folgt, und als es etwas besser aussieht, breche ich erneut auf. Doch schon bald regnet es wieder richtig, und natürlich wird es je höher ich komme desto kälter. Ab der Franzenshöhe ist mir kalt, ich möchte so schnell wie möglich die Aktion abbrechen. Wieder zurückfahren macht allerdings auch nicht viel Sinn, so entscheide ich mich zur Flucht nach vorne. Was für eine tolle Strasse man da fährt, aber ich kann es leider nicht geniessen. Die Finger werden gefühlslos und auch an den Beinen habe ich kalt. Ich drücke je länger je mehr auf die Tube, um warm zu bleiben - vergebens.
Es will und will nicht werden, obwohl das Tempo jetzt hoch ist. Schliesslich erreiche ich dann doch endlich die Passhöhe und begebe mich ins Restaurant. Da werde ich herzlich vom Kellner begrüsst und setze mich zu einem Leidgenossen. Bei heisser Milch mit Schokolade im Doppelpack tauen meine Finger langsam wieder auf – Kuhnagel, super. Der Leidgenosse tritt bald die Abfahrt Richtung Prato an, er hat da sein Auto stehen. Mittlerweile glaube ich einzelne Schneeflocken im Regen draussen zu erkennen. Ich will mir die Horrorabfahrt gar nicht vorstellen und entschliesse mich kurzerhand, auf der Passhöhe zu übernachten. Hoffentlich ist es morgen besser, mit Pech bin ich allerdings morgen eingeschneit. Eine überlange und ausserordentlich heisse Dusche bringt meine Lebensgeister wieder in Form.
Diesmal mache ich den Fehler mit der Halbpension nicht und das lohnt sich auch. So kriege ich genug vom richtigen Futter. Nur die Bedienung im Hotelrestaurant peilt es einfach nicht, dass ich à la Carte wähle. Da nützt jegliche Erklärung meinerseits nicht, schliesslich muss der Chef es ihr mitteilen.
Irgendeine japanische Ski-Mannschaft ist auch zugegen, den vielen Sponsoringkleber nach zu schliessen nicht einmal die allerschlechteste. Wo ist hier denn der Gletscher?
Ich schicke noch dem Klaus ein SMS von meiner Lage hier und gehe danach bei Dauerregen ins Bett, das kann ja heiter werden.










