quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt 2011: Bericht / Tag des Rennens - Tag der Party
QD-Reisen & Events:
DLRF: 2
quaeldich.de-DLRF 2011 Etappe 9
126,0 km / 2450 Hm
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Tourentipp: quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt 2011: Bericht
Tourentipp von Jan (weitere...)
Tag 9: Mackenzell - Bad Neustadt: Tag des Rennens - Tag der Party
128,3 km / 2548 Hm
Mackenzell (2,3 km) - Mackenzell (3,6 km) - Morles (9,6 km) - Gotthards (13,6 km) - Kettener Kuppe (15,7 km) - Rockenstuhl (19,1 km) - Boxberg (20,3 km) - Esbachsgraben (25,0 km) - Unterückersbach (26,2 km) - Neuschwambach (28,2 km) - Aura (29,8 km) - Eckweisbach (31,9 km) - Liebhards (32,8 km) - Dörmbach (35,1 km) - Oberbernhards (36,7 km) - Milseburg (37,4 km) - Kleinsassen (40,2 km) - Wolferts (42,5 km) - Finkenhain (44,7 km) - Friesenhausen (45,6 km) - Dörmbach (47,3 km) - Öttersbach (49,7 km) - Poppenhausen (Rhön) (52,9 km) - Poppenhausen (Rhön) (53,1 km) - Rodholz (55,4 km) - Schwarzerden (57,0 km) - Heckenhöfchen (58,1 km) - Abtsroda (60,6 km) - Wasserkuppe (64,0 km) - Obernhausen (68,1 km) - Mosbach (74,6 km) - Schwedenwall (76,8 km) - Kloster Kreuzberg (88,7 km) - Guckas-Pass (97,2 km) - Premich (108,7 km) - Steinach (114,4 km) - Unterebersbach (118,0 km) - Oberebersbach (119,0 km) - Salz (125,9 km) - Bad Neustadt (128,3 km)
Beschreibung
Der letzte Tag der quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt bricht an - es ist racing day. Heute startet die rote Dolce-Vita-Gruppe 5 bereits um sieben Uhr, um rechtzeitig um 15.15 Uhr am Treffpunkt Sportplatz Niederlauer zu sein, von wo aus wir gemeinsam unter Polizeigeleit auf den Marktplatz von Bad Neustadt einrollen wollen. Die gelbe Gruppe soll um 7.50 Uhr starten, die blaue um 8.35 Uhr, die grüne um 9.15 Uhr und die schwarze um 9.35 Uhr. Natürlich möchte jede Gruppe möglichst spät eingeholt werden, daher breitet sich neben der Euphorie des letzten Tages leichte Nervosität aus.Das Konrad Zuse Hotel, in dem heute alle Teilnehmer untergekommen sind, serviert uns schon um halb sieben ein Frühstück, bei dem keine Wünsche offen bleiben, und da wir heute die Etappe ohne größere Startzeremonien beginnen, ist es auch für die Dolce-Vita-Gruppe im Rahmen der Möglichkeiten entspannt. Zumindest deutlich entspannter als vor einem Jahr in Friedrichshafen, als die wenigsten vor der letzten Etappe in ihrem Hotel ein Frühstück serviert bekamen.
Eine Gruppe nach der anderen startet pünktlich, und wie bereits gestern von tobsi erwähnt, hochmotiviert in diese letzte Etappe der Tour. Hochmotiviert, diese letzte Etappe auch noch zu meistern und heute abend auf dem Marktplatz in Bad Neustadt gebührend gefeiert zu werden, und hochmotiviert, die vorher gestartete Gruppe noch vor Niederlauer abzufangen, und von der schnelleren nicht eingeholt zu werden.
Auch die grüne Gruppe, aus deren Sicht ich heute wieder schreibe, nachdem ich gestern kurz als Ersatz-Guide für Knie-Günni in die gelbe Gruppe gerufen worden war, war voller Vorfreude auf die Rhönetappe und die baldige Ankunft. Nach einer kurzen Anfangswelle rollte der Verband zügig bis Gotthards, die beiden Streckenguides Guido und Jochen und einige Tagesfahrer stets im Wind. Die Anstiege zur Kettener Kuppe und zum Boxberg wurden freigegeben. Hier zog sich das Feld schon beträchtlich auseinander, was deutlich zeigt, dass am Ende der Rundfahrt unsere doch sehr homogene Gruppe sich weiter auseinander entwickelt hat. Manche sind stärker geworden, aber die meisten merken doch die Strapazen der letzten Tage, und der Kreis derjenigen, die sich im Wind für die Gruppe engagieren, wird kleiner. Das macht aber nichts, heute fahren Guido und Jochen viel vorne, und auch ich fühle mich wieder stark, nachdem ich gestern überhaupt keine Beine hatte.
Ab Esbachsgraben stehen 10 Kilometer leicht ansteigendes Terrain an, das wir gekonnt im Verband wegdrücken. Ebenso wie die Milseburg. Toms Anruf, der mir das Auffinden der Getränkeverpflegung erleichtern soll, verhallt im Knistern des schlechten Empfangs, und so rollen wir, dem Track folgend, geradeaus Richtung Kleinsassen, anstatt nach links abzubiegen, wo die Getränkeverpflegung abseits des Tracks aber entsprechend der Planung eingerichtet ist. Ich rufe Michl noch an, aber letztlich entscheiden wir uns weiterzufahren, weil die Hauptverpflegung schon in zwölf Kilometern in Poppenhausen wartet. Von dieser trennen uns nur noch zwei Verbandswellen über traumhaft schmale Straßen durch die Ausläufer der Rhön. Angesichts eines solchen Heimatreviers kann ich unseren Streckenguide Guido nur beneiden.
An der Mittagsverpflegung am tegut in Poppenhausen bittet Volker zur Belustigung der Teilnehmer über das Megaphon um Verständnis für die morgen startenden fast einjährigen Betriebsferien des Verpflegungsteams. Die blaue Gruppe ist noch nicht da - wir haben sie wohl überholt, als sie am Getränkestopp standen, den wir nicht gefunden haben. Da lässt der Hohn natürlich nicht lange auf sich warten, sobald die blauen da sind. Ihrer Meinung nach seien sie nun die schnellste Gruppe, da wir nach dem Auslassen der Getränkeverpflegung nun auch aus der Wertung fielen, so wie die schwarzen, als sie auf E7 Schloss Wittgenstein ausließen. Als wir uns schweren Herzens von der letzten Mittagspause der Tour lösen, fährt auch die schwarze Gruppe in der kurzen Stichstraße zum tegut in Gegenrichtung an uns vorbei. Schön zu sehen, was da für ein Zug in der Gruppe ist - sonst sehen wir sie ja immer nur mit Platten am Straßenrand stehen oder in Einerreihe an uns vorbeiziehen.
Jetzt gehts richtig los - 500 Höhenmeter zur Wasserkuppe, von denen die ersten 200 bis Abtsroda im Verband gefahren werden. Nach dem gestrigen schwülen Windtag ist spätestens hier die Stimmung wieder super, denn es ist warm und trocken, teils steht der Wind sogar günstig. Und die schwarzen sind immer noch nicht hinter uns in Sicht. Von der Befahrung der Wasserkuppe habe ich mir eigentlich mehr versprochen. Die Straße ist ziemlich breit, und liegt ab Abtsroda hauptsächlich im Wald. Oben am Gipfel hat man aber eine grandiose Aussicht, und die Abfahrt ist rasant. Und für mich (und einige andere bremsenschonende Abfahrer) das bisher anstrengendste an diesem Tag.
Den Schwedenwall nehmen wir wieder im Verband. Das war gar nicht vorgesehen, und so halten wir kurz an der T-Kreuzung nach Bischofsheim, um Klaus zu verabschieden, der ab Bischofsheim auf direktem Weg nach Bad Neustadt fährt, um seinen Zug um 15.30 Uhr noch zu erreichen. Wir aber drehen noch die Schleife über den Kreuzberg, an dessen Fuß Michl auf uns wartet. Auch diese Getränkeverpflegung klappt nicht so wie geplant - eigentlich hätte er oben am Kreuzberg stehen sollen, aber die Mönche haben keinen Platz für uns freigehalten. Das ist bisher nicht Michls Tag, aber das wird sich ja noch ändern.
Nun folgt der heilige Berg der Franken, auf den eine gut zweispurig ausgebaute Straße führt. Der Anstieg ist aber sehr anspruchsvoll, und dauernd überholen wir ab nun Teilnehmer der gelben Gruppe. Und 100 m vor dem Ziel überholt mich noch Thorsten, der schnellste Adler der schwarzen Gruppe. Was mich dann doch wurmt, aber so bin ich mit Alex zusammen am Kreuzberg angekommen. Oben sitzt auch schon die Dolce-Vita-Gruppe geschlossen im Biergarten, für die sich das frühe Aufstehen spätestens jetzt gelohnt hat, denn alle anderen Gruppen nehmen sich nicht die Zeit für eine längere Pause.
Jetzt beginnt das Schaulaufen. Ich lasse es mir nicht nehmen, zunächst neben Guido, später neben Walter "meine" Gruppe ins Ziel zu führen. Der Guckaspass wird im Sturm genommen, und endlich erreichen wir das Saaletal. Langsam keimt Hoffnung auf, dass wir die erste Gruppe im Ziel sein könnten, aber kurz vor dem Abzweig in Oberebersbach ertönen drei Pfiffe, und Besi stürmt heran, um die Schwarzen anzukündigen. Mein Versuch ihn dabei zu filmen führt zwischenzeitlich durch den Graben. Jetzt bloß keinen Platten. Die Hoffnung, dass die schwarzen am Abzweig nach Niederlauer vorbeifahren, zerstäubt auch, und so sind wir faire Zweite und fallen in Niederlauer in den Jubel der schwarzen Gruppe ein. Es ist 14.40 Uhr, wir sind 30 Minuten vor dem Zeitplan am Sammelpunkt, und nur 10 Minuten später folgen die roten und die gelben in einer großen Gruppe. Aber was machen die blauen? Sie sind seit dem Schwedenwall, wo sie von den schwarzen überholt wurden, nicht mehr gesichtet worden, und die Sorge wächst, dass sie es nicht rechtzeitig schaffen können. Aber einmal mehr bestätigt sich, dass die blaue die entspannte Gruppe ist. Auf die Minute pünktlich um 15.10 Uhr fährt sie unter tosendem Beifall ein, fast zeitgleich mit der Polizei. Die gemeinsame Einfahrt verzögert sich etwas, weil die Feuerwehr erst ab 15.30 Uhr die Kreuzungen in Salz und Bad Neustadt freihält. Um 15.25 Uhr wird dies überprüft (keine Feuerwehr da), und einmal mehr muss Michl die Rundfahrt retten, indem er sich mit dem Getränkefahrzeug von Gaul&Klampt an die Kreuzung in Salz stellt.
Und so können wir pünktlich um 15.35 Uhr unsere gemeinsame Fahrt nach Bad Neustadt beginnen - ein Gänsehautmoment. In Dreierreihe, die Bad Neustädter voraus, danach die Gruppen in umgekehrter Reihenfolge fahren wir über Salz und den Festplatz durchs Hohntor in die Altstadt von Bad Neustadt ein, am Marktplatz ist ein großer Empfang für uns bereitet, die Liveband spielt, die Bad Neustädter empfangen uns gebührend. Es folgen ein letztes Mal Shakehands und Highfives, danach versinkt alles in Hefeweizen und großer Feier. Pay or we play und Tom in Bestlaune haben Bad Neustadt im Griff, die Himmelstore öffnen sich (in guter Tradition zum Rundfahrtsschluss), die Tänzer in der Checkerzone stört es nicht. Um Mitternacht gehts ins Hotel, und damit ist auch die quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt 2011 Geschichte.
Ein ganz besonderer Dank gilt Michl, dass er diese großartige Feier im Alleingang ermöglicht hat.
Hinzuzufügen ist noch, dass die Abreise nicht ganz so gut organisiert wurde wie der Rest, und sich somit der Aufbruch aus Bad Neustadt am Montag morgen bis 12 Uhr hinzog. Dass ich (ohne LKW, sondern per Zug) schneller zuhause war als Tom, Eva und Volker, wird für immer auf meinen Schultern lasten. Danke an das ganze Team für eine grandiose Rundfahrt und bis nächstes Jahr: vom 30.6.-8.7. von Füssen nach Dresden. Mehr dazu gibts im Oktober.
Am letzten Tag erfahren die Radfahrer mit der Rhön eine Region der offenen Weite. Die offene Landschaft bietet - auch auf dieser Etappe - hervorragende Blicke in die nähere Umgebung. Bevor es jedoch in die Hohe Rhön geht, durchfahren wir das Nüsttal, das Gelegenheit zum Einrollen bieten soll. Denn ab Gotthards folgen mit Kettener Kuppe und der Auffahrt auf den steilen Boxberg die ersten beiden Herausforderungen. Nach der Abfahrt hinunter in das Ulstertal folgt die flache Auffahrt hinauf zur Milseburg, ein bekannter Basaltkegel in der Rhön. Auf einsamen Sträßchen erreichen wir anschließend Poppenhausen am Fuße der Wasserkuppe. Über einen 10 km langen Anstieg erreichen wir Hessens höchsten Berg, die Wasserkuppe. Ab jetzt warten mit dem Schwedenwall und dem klassischen Anstieg hinauf zum heiligen Berg der Franken zwei weitere längere Anstiege in der Hochrhön. Das bekannte Kloster Kreuzberg erklommen, stärkt sich das Peloton zum letzten Mal bei der Deutschland-Rundfahrt für die nun folgende Tour d'Honneur. Nach der Abfahrt hinunter nach Oberwildflecken und der Auffahrt zum Guckai-Pass folgt die letzte rasante Abfahrt Richtung Premich. Durch das idyllische Premich- und Saaletal erreichen wir anschließend Bad Neustadt, das den Teilnehmern der 1. Auflage als herzlicher Gastgeber in Erinnerung ist. Offizielle Etappenseite....
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