quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt 2011: Bericht / Zwischen Engeln und Weibern

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quaeldich.de-DLRF 2011 Etappe 5
159,0 km / 2800 Hm

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Tourentipp: quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt 2011: Bericht

Tourentipp von Jan (weitere...) , Etappe von thomasg

Tag 5: Bitburg Eifelstern - Linz am Rhein Marktplatz: Zwischen Engeln und Weibern
159,4 km / 2848 Hm

Bitburg Eifelstern (0,0 km) - Bitburg (5,2 km) - Matzen (7,7 km) - Erdorf (12,7 km) - Wilsecker (16,1 km) - Sankt Thomas (23,2 km) - Densborn (30,3 km) - Mürlenbach (33,2 km) - Birresborn (37,2 km) - Gees (48,5 km) - Berlingen (52,1 km) - Zilsdorfer Windräder (57,6 km) - Zilsdorf (59,4 km) - Loogh (63,0 km) - Niederehe (65,0 km) - Nohn (68,8 km) - Trierscheid (73,9 km) - Müsch (79,7 km) - Antweiler (82,3 km) - Fuchshofen (86,5 km) - Reifferscheid (92,7 km) - Honerath (96,6 km) - Adenau (99,7 km) - Hohe Acht (107,6 km) - Siebenbach (110,0 km) - Acht (113,0 km) - Langenfeld (115,2 km) - Langenfeld (115,9 km) - Riedener Mühlen (121,4 km) - Bell (130,4 km) - Bell (131,0 km) - Gänsehals (133,3 km) - Wehrer Höhe (136,2 km) - Waldorf (147,1 km) - Franken (148,7 km) - Sinzig (155,0 km) - Linz am Rhein Marktplatz (159,4 km)

Beschreibung

Kopie von SAM 4705.Von der heutigen, fünften Etappe der Deutschlandrundfahrt berichte ich heute aus der Sicht der Dolce-Vita-, aus unerfindlichen Gründen auch langsam genannten Gruppe. Sie führt über knapp 160 km mit 2800 Hm von Bitburg nach Linz am Rhein. Nach gründlicher Einweisung in die zahlreichen verkehrstechnischen Tücken der Bitburger Innenstadt führte uns die örtliche Polizei mit Blaulicht durch die Gefahrenzone und entließ uns dann in die schöne Landschaft der Eifel.

Schnell verpufften die Frühstückskalorien in den ersten Wellen des Tages. Unser Streckenguide Wolfgang, der örtlichen Zungen mächtig, grüßte in unser aller Namen wirklich jeden Passanten am Straßenrand und erntete auch herzliche Antworten. Imageaufbau auf die nette Art. So erreichten wir rasch das Kylltal, in dem die Gruppe, die mir (oder einem unbekannten Namensvetter) zu Ehren errichteten Barockbauten in St. Thomas bestaunte. Dank Dimitris Powermanagement rollten wir sehr harmonisch und zügig bis zur ersten Getränkeverpflegung in Gerolstein, wo Michl an der Touri-Info auf uns wartete. Hier machte auch das Gerücht die Runde, Tobsi sei krank - er habe seine Schwarzfahrergruppe gebeten langsamer zu fahren. Abends meinte er, er habe das für die Gruppe entschieden - wir werden es nie erfahren...

Nach Gerolstein folgte die dramatischste Situation des Tages. Andreas Schuh hatte fatalen Defekt. Schweren Herzens musste er den schönen Anstieg zu den Zilsdorfer Windrädern auslassen und im Besenwagen Platz nehmen. Dort hielt es ihn allerdings nicht lange - er schwatzte einer Begleiterin eine Schuhschraube ab und saß ruck-zuck wieder gut gelaunt auf dem Rad.

Nach einem weiteren Wellenstück durch die schöne Vulkaneifel ging es hinab in das Ahrtal. In Antweiler dann der große Moment - hier irgendwo hatten wir die Hälfte der Etappe und damit nominell die Hälfte der diesjährigen Tour zurückgelegt. Irgendwie erschreckend schnell, ist doch der Start in Bad Krozingen noch in guter Erinnerung. Die Zwischenbilanz zu diesem Zeitpunkt ist in unserer Gruppe durchweg positiv. Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir ein deutlich harmonischeres Tempo gefunden und wuppen fast jede Welle im Verband weg. Das Wetter war uns in den vergangenen Tagen, wie auch heute, sehr freundlich gesonnen, die Stimmung ist prima und auch Defekte oder gar Stürze gab es kaum und wenn dann immer harmlos. So kanns weitergehen - schließlich haben wir ja auch noch viereinhalb Tage vor uns.

Zur Hälfte der Etappe galten unsere Gedanken natürlich weniger der bisherigen Tourbilanz, sondern ehrlicherweise doch eher der nächsten Verpflegung. Um uns diese zu verdienen schickte uns Streckenplaner Tom allerdings noch über den schönen Anstieg nach Reifferscheid - einem verschnörkselten kleinen Weg, der seiner Ansicht nach einen Platz in den Top 5 der Eifelanstiege innehat. Ohne die übrigen Strecken alle zu kennen ist diese Wertung gut nachvollziehbar. Oben sammelt sich gut gelaunt die Gruppe und rollt hinab nach Adenau wo die Schnittchencrew wieder einmal Großartiges aufgetischt hat. Es ist Musikwunschtag und so füllen wir unsere Kalorienspeicher bei zumeist rockigen Klängen. Wer sich das Westerwaldlied gewünscht hat blieb allerdings im Dunkeln. Dass es der liebe Gott mit der Dolce-Vita-Gruppe ganz besonders gut meint zeigte sich auch mal wieder - kurz vor dem Aufbruch tauchte noch ein Eisverkäufer auf. Selbstredend, dass bei dem Superwetter dieses Angebot von allen gerne angenommen wurde.

Gestärkt und gekühlt ging es gleich hinauf zur Hohen Acht, dem Hochpunkt der heutigen Etappe. Moderate Steigungsprozente sorgten dafür dass uns dieser Anstieg direkt nach der Mittagspause nicht zu schwer fiel. Am Horizont zogen nun einige möglicherweise bedrohliche Wolken auf. Hat unser Medizinmann David doch einen Regentanz eingelegt? Wenn ja dann offensichtlich wenig überzeugend - bis zum Abend bleiben wir von Tropfen verschont. Einen Anstieg später rollen wir hinab in das Tal der jungen Nette - offenbar ein Ort der schlüpfrige Kalauer magisch anzieht. So berichtet Guide Wolfgang von einem Sportkameraden der dort mit einem Defekt zwischen zwei Orten liegenblieb und sich mit den Worten daheim meldete, er liege gerade "zwischen Engeln und Weibern". In der Wertung knapp an Toms Bonmot er sei über die junge Nette gerutscht. Gelöst erreichte die Gruppe die letzte Verpflegung in Bell, wo der heute vom Pech verfolgte Michel auf uns wartete. Verrutschte Ladung, stuntreife Ausweichmanöver und als Krönung noch Zimmerchaos am Zielort - wenns kommt, kommt's dick. Hoffentlich wird morgen besser :-)

Nach Bell teilt sich die Gruppe für kurze Zeit. Die höhenmetergesättigte Fraktion fährt rational um den Hügel, der Rest quetscht als Tagesabschluss noch mal schnell über den Gänsehals. Danach hatten alle ihr Pensum eingefahren und wir rollten zufrieden hinab in das Rheintal. Im Anblick der mächtigen Erpeler Ley legten wir beim Übersetzen auf die rechte Rheinseite die letzten 500 m zurück. Auf dem Marktplatz von Linz erwartete uns ein gut gelauntes Empfangskommitee und bereitet der Etappe zusammen mit dem städtischen DJ einen stimmungsvolles Abschluss.




Die fünfte Etappe führt quer durch die Eifel von Bitburg bis Linz am Rhein. Während die erste Hälfte durch die schroffe Vulkaneifel eher ein wellig-hügeliges Profil aufweist, warten die langen Anstiege in der zweiten Etappenhälfte durch die waldreiche Hoch- und Osteifel auf uns. Zunächst jedoch geht es nach ein paar Hügeln zum Auftakt erstmal weitgehend flach durchs schöne Kylltal bis Gerolstein, wo auch die erste Verpflegung stattfinden wird. Der folgende Abschnitt führt weitestgehend über verkehrsfreie, aber asphaltierte Feldwege weiter Richtung Norden; von den Zilsdorfer Windrädern kann man bei einem herrlichen Panoramablick schonmal die Hocheifel in Augenschein nehmen. Nach einem Abstecher ins mittlere Ahrtal folgt der schöne Serpentinenanstieg nach Reifferscheid, und schließlich in Adenau die Mittagsverpflegung. Von dort aus ist es auch nicht mehr weit bis zur Hohen Acht, dem höchsten Punkt der Eifel, an der wir vorbei fahren. Über das Nettetal erreichen wir in Bell die letzte Verpflegung, wo man sich nochmal gut stärken sollte, um den letzten steilen Anstieg zum Gänsehals in Angriff nehmen zu können. Dann jedoch sieht man das Rheintal schon, und die restlichen Kilometer bis Sinzig gehen überwiegend bergab. Die Rheinfähre bringt uns dann in die “Bunte Stadt” Linz, wo wir hoffentlich unter begeisterndem Jubel das Ziel erreichen. Offizielle Etappenseite....

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