Alpengiro / Stille am Vivione - Doppelmord am Mortirolo
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Tourentipp: Alpengiro
Tourentipp von Jan (weitere...)
Stille am Vivione - Tag 4: Angolo Terme - Passo del Tonale: Doppelmord am Mortirolo
150 km / 4959 Hm
Angolo Terme (0,0 km) - Dezzo di Scalve (11,4 km) - Dezzolo (14,2 km) - Schilpario (20,4 km) - I Fondi (23,8 km) - Passo del Vivione (32,6 km) - Paisco Loveno (46,1 km) - Malonno (52,4 km) - Edolo (61,4 km) - Passo dell'Aprica (77,1 km) - Stazzona (88,6 km) - Tirano (93,4 km) - Lovero (100,2 km) - Tovo di Sant'Agata (102,2 km) - Passo del Mortirolo (115,6 km) - Monno (123,3 km) - Incudine (126,5 km) - Davena (128,7 km) - Vezza d'Oglio (130,2 km) - Stadolina (133,3 km) - Temù (136,2 km) - Passo del Tonale (150,0 km)
Beschreibung
Interessenten sei der Bericht des Alpengiros 2009 ans Herz gelegt - mit vielen tollen Bildern!Bis Edolo (699 m) folgt diese hammerschwere Etappe der Grundvariante Stille am Vivione.
Hier könnte sich unsere Gruppe teilen, nur halb oder ganz Verrückte sollten nach der Brücke im Ortszentrum Edolos links abbiegen, liegt doch das Tagesziel Passo Tonale in entgegengesetzter Richtung nur 30 km entfernt. Halb verrückt, wenn man statt dieser Variante in Aprica die Entdeckungen am Mortirolo vorzieht.
Zunächst jedoch entwickelt sich die Weiterfahrt links angenehmer als rechts. Auf 15 km Strecke zum Apricapass steigen wir nur 500 m, und das fast gleichmäßig. Der Verkehr hält sich in grenzen, und so können wir diesen landschaftlich nicht begeisternden, aber netten Anstieg noch gut verdauen.
Die Abfahrt nach Tirano ist rasant. Noch im Ort Aprica werden zwei Kehren durchfahren, auf die man kaum vorbereitet ist. hier ist also Vorsicht geboten. Es folgt ein Highspeed-Teilstück von ca 2 km Länge, eine Rechtskurve, in der man großartige Blicke über das westliche Veltlin genießen kann, und ein weiteres schnelles Stück bis zu einer engen Linkskehre, direkt nach der wir die breite Hauptstraße auf ein kleines Sträßchen verlassen, das uns hinunter nach Stazzone und weiter nach Tirano (450 m) führt.
In Tirano beginnt die weltberühmte Berninabahn mit der legendären Kehrschleife. Dieser Weg wird bei der Dreiländertour eingeschlagen, wir allerdings fürchten uns genug vor dem Mortirolo, um den Abstecher dorthin noch zu wagen.
Von Tirano fahren wir hauptsächlich auf Nebenstraßen hinauf nach Mazzo (552 m), dem Ausgangspunkt unseres Scharfrichters.
Der Rest ist Legende. Auf 12 km steigt der Mortirolo 1300 Hm, und die Durchschnittsteigung von 10,9%, an sich schlimm genug, wird so gut wie nie angenommen, die Steigung oszilliert wild zwischen 8 und 22 % - mit den nun über 100 km und eineinhalb Pässen in den Beinen ein echter Horror.
Die Fahrt geht durch relativ dichten Wald, der hin und wieder Ausblicke auf Tirano und das Veltlin erlaubt. An sich alles ganz schön, aber kaum zu genießen bei diesen Strapazen. Erst, wenn man den Wald verlässt und die Almenlandschaft kurz vor dem Gipfel erreicht, wird es etwas flacher, so dass man hier die letzten Meter genießen kann und etwas Zeit zur Entspannung bekommt, um auf dem Gipfelfoto nicht vorhandene Lockerheit auszustrahlen.
Morgen haben wir auch einen langen Tag vor uns, so dass wir uns hier oben nicht allzulange aufhalten sollten. Die Abfahrt ist auch schmal und steil und weist einen klasse Belag auf. Dennoch sollten wir vorsichtig fahren, denn hier werden wir sehr sicher sehr platt sein.
Durch Monno hindurch fahren wir ins Val Camonica, wo wir die letzten 15 km auf der Strecke der Grundvariante des Tages über Ponte di Legno auf den Passo del Tonale fahren.
Diejenigen, die schon hier sind, werden uns ob unseres Zustandes sicher nicht beneiden. Jetzt heißt es so gut wie möglich regenieren vor dem erneut schwierigen Tag morgen, an dem es über Gaviapass und Stilfser Joch geht. Hart, aber wunderschön und auf dem Papier längst nicht so hart wie heute.









